Während es häufig scheint, als seien wir weit davon entfernt, unsere Situation willkürlich ändern zu können, so müssen wir uns zumeist eingestehen, nicht einmal uns selbst ändern zu können; geprägt von der Kindheit, gezwungen von Befehlen, gezwungen von Moral.
Doch wie könnten wir Freiheit als jene erkennen, gäbe es keine Widerstand leistende Welt? Wichtig ist, nach Jean Paul Sartre (1905-1980), klarzustellen, dass der freie Mensch nicht unbedingt erreicht, was er zu erreichen versuchte, sondern lediglich in der Lage ist zu bestimmen, was er will.
Der freie Mensch ist zwar frei zu wählen, aber seine Freiheit selbst, die kann er nicht wählen. Freiheit als ein dem Faktum (Gegebenen) Entrinnen. Interessanterweise, muss man feststellen, dass es auch das Faktum des dem Faktum Entrinnens gibt. Dies bezeichnet Sartre als die Faktizität (Geworfenheit) der Freiheit.
Er definiert die Freiheit als ein „verlassen sein von Führung“, da der Mensch in ihr als Entscheidungen-Treffender für alles verantwortlich ist. Dieser kann sich also auch nicht beklagen, da er seine Situation stets selbst gewählt hat.
Als Beispiel führt Sartre den Krieg an, der keinesfalls „unmenschliche“ Verhältnisse schafft, da er ja vom Menschen geführt wird. Jeder der hierdurch Schlechtes erfährt, ist weiterhin selbst dafür verantwortlich Schlechtes zu erfahren, da er ja wählen könnte, nichts Schlechtes durch den Krieg zu erfahren, beispielsweise durch Selbstmord.
Natürlich hängt die Wahl von der Gewichtung der eigenen Werte ab, so ist vielen sicherlich das Leben der wertvollste Schatz, sodass sie eher diese schlimme Periode miterleben möchten, als garnichts mehr mitzuerleben. „Wie dem auch sei, es handelt sich um eine Wahl.“
Jeder Mensch ist verurteilt frei zu sein.-
Nach Jean-Paul Sartre – Jesse, Tim, Nicki