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Mittwoch, 9. Februar 2011

Q 1/2: Sprache der Ethik - Ethik der Sprache

Im Rahmen sprachphilosophischer Überlegungen muss festgestellt werden, dass auch in der ethisch-moralischen Analyse von Dilemmasituationen Sprache als Kommunikation-, Ausdrucks- und Informationsmittel eine wesentliche Rolle spielt.

Um Verständnisschwierigkeiten zu vermeiden und Verstehensprozesse zu erleichtern, ist es also notwendig ein "einheitliches Sprachspiel" zu spielen und den Inhalt und die Verwendung von Begriffen zu bestimmen.

In der Sitzung vom 03.02.11 fand also eine Begriffsklärung zu folgenden Aspekten statt:
  • Normen
  • Werte
  • Moral
  • philosophische Ethik, Metaethik, deskriptive und normative Ethik
  • angewandte Ethik: Bioethik, Medizin- und TEchnikethik, politische Ethik etc.

Verstehensprobleme entstehen möglichweise auch durch Argumentaions- und Schlussfehler in der Begründung eines Urteils. Naturalistische Fehlschlüsse (Siehe auch Hume, Moore) sind also zu vermeiden (siehe auch moralischer Syllogismus).
Außerdem muss im metaethischen Rahmen auch bei den Urteilen zwischen pragmatischen und moralischen Urteilen differnziert werden. Eine Entscheidung bzw. ein Handeln mag zwar pragmatisch richtig, moralisch aber falsch sein.

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Kurs: 11 pl1 gN HEM
Datum: 03.02.11
Thema: Ethische Begriffe

Dienstag, 7. September 2010

Q 3/4: Der naturalistische Fehlschluss und die Ästhetik der Natur

Der naturalistische Fehlschluss in der Zusammenfassung von Martin Seels „Ästhetik der Natur"

Martin Seel, Professor für theoretische Philosophie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt [zur Homepage], untersuchte die Frage, warum die Schonung der Natur letztlich ein Schutz der menschlichen Welt sei. Nicole Schmidt fasste seinen Text zusammen und so entstand folgende Argumentation:

A: Das Naturschöne hat einen großen Wert für die gelungene Existenz des Menschen (Eigeninteresse)

Dies begründet Seel in der ausgezeichneten Lebensmöglichkeit im Naturschönen für den Menschen.

B: Ein ethisches „Gut sein“ liegt im Naturschönen

Als ethisch „Gut“ definiert Martin Seel Handlungen, mit denen der Mensch das Gelingen
menschlichen Lebens zu erreichen versucht. Als gelingendes Leben sieht er das Streben nach Gutem. So ist das Erreichen nicht unbedingt notwendig. Der gute Wille (nach Kant) zählt:

C: Wenn das Streben nach Gutem vorhanden ist, ist ein gelungenes Leben vorhanden
D: Das gelungene Leben ist für den Menschen erstrebenswert

Seel beschreibt in seiner Abhandlung ein Eigeninteresse des Menschen. Dies liege darin die Ergiebigkeit und Regenerationsfähigkeit der Natur zu bewahren, da wir z. B. ohne regenerative Rohstoffe nicht überleben könnten. Sie sind notwendige Lebensgrundlagen. Neben diesen ökologischen und ökonomischen Gründen gibt es aber auch noch das Ästhetische, unter dem Seel die Natur als Beispiel für ein gelingendes Leben versteht:

E: Also muss (Pflicht) die Natur bewahrt werden


Nicole Schmidt schrieb in ihrer Zusammenfassung einen naturalistischen Fehlschluss (nach David Hume) (vereinfacht):

A: Die Natur ist schön
C: Also sollte sie bewahrt werden

Die Autorin begeht hier einen naturalistischer Fehlschluss, da aus einem „sein“ kein „sollen“ geschlossen werden kann.

Warum nicht?
Weil das bedeuten würde, dass wir, wenn wir einen Gegenstand sehen, sofort wüssten was damit gemacht wird, also apriori. (Das „ist“ ein Kochlöffel, also soll man damit rühren; kleine Kinder jedoch benutzen ihn zunächst zum Schlagen, um damit Geräusche zu machen.)

Um diesen Fehlschluss zu vermeiden, müsste man zwischen Prämisse A und Konklusion C ein B hinzufügen:

A: Die Natur ist schön (Wertung? Gibt es ein Urbild?)
B: Alles Schöne soll bewahrt werden.
C: Also sollte die Natur bewahrt werden.

Dieser Schluss ist rein logisch richtig: kein Naturalistischer Fehlschluss mehr, da durch B ein „soll“ als Prämisse hinzugekommen ist, wodurch ein weiteres in der Konklusion auftreten darf. Außerdem ist „schön“ subjektiv; in Humes Fehlschluss handelt es sich bei dem „ist“ jedoch um eine Tatsachenaussage, welche Grundlage seines Fehlschlusses ist.
Es bleibt eine offen gelassene Frage: Steckt im „Schön“ nicht auch gleich die Aussage von B? Wer

Quellen:
  • Seel, Martin, Eine Ästhetik der Natur, Frankfurt a.M. 1996.
  • Rezension von Nicole Schmidt unter: [Link]

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Formales:

Autor: Sonja Vogelsang
Kurs: Q3/4 pl1
Datum: 31.08.2010
Thema: Martin Seel - Eine Ästhetik der Natur!

Sonntag, 5. September 2010

Q 1/2: „Sein oder Nicht-Sein“ – das ist hier die Frage

Logik kann nicht ohne Gesetzmäßigkeiten funktionieren, weshalb zum Verständnis und richtigem Gebrauch bestimmte Begriffe geklärt werden müssen.

Tertium-non-datur bedeutet, dass eine Aussage im logischen Sinne immer nur wahr oder falsch sein kann, eine dritte Möglichkeit ist ausgeschlossen.
Zeichen für die Formalisierung von Aussagen: ˄ = und; ˅ = oder ; ┐= nicht ; → = wenn.., dann...

Der Modus Ponens schließt von der Gültigkeit einer (hypothetischen) Aussage auf die Gültigkeit einer anderen Aussage. Ist die Bedingungsaussage erfüllt, gilt das auch für den Nachsatz. Das kann durch eine „p, q“-Formel bzw. einer „wenn, dann“-Struktur ausgedrückt werden.

Formel: [(p → q) ˄ p] → q (Sprich: Wenn p, dann q, also q.)
Beispiel:
(p) Wenn ich lebe, (q) dann atme ich.
(p) Ich lebe, (q) also atme ich.

Allerdings lässt sich nicht von q auf p schließen, auch wenn es inhaltlich zufällig korrekt ist.

Formel: [(q → p) ˄ p] → p (FALSCH !) (Sprich: Wenn q, dann p, deshalb p)
Beispiel:
(p) Wenn heute Montag ist, (q) dann muss ich zur Schule.
(q) Ich muss zur Schule, (p) also ist es Montag.

Beim Modus Tollens benutzt man den Widerspruch als Beweis und schließt von der Verneinung des Nachsatzes (q) auf die Verneinung der Aussage (p).

Formel: [(p → q) ˄ ┐ q ] → ┐p (Sprich: Wenn p, dann q und wenn nicht q, dann nicht p)
Beispiel:
(p) Wenn ich philosophiere, (q) dann denke ich nach.
(q) Ich denke nicht nach, (p) also philosophiere ich nicht.

Der Satz vom ausgeschlossenen Widerspruch besagt, dass zwei sich widersprechende Aussagen (Gegensätze) nicht gleichzeitig zutreffen können.
Beispiel:
(p) Wenn heute Montag ist, (p) ist heute nicht Montag. (FALSCH!)

Der naturalistische Fehlschluss ist ein logisches Gesetz von David Hume (1711-1776) und George Edward Moore, nach dem aus einer empirischen Aussage (auf Beobachtung beruhende Beschreibung eines Sein-Zustands) keine normative Aussage (Sollensaussage) abgeleitet werden kann.

Beispiel:
(Empirische Aussage): Das kann doch jeder.
(Normative Aussage): Also sollte ich das auch können.

Durch eine weitere normative Aussage kann der Fehler behoben werden:

(Empirische Aussage): Das kann doch jeder.
(Normative Aussage): Also sollte ich das auch können.
(2. normative Aussage): Weil jeder das gelernt haben sollte.

Ein Syllogismus (geht auf Aristoteles zurück) stellt ein formal-logisches Schlussschema dar, innerhalb dessen jeweils Konklusion (Schlusssatz) logisch zwingend aus zwei Prämissen folgt. Dabei ist es wichtig, dass die beiden Prämissen und die Konklusion durch einen sogenannten Mittelausdruck verbunden sind.

Beispiel:
1. Prämisse: Alle Menschen müssen schlafen.
2. Prämisse: Alle Schüler sind Menschen.
Konklusion: Alle Schüler müssen schlafen.
Menschen = Mittelausdruck

Fachtermini
Argumentation: Übergang von bestimmten Prämissen zu einer Konklusion
Beweis: Folge von Konklusionen aufgrund bewiesener Prämissen
Aussage: Satz, der wahr oder falsch ist
Begriff: Semantische Einheit bzw. kleinste Einheit des Denkens im Gegensatz zu Schluss/Urteil/Wort/Name

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Formales:
Blogbeitrag von: Charlotte Dase
Kurs: 11 pl1 g4N
Datum: 30.08.10 und 01.09.10
Thema: Schlüsse und Gesetzmäßigkeiten der Logik