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Donnerstag, 22. Dezember 2011

Der Mensch - ein Faultier? Parodien auf Arbeit und Faulheit

(1) Alle meine Arbeiter

Alle meine Arbeiter
denkt ihr wärt die Kings
denkt ihr wärt die Kings
doch ihr seid nur Rädchen
fragt sich ob ihr's bringt.

Alle meine Sklaven
Arbeit braucht kein Sinn
Arbeit braucht kein Sinn
immer nur Routine
und das ohne Gewinn

Alle meine Faultiere
arbeiten sich dumm
arbeiten sich dumm
sind zu faul zum Chillen
und kommen dabei um.

Wir, die goldene Mitte
Arbeiten genug
Arbeiten genug
Haben auch Zeit zum Chillen
deshalb sind wir klug.

von Tobias P., Franziska W., Naora B., Wiebke E., Jessica C. und Marina H.


(2) Lieder der Arbeit

Arbeit, Arbeit über alles
über alles auf der Welt
Arbeit ist ein Teil von Menschen
der an seine Vorstellung hält
Von der Elbe bis zur Isa regiert der Arbeiter wie's ihm gefällt
Arbeit Arbeit über alles,
über alles auf der Welt.

Arbeitslohn, Besoldung, Beförderung und Wergegang
soll bleiben der Arbeiter höchster Rang
und zeigen, dass der Mensch es kann
Arbeit gehört ihm alleine an
und begleite ihm ein Leben lang
Einigkeit & Recht & Freiheit für das deutsche Arbeitsland
danach lassst uns alle streben
in Konkurrenz dern Hammer in der Hand
Einigkeikt und Recht und Freiheit
sind dem Marx Unterpfand.

von Juri G., Max R., Julian K., nm, Niclas D. , Tim D., Ben H.


(3) Hartzi (Grundlage: Junge von den Ärzten)

Hartzi,.. warum hast du nichts gelernt?
Guck dir den Gymmie an
Der hat sogar n Abschluss
Warum wie Onkel Werner nen Ein-Euro-Job?
Da verdienst du gut,
zumidest mehr als du jetzt kriegst.

Hartzi,.. Und wie du wieder rumsitzt
nur Luft in deinen Flaschen
und ständig dieser Mief.
(Deo kennst du auch nicht! )
Und dann noch deine Wohnung
so geht das echt nicht weiter
kannst du nicht mal aufräumen?
(Das lässt sich nicght ertragen!)
Du bist nur noch zu hause
Das Amt weiß nicht mehr weiter

Hartzi brich dem Staat doch nicht das Herz
Es ist noch nicht zu spät
in die Steuerkasse einzuzahlen
anstatt sich nur zu bedienen.
Du hast dich doch früher schon für Burger interessiert
Wäre das nichts für dich?
Ein Job bei Mc Donalds.

Hartzi,.. Und wie du wieder rumsitzt
nur Luft in deinen Flaschen
und ständig dieser Mief.
(Deo kennst du auch nicht! )
Und dann noch deine Wohnung
so geht das echt nicht weiter
kannst du nicht mal aufräumen?
(Das lässt sich nicght ertragen!)
Du bist nur noch zu hause
Das Amt weiß nicht mehr weiter.

Du warst ein ganz normales Kind!
Du warst ein ganz normales Kind!
Jetzt bist du FAUL!!!

von Alexander Klenke und Marvin Kütz


(4) Geboren um zu Arbeiten (Grundlage: Geboren um zu leben von Unheilig)

Es fällt mir schwer ohne Arbeit zu leben ,
jeden Tag und zu jeder Zeit alles zu geben.
Ich denk so oft zurück an die Arbeitszeit,
an jeden so geliebten Tag im Arbeitskleid.
Ich stell mir vor wieder auf der Arbeit zu stehen und
meinen Aufgaben wieder nachzugehen.
Ich denk an so vieles, seitdem sie nicht mehr ist,
denn sie hat mir gezeigt, wie wertvoll das Leben ist.

Wir waren geboren um zu Arbeiten, mit der Technik dieser Zeit,
sich niemals frei zu machen, bis in alle Ewigkeit.
Wir waren geboren um zu leben,
für den eienen Augenblick, weil jeder von uns spürte,
wie scheiße Faulheit ist.

Es tut so weh, faul im Bett zu liegen,
mit dem Gefühl keine Überstunden zu schieben.
In diesem Augenblick bist du mir wieder nah,
wie an jedem so geliebten vergangenen Tag.
Es ist mein Wunsch wieder meinem Traum zu leben,
ohne Faulheit der Zukunft wieder einen Sinn zu geben.
Ich sehe keinen Sinn, seitdem sie nicht mehr ist,
denn sie hat mir gezeigt, wie wertvoll das Leben ist.

Wiederholung des Reifrains

von Sabrina R., Randy L., Sascha P., Julia K.

Dienstag, 22. November 2011

Susan Sontag: Fotos sind Beweismaterial

Der zweite Textabschnitt von Susan Sonntags „In Platos Höhle“ behandelt die Rolle der Fotographie in der Gesellschaft. Nach Susan Sonntag dient die Fotographie in der Gesellschaft als Mittel zur Beglaubigung von einer Erfahrung die man gemacht hat bzw. habe. Denn dort stellt sich das Problem ob man noch wirklich von einer Erfahrung, z.B. von einem Urlaub, sprechen kann, sollte das Bild bearbeitet worden sein und sei es bloß um die Farbkontraste zu verstärken. Dies wiederum macht jedoch nach Friedrich Schiller etwas erst wirklich schönes aus.
Doch wie kommt es überhaupt dazu, dass Fotos im Urlaub gemacht werden?
Nach Susan Sonntag dient die Kamera im Urlaub dazu sich die ungewohnte oder gar
beängstigende Umwelt sich zu Eigen zu machen. Fotos dienen als imaginärer Besitz von dem photographierten Objekt, um der Außenwelt, also z.B. Freunden, die Erfahrung zu vermitteln. Fotos erhalten somit eine gesellschaftliche Rolle durch den Tourismus. Aber auch eine soziale Funktion des „teilhaben lassen“. Vor allem in der Familie, z.B. um Verwandte die Familie zu zeigen oder um sich anzusehen wie man als Kind ausgesehen hat. Fotos haben dadurch einen so hohen gesellschaftlichen Wert, dass man als schlechte Eltern gilt, wenn man keine Fotos von den Kindern besitzt, da man sie scheinbar nicht liebt, sonst hätte man ja Fotos von ihnen.
So werden bei allen möglichen familiären Anlässe Fotos gemacht, doch können diese nicht nur eine Porträtchronik schaffen, sondern auch diese schönen Momente zerstören.
Es stehen also die Funktionen der Fotographie im Tourismus den Funktionen in der Familie gegenüber. Der Stolz auf die Urlaubsfotos und die Intimität von Familienbildern. Oder die Unsicherheit im Ausland und die Vertrautheit zu Hause. Doch eine Sache vermitteln beide Funktionen, nämlich das Gefühl einer heilen Welt.
Doch welches Ereignis ist es, welches sich zu photographieren lohnt und was ist überhaupt ein Ereignis? Ein Ereignis ist etwas Sehenswertes wie z.B. ein schöner Ausblick oder der Austausch der Ringe bei einer Hochzeit und dies sehenswerte wird dann auch Fotographierenswert. Dieses Ereignis löst eine Assoziation im Inneren aus, etwas was man mit dem Foto oder solch einem Ereignis verbindet.
So kommt es, dass das photographierte Ereignis oftmals etwas allgemein als schön
empfundenes Ereignis darstellt. Denn nach Friedrich Nietzsche wird man durch Leid und Schwäche an die Degeneressenz und Vergänglichkeit des Menschen erinnert und dies versucht der Mensch aufgrund seiner Gattungseitelkeit zu vermeiden. Fotos von Leid werden zu einem Tabu.

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Blogbeitrag von: Sebastian Klautke
Kurs: 12 pl1 g4N
Datum: 16.11.2011
Thema: Fotographie
Susan Sonntag: In Platos Höhle

Dienstag, 6. September 2011

Montag, 18. Juli 2011

"Philosophia ante Porta"

Ich hätte gleich stutzig werden müssen: Möbel-Mike wirkte wie ein Herrscher ohne Volk. - Vor ein paar Wochen hatte ich mich entschieden, an einer sonntäglichen Neueröffnung eines hiesigen Möbelhauses teilzunehmen und in den neu angelegten portanischen Säulengängen zu wandeln - und viele tausend Menschen waren offenbar ebenfalls so philosophisch veranlagt.

Nach reiflicher Auseinandersetzung mit einem Tisch (der als erkenntnistheoretisches Objekt ja bereits über eine lange philosophische Tradition verfügt) fiel die Entscheidung für Selbigen (nebst vier Stühlen und einer Holzbank). Nach Auskunft von Mike – meinem sonntäglichen Tischverkäufer - sollte es möglich sein, das Zeug – wie Heidegger sagen würde - in meinem Kombi verstauen und transportieren zu können (lat. portare – tragen, bringen, transportieren).

Frohlockend auf künftige Zeitungslesaktionen an meinen neuen großen Holztisch 160x90cm fuhr ich nach postkartenmäßig erfolgter Benachrichtigung zur Möbelabholung hin zur Warenausgabe. Als nach einem kurzem Moment der Ungewissheit der Herr an der Warenausgabe, der ein bisschen so wirkte wie der Leiter eines Programmtheaters, nur ohne Germanistikstudium, mir in einem großen Rollcontainer die vollverpackten Möbel (ich erinnere: Holztisch, vier Stühle und eine Holzbank) vor die Füße fuhr, staunte ich nicht schlecht: Wie konnte man Möbel vollverpackt so vergrößern, dass sie nicht in (m)einen Kombi passten? Es schien die möbelianische Götzendämmerung gekommen: „Das Möbel ist tot, die Verpackung lebt!“ Da stand ich nun zwischen meinem Kombi und DER kritischen Masse. Ich fühlte mich plötzlich fremd in dieser Welt. Umstehende weitere Möbelabholer fingen an, über mich und meine Masse zu witzeln. Ein gefühlter asymmetrischer Krieg an der Abholfront.

Aber der Möbelgott hatte ein Einsehen und schickte mir einen Verbündeten: Einem Opel-Corsa-Fahrer erging es ähnlich. Der hatte zwar planend vorausgedacht (zwei Sofas passen in einen Corsa nicht rein) und fuhr mit einem Anhänger vor. Aber auch hier hatte die Möbelvollverpackungsindustrie kein Einsehen: Auf besagtem Anhänger ließen sich zwei Sofas einfach nicht verstauen. Vielleicht ließ sich „Porta“ ja auch als neoparadigmatischer Imperativ verstehen: Werden Sie kreativ und erleben Ihre Möbel ganz neu!

Den witzelnden Mob stellte der Möbelgott allerdings vor eine umgekehrte Herausforderung: Eine ältliche Dame war nach dem Corsa-Fahrer an der Reihe. Sie irrte zunächst vor dem Tore (lat. porta – Tür, Pforte) der Warenausgabe herum. Ich wies sie an, in den Nebenraum zu gehen, dort musste man nämlich den Abholschein vorzeigen, um danach die kritische Masse in Empfang zu nehmen. Der witzelnder Mob – zwei exponierte Mitbringsel bzw. Packesel der ältlichen Dame – blieb zunächst draußen vor der Tür. Beide Packesel waren an den Vorderpfoten tätowiert mit Kippe im Mundwinkel bestückt. Pervers – fast wie Chicago Killer! Die beiden "Models" hatten sich wohl schon häufiger als Möbelabholexperten ausgezeichnet, die Frau beraten und davon überzeugen können, dass man bei der Möbelabholung immer über ausreichenden Transportraum verfügen sollte. Schlau! Von Panik gepackt hatte die Dame einen 7,5 Tonner gechartert. Doch leider erwies sich die Volumenschätzung der beiden Profischwätzer als ebenso deftig daneben wie die politischen Einschätzungen des zeitgenössischen Sophisten Richard D. Precht während entsprechender Fernsehrunden. Die Dame hätte die mangelhafte Schätzkompetenz bereits an der Wahl ihrer Kleidergröße erkennen können. Der Muckibude erfolgreich entronnen, dem Hefeweizen huldigend, meinten die Alltagspraktiker offenbar, dass ein T-Shirt mit der Größe S noch machbar wäre. Vergeblich: Der Zuschauer sah nicht nur die Brustwarzen sondern auch diverse Rettungsgerätschaften der beiden Sumo-Ringer. Nachdem der verhinderte Germanistikstudent das bestellte Möbelstück der Dame und ihren Begleitern ausgehändigt hatte, stellte man nach kurzer Evaluation fest: Für ein Badschränkchen mit der von mir geschätzten kritischen Masse 100x100x30 cm ist ein 7,5 Tonner definitv zu groß. Ich hätte den plötzlich in Begriffsstutzigkeit Erstarrten gerne noch ein Zitat von Epiktet über Schafe hochnäsig entgegen geschleudert, verkniff mir dies jedoch in der Einsicht, dass dies weit über die portanische Gesprächskultur hinausgehen würde. Allerdings erklärte ich ihnen mit ernstem Gesicht gefühlt den Krieg und rief still in mich hinein: Ich lasse mich nicht infantilisieren!
Was ich sagen noch wollte: Ich habe mein Zeugs dann doch im Kombi verstaut, auch wenn ich schließlich mit meinen Brustwarzen lenken musste, so sehr war der Fahrersitz nach vorn geschoben. Sobald ich das Gerät aufgebaut hatte, widmete ich mich seiner journalistischen Entjungferung: Mit einer Frankfurter Rundschau …




Dienstag, 7. September 2010

Q 3/4: Nietzsche und die Schönheitschirugie ODER Braucht Ästhetik eine Ethik?




Beitrag folgt ...


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Formales:
Blogbeitrag von: Lorn Messner
Kurs: Q3/4 pl1
Datum: 30.08.2010
Thema: Nietzsche und die Schönheitschirugie (Ästhetik und Ethik)

Freitag, 27. August 2010

Q 3/4: Nietzsche: Der Mensch allein hat die Welt mit 'einer sehr menschlich-allzumenschlichen' Schönheit beschenkt!

Der deutsche Philosoph und Begründer der Vostellung vom „Übermenschen“ (besser: 'der neue Mensch') Friedrich Nietzsche hat sich wie zahlreiche andere Philosophen mit der Frage „Was ist schön?“, auseinandergesetzt.
F. Nietzsche suchte die Antwort auf diese Frage jedoch nicht im Gegenstand der Wahrnehmung, sondern bei dem Menschen selbst, dem Schönheit empfinden Subjekt. Nach Nietzsche ist das Schöne nichts anderes als die Spiegelung menschlicher Lebenskraft, die durch sein Gefühl der Macht, sein Wille zur Macht, sein Mut und sein Stolz geprägt sei. Diese Eigenschaften fallen mit dem Hässlichen und steigen mit dem Schönen.

Doch was ist nun „schön“ und „hässlich“? Für den Menschen ist „das Schöne an sich“ nicht einmal ein Begriff, sondern nur ein Wort. Erst durch den Menschen selbst gewinne es an Bedeutung. Er selbst ist deren Maß der Vollkommenheit, deren unterster Instinkt der Selbsterhaltungstrieb ist, und besitzt die Fähigkeit sich in allen Dingen zu spiegeln. All das, was ihm sein Bild zurückwirft, halte er (der Mensch) für schön. [Diese Spiegelung bildet für Nietzsche die Grundlage der aisthesis als Wahrnehmung und darauf basierend auch die Ästhetik als „Die Lehre vom Schönen“. Die Dinge, die diese Reflexion am meisten leisten, gelten dem Menschen als schön.] Demnach bezeichnet Nietzsche das Urteil „schön“ als eine „Gattungs-Eitelkeit“. Er achte also sehr stark auf sich selbst und erscheint uns ein wenig selbstverliebt. Mit der Frage: „Ist wirklich damit die Welt verschönt, dass gerade der Mensch sie für schön hält?“, stellt Nietzsche die Aufforderung an den Menschen auf, sich selbst und von allen Konventionen zu befreien. Er gibt nämlich das Modell des Schönen ab!

Für Nietzsche ruht die Ästhetik auf einer Naivität, die zwei Wahrheiten umschließt. Die erste besagt: „Nichts ist schön, nur der Mensch ist schön.“ Die zweite besagt: „Nichts ist hässlicher als der entartende Mensch.“ Als entartenden Menschen bezeichnet er den Menschen, der die Symptome der „Degenereszenz“ aufweist, das Urteil „hässlich“. Somit kommen wir zu der obigen Frage: „Was ist hässlich?“. Alles was den Menschen schwächt, bezeichnet Nietzsche als „hässlich“. Dies sei für ihn zum Beispiel die Erinnerung an Verfall, Gefahr, Ohnmacht und jedes Anzeichen von Erschöpfung, von Schwere, von Alter, von Müdigkeit, jede Art von Unfreiheit, als Krampf und als Lähmung. Diese Symptome wecken in uns den Hass. Und das, was der Mensch hasse, ist „der Niedergang seines Typus“! Ein Hass, der mit Schauder, Vorsicht, Tiefe und Fernblick gefüllt ist. „Der tiefste Hass“, den es nach Nietzsche gibt.

Anmerkung Hr. Heim: Aus der Frage, was das Schöne ist, ergibt sich auch unmittelbar die Frage, wie man mit dem Schönen umgeht. Soll man alte Menschen, behinderte Menschen, hässliche Menschen, alles andere Hässliche zerstören oder verhüllen? Die Ästhetik stellt also aich die Frage nach der Ethik!

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Formales:
Blogbeitrag von: Theo Nikolaidis
Kurs: Q3/4 pl1
Datum: 24.08.2010
Thema: Nietzsche - Schönheit ist die Spiegelung menschlicher Lebenskraft

Dienstag, 17. November 2009

Freestyle-Nietzsche und die Satzanfänge und

... und etwas längerer Blogbeitrag, der sich lohnt zu lesen:

Mit dem Philosophieren kann man methodisch unterschiedlich beginnen, eine Möglichkeit in die Gedankenwelt eines Philosophen oder eines Thema einzusteigen, bietet die der zu vervollständigenden Satzanfänge. Man nehme einen fremden Text, behalte die Anfänge der Sätze, streiche den Rest raus und schreibe einfach die Satzanfänge weiter ...

So geschehen mit einigen Satzanfängen von Friedrich Nietzsche zum Thema "Sprache und Kritik am metaphysischen Wahrheitsbegriff" Hier die Satzanfänge:

  • „Wir glauben etwas von den Dingen selbst zu wissen, wenn wir von Bäumen, Farben, Schnee und Blumen reden, und besitzen doch ...
  • „Was ist also Wahrheit? Ein bewegliches Heer ...
  • "Was den Menschen vom Tier unterscheidet, ist die Fähigkeit, „Meta...
  • „Die 'Vernunft' in der Sprache: o was für eine betrügerische ...
  • „... andererseits ist sie [die Metaphysik] Kunst, nämlich ...

Hier eine wundervolle Lösung bzw. intensive Vorschläge von ...

  • Wir glauben etwas von den dingen selbst zu wissen, wenn wir von Bäumen, Farben, Schnee und Blumen reden, und besitzen doch nur die Erinnerung an zauberhafte, grausige, hoffnungsvolle unkaputtbare Momente, Sekunden, Stunden, vorübereilend an unserem inneren Auge, durch welches wir den Zugang zur wirklichen Wirklichkeit sehen zu glauben.
  • Was ist also Wahrheit? Ein bewegliches Heer zügelloser, wilder, entschlossener Eindrücke und Impressionen. Der Gedanke, das Stück, das Teil, fügt sich zusammen mit tausenden und abertausenden zum großen ganzen, der überquellenden, von Augenblick zu Augenblick neu formierten Masse wahrer Gedanken.
  • Was den Menschen vom Tier unterscheidet ist die Fähigkeit, metamystisch die Welt zu leben. Sich selbst als das selbstverständlich Schönste, Übernatürliche zu sehen, sich zu befreien von Trieben und zu beginnen die Ästhetik zu lieben, wir betrachten dies als Fähigkeit
  • Die "Vernunft" in der Sprache: o was für eine betrügerische Farce. Ihr, die ihr von Vernunft sprecht, aber aus eurem gesellschaftlichen Rastern und Normen entbrechend euch schneller wieder in den Höhlen und hinter Getier, Menschen hinterherjagend findet, als es eurer gedanklicher Wagemut erlaubt.
  • ...andererseits ist sie, die Metaphysik, Kunst, nämlich falsch.

Und hier die ursprüngliche Nietzsche-Version:
  • „Wir glauben etwas von den Dingen selbst zu wissen, wenn wir von Bäumen, Farben, Schnee und Blumen reden, und besitzen doch nichts als Metaphern der Dinge, die den ursprünglichen Wesenheiten ganz und gar nicht entsprechen.”
  • „Was ist also Wahrheit? Ein bewegliches Heer von Metaphern, Metonymien1, Anthropomorphismen2, kurz eine Summe von menschlichen Relationen, die, poetisch und rhetorisch gesteigert, übertragen, geschmückt wurden und die nach langem Gebrauch einem Volke fest, kanonisch und verbindlich dünken: die Wahrheiten sind Illusionen, von denen man vergessen hat, daß sie welche sind, Metaphern, die abgenutzt und sinnlich kraftlos geworden sind, Münzen, die ihr Bild verloren haben und nun als Metall, nicht mehr als Münzen, in Betracht kommen.”
  • Was den Menschen vom Tier unterscheidet, ist die Fähigkeit, „Metaphern zu einem Schema zu verflüchtigen, also ein Bild in einen Begriff aufzulösen.... Innerhalb dieses Würfelspiels der Begriffe heißt aber 'Wahrheit' jeden Würfel so zu gebrauchen, wie er bezeichnet ist, genau seine Augen zu zählen, richtige Rubriken zu bilden und nie gegen die Kastenordnung und gegen die Reihenfolge der Rangklassen zu verstoßen.”
  • „Die 'Vernunft' in der Sprache: o was für eine betrügerische Weibsperson! Ich fürchte, wir werden Gott nicht los, weil wir noch an die Grammatik glauben ….“
  • „... andererseits ist sie [die Metaphysik] Kunst, nämlich die Begriffsdichtung, ...“

aus: Nietzsche, Friedrich, Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister, 1878.