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Montag, 2. Juni 2014

Aufgabe einer Metaphysik der Sitten


Definition Metaphysik
 



- Frage nach dem Sein des Seienden (Ontologie z.B. Heidegger)
- Frage nach den letzten Wahrheit
- Idee des Absoluten des Ewigen
- erste Philosophie

Aufgabe einer Metaphysik:
- reine Moralphilosophie bearbeiten, d.h. nicht empirisch und nicht vom Menschen selbst abgeleitet (erste Kritik am Utilitarismus ausgehend von menschl. Bedürfnissen)
- geht von einer "äußersten Notwendigkeit" aus
- bezieht sich hier auf die allgemeine Idee der Pflicht und der sittlichen Gesetze als eine erste Begründung("leuchtet von selbst ein")
- Pflicht als ein Prinzip des Müssens (Zwang, Verbindlichkeit) - aber nicht aus einem äußeren Zwang heraus (pflichtgemäß) sondern um seiner selbst willen und aus Einsicht, d.h.
- es geht auch um die Frage: Was ist gut?
Ansatz "Gesetz" - gilt für alle, Zwang ist größer als eine Regel, trägt die Idee des Allgemeinen in sich
- moralische Gesetze müssen a priori sein (wobei andere Regeln können durchaus nützlich sein: praktische Regeln) und gegründet sein in Begriffen der reinen Vernunft

Der Gebrauch der Vernunft bei Kant

Vernunft bei Kant

Mittwoch, 4. September 2013

Zeitschriftenschau: Arschlöcher, Freunde und Zombies

Freundschaft, Arschlöcher und Zombies ... das sind die zentralen Themen der neuen Ausgabe von "Hohe Luft" [Link], einem philosophischen Magazin auf den Höhen und Tiefen der Zeit. 
Die Autorin Christina Geyer stellt sich aus philosophischer Perspektive die Frage nach dem Arschlochprinzip. Doch was hat ein vermeintliches Arschloch mit Philosophie zu tun?
Allein schon der Versuch, die alltagsweltliche Begriffsverwendung zu klären und zu analysieren, ist ein Sich-Tief-in-den-Alltag-und-in-die-Sprache bohren. Und diesseits mit philosophischen Würden zu bekleckern. (Man muss ja jeden Bildungsversuch als positiv bewerten ...)
Geyer illustriert ihre Ausführungen natürlich mit Beispielen. So habe es Heidi Klum auf dem Blog "Arschlöcher überall Arschlöcher" [Link]  immerhin zum Arschloch des Tages gebracht und bekannte Italiener Silvio Berlusconi sei in dieser Kategorie ebenfalls zu beachten. Der imaginäre Versicherungsabteilungsleiter von Pro7 - Stromberg - habe zudem das Potential ein Oberarschloch zu sein. ... Die Philosophin Geyer führt aber nicht nur Beispiele an, sondern geht dem Arschloch-Prinzip auf den Grund, zieht sogar Kant heran. Demnach sei das Handeln als Arschloch als eine von Kant (für moralisches Handeln) Neigung zu bewerten und damit eben moralisch verwerflich. Wer mehr über das Arschloch-Prinzip erfahren möchte, dem ist die aktuelle Ausgabe von Hohe Luft ans Herz zu legen. Wer Robert Musil [Link] und seinem Möglichkeits- und Wirklichkeitssinn aktuelle Relevanz geben möchte, der findet in dem Interview mit dem australischen Philosophen David Chalmers über Zombies ebenfalls eine lohnenswerte Lektüre. David Chalmers ist übrigens Frontmann der Heavy-Metal-Band "Zombies" [Link Youtube]. Ein Aufsatz von W. Lenzen über Zombies, Zimbos und das Bewusstsein findet sich hier: [klick] Muckrakers wünschen viel Spaß beim Lesen .... 
Ach ja: Titelthema ist übrigens "Demokratie" ...

Donnerstag, 28. Februar 2013

Wir sind wieder da! Parodien auf Gott und Religion ...

Nach längerer Abstinenz und Phasen des 'stillen Denkens'' sind wir wieder da! Wir haben uns in den letzten Wochen intensiv mit Religion, Religionskritik und Gottesbildern und Gottesbeweisen befasst und haben in unseren aktuellen Beiträgen versucht, unsere Erkenntnisse in kurzweilige und nachdenkliche Parodien zu gießen. Hier sind sie:

Zuerst Patrick Hoffmann mit einer abgewandelten Version von "ABC - die Katze lief im Schnee":

A B C, der Leibniz lief im Schnee,
und als er wieder raus kam, hat er 'ne Idee:
Wenn Gott ja so allmächtig ist,
warum passiert dann so viel Mist?
A B C, er schuf die Theodizee.

A B C, Gottesbeweiseee
ob ontologische, kosmologische oder teleologische -
Kant sagt zu allen: „Neee!“
Aquin und Descartes finden das gemein
und fangen auch als Geister dick an zu wein'.
A B C, Religionskritik tut weh!

Herr Heim wollte analog zu Tim Bendzo ("die Welt retten") nur noch schnell mal "Gott retten":

Ich wär so gern dabei gewesen
Doch hab ich viel zu viel Kant gelesen.
Lass uns später weiter beten
Da draußen brauchen sie mich jetzt.
Die Logik wird doch überschätzt,
unser Leben hängt davon nicht ab.
Ich weiß, es ist dir ernst.
Du kannst mich hier grad nicht entbehren
Nur keine Angst, ich bleib nicht lange weg.

Muss nur noch kurz Gott retten, danach flieg ich zu dir.
Noch kurz 148 Beweise machen, wer weiß, was mir dann noch passiert,
denn es passiert soviel.

Muss nur noch kurz Gott retten, danach bin ich wieder bei dir.
Die Zeit läuft mir davon, es wäre eine Schande für den Thomas.
Ich muss jetzt los, sonst gibt es die große Katastrophe,
merkst du nicht, dass er in Not ist.
Er ruft mich, ich höre ihn, es gibt ihn.
Ich muss ihn noch kurz retten.
Ins Unendliche zu ihm jetten.
Ich muss ihn echt jetzt retten,
der Beweis ist erbracht,
die Übel dieser Welt sind zu viel für ihn.
Er checkt sie nicht mehr,
hat Burn-Out und
Martin hat’s gesagt: Gott ist voll beladen.
Ludwig spielt mit ihm nicht mehr.
Muss ihn kurz noch retten, dann bin ich wieder bei Dir.
Wieder diesen Kant verlesen, die Vernunft anbeten.
Dabei wollt ich nur noch Gott kurz retten, aber nur den Netten – Wetten?

weitere werden folgen ... Euer Muckrakers-Team

Freitag, 1. Juni 2012

jetzt erschienen: Briefe an Immanuel Kant - unveröffentlicht


Hallo Herr Kant (oder besser Hallo Immanuel?),

derzeit nehme ich an einem Oberstufen-Philosophie-Kurs teil, in dessen Zusammenhang ich etwas über die Grundlegung zur Metaphysik der Sitten lerne. Meiner Meinung nach ein unverzichtbares Buch, wenn man seinen Horizont, auf dem Hintergrund der Frage „Wie handle ich moralisch korrekt?“, erweitern möchte !
Bereits aus den ersten Seiten (oder besser aus den ersten Sätzen) erschließt sich das Bild über den guten Willen und der Vernunft, immer mit dem Ziel, eine reine Moralphilosophie zu schaffen.Der gute Wille, der als „Juwel“, wie Sie sagen, in jedem Menschen vorhanden ist und durch das menschliche Handeln zum Vorschein kommen soll. Aber nur, wenn der Wille zum guten Handeln vorhanden ist, dann ist der gute Wille ebenfalls gut !
Ebenfalls spannend und daraus resultierend, die Erwähnung der Pflicht zu einer Handlung.
Aber wieso sollte sie die Wiederholung aus dem von ihnen Verfassten interessieren ? Meine persönliche Einschätzung ist vielleicht viel interessanter für Sie. Die Abwendung des Utilitarismus finde ich in der Hinsicht nachvollziehbar, dass nicht der Zweck oder die Konsequenzen, die eine Handlung bringt, entscheidend für eine gute oder schlechte Handlung sind, sondern vielmehr der Wille des Individuums, diese eine bestimmte moralische Handlung zu tätigen. Fraglich finde ich die Argumentation, dass eine moralische Handlung niemals gut sein kann, wenn sie aus den menschlichen Trieben geschehen ist. Sie sagen dazu, dass die Triebe durch das Prinzip des Wollens entzogen wurden. Ich würde dazu sagen, dass ein Wollen, eine Handlung zu tätigen, schon ein Trieb sein kann. Denn wenn ich unbedingt ein menschliches Leben retten will, dann treibt es mich bereits dazu, genau dies zu tun, bzw. zu versuchen, es zu schaffen. Dann würde ich hinterher auch niemals abstreiten, dass die Handlung, das Retten des Menschenlebens, unmoralisch war.
Scheinbar ist das Thema der Moralphilosophie und des richtigen Handelns zu komplex, um sich einem einzigen Weg anzuschließen. Gut für den Menschen aber auch für die Gesellschaft wäre es, wenn sich jedes Individuum so verhält, dass es aus einer Kombination von verschiedenen moralphilosophischen Ansichten handelt. Eine denkbar unrealistische Angelegenheit, denn es gibt in jeder Gesellschaft nun mal verschiedene Wertvorstellungen.
 
Mit freundlichen Grüßen, Lea Gottschalk

Sehr geehrter Herr Kant,
ich habe mich aufgrund unseres Philosophieunterrichts ein wenig mit ihren Theorien und Werken auseinandergesetzt.
Und dabei schoss mir die Frage durch den Kopf, wie Sie darauf kommen so etwas zuschreiben! Ohne Sie beleidigen zu wollen, aber schon Ihre Grundsatzannahme ist in meinen Augen falsch! Sie sind der Meinung jeder Mensch habe die gleiche Vernunft, es könne sie allerdings nicht jeder auf die gleich Weise anwenden. Wie kommen Sie darauf?! Selbstverständlich, wir Menschen haben alle ein Gehirn und wir können alle denken, jedoch denken wir alle unterschiedlich, haben unterschiedlich Fähigkeiten und kommen zu unterschiedlichen Schlüssen. Dies liegt ohne Zweifel daran, dass jeder Mensch anders erzogen wird und andere Erfahrungen sammelt. Diese Erfahrungen lassen Sie in ihren Theorien jedoch völlig außer Acht.
Sie wollen, dass ein Mensch REIN mit der Vernunft entscheidet und vollkommen OHNE Gefühle und Erfahrungen. Diese Vorstellung ist unrealistisch! Jeder Mensch entscheidet mit Gefühlen und Erfahrungen, ja sogar Sie! Wie soll ich etwas bewerten können, wenn ich nicht schon aus Erfahrungen wüsste, was eine Handlung für Folgen hat. Und selbst diese Folgen, kann ich nur mit Gefühlen bewerten. Denn durch meine Gefühle und Sinne nehme ich erst wahr, ob mir oder anderen Lebewesen diese Handlung wehgetan hat (sowohl physisch als auch psychisch). Schlussfolgernd heißt das, dass ich sowohl Gefühle als auch Erfahrungen brauche um ansatzweise einschätzen zu können, was eine Handlung auswirkt. Wenn ich dieses Wissen habe, kann ich entscheiden. Nun stellt sich jedoch die Frage: Wie soll ich entscheiden? Bin ich wichtiger? Oder die anderen Menschen, Tiere oder vielleicht auch die Umwelt? Sie würden mir darauf antworten, dass es egal ist solange ich einen guten Willen habe, denn nur dieser zählt. Nur können Sie mir auch verraten wer diesen Willen bewerten soll? Jeder Mensch selbst? Ich bin mir nicht sicher ob das so eine gute Idee ist, schließlich tut ein Mensch nur etwas wenn er mindestens für sich selbst dabei einen Vorteil sieht. Dadurch würde es dem Menschen besser gehen, also wäre dies nach Ihren Maßstäben doch ein guter Wille oder etwa nicht?! Wenn bspw. jemand meine Mutter töten würde und ich danach diesen Menschen umbringen würde, um meine Mutter zu rächen und damit ich ein besseres Gefühl habe, wäre dies gut oder? Denn ich hätte zweifellos einen guten Willen gehabt und mir würde es danach auch besser gehen. Na ja okay dem Menschen den ich umgebracht habe, seiner Familie und Freunden nicht, aber das ist unwichtig, denn ich hatte einen guten Willen! Sehen Sie nun wie unlogisch ihre Theorie ist? Man kann nicht sagen, sie hat jetzt zwar einen Menschen umgebracht, aber sie hatte einen guten Willen dabei. Wenn diese Regel gelten würde, würde es keine Verbrechen und Verbrecher mehr geben, sondern nur noch Helden, die wundervolle Taten vollbracht haben. Gut zugegeben, das war jetzt ein extremes Beispiel und es gibt selbstverständlich auch Menschen die viel Empathie besitzen und der Allgemeinheit helfen und nicht schaden wollen, aber das sind die wenigsten! Denn insgesamt sind alle Menschen doch nur darauf aus für sich selbst das Beste zu erreichen (was sie mit Erfahrungen und Gefühlen entscheiden). Zusammenfassend bin ich froh, dass sie mit dieser Theorie nie in die Politik gegangen sind und wir Gesetze haben, die entscheiden, ob der gute Wille wirklich gut war.
Ich bitte sie nun abschließend das nächste Mal besser darüber nachzudenken, bevor sie solchen Unsinn drucken.
Mit freundlich Grüßen Lara Zoske

Hier nochmals der Unterschied zwischen Verstand und Vernunft:
 

Kant und die Pflicht


Donnerstag, 12. Januar 2012

„Sehen“ als zukünftiges Motto der Erziehung

Eine Stellungnahme zur These von J. Molzahn (1928): „Nicht mehr lesen! Sehen! Wird das Motto derEerziehungsfragen sein.“

In unserer heutigen Zeit werden Fotos gegenüber Texten meist bevorzugt, was sicherlich mit dem riesigen Informationsfluss, mit dem wir täglich durch Zeitungen, Illustrierte, Internet und Fernsehen konfrontiert werden, zusammenhängt. Aber auch mit der Tatsache, dass die auf einem Foto gezeigten Ereignisse schneller erfassbar sind, als ein Text zu lesen ist. Von daher denke ich, dass Fotos auch immer mehr Teil unserer Erziehung werden, denn in vielen fotojournalistischen Bildern steckt schon eine Erziehung. Schließlich ist auch diese ein Teilbereich der Fotografie. Es gibt Fotografen, die mit ihren Fotos lediglich einen schönen Moment festhalten wollen, doch meiner Meinung nach ist auch dies schon eine Art der Erziehung, denn ein Foto vermittelt hier etwas Sehenswertes.
Ein Foto vermittelt dem Betrachter, also je nach Motiv eine bestimmte Wirkung, eine bestimmte Richtlinie. Oft ist es Kritik an einer Situation wie Unrecht, Gewalt und Krieg. In diesem Fall lautet der Appell an den Betrachter: Ändere etwas, setze dich mit der Situation auseinander! Dies bezieht sich natürlich nicht auf jedes Foto, aber ein Appell, der mit wenigen Ausnahmen jedem Foto inne wohnt ist: Schau hin! Denn Fotos wollen gesehen werden. Genau wie Molzahn anmerkt, rückt das Sehen immer weiter in den Vordergrund, zwar spielte das Sehen schon immer eine große Rolle, aber vor allem durch die Technisierung wurde diese verstärkt. Das Sehen steht also vor allen anderen Sinnen im Mittelpunkt und laut Molzahn auch zukünftig in der Erziehung.
Ich denke, dass die Erziehung auch jetzt schon ein wichtiger Teil der Fotografie ist. Beispielsweise durch ein abschreckendes Motiv wird beim Betrachter Ekel und Schrecken hervorgerufen. Dies erzieht insofern, dass man weiß, dass man sich selbst einer solchen dargestellten Situation nicht aussetzen und diese verhindern will.
Dennoch kann man nicht davon ausgehen, dass jedes Foto die vom Fotografen gewollte Aussageabsicht und Wirkung beim Betrachter erzielt. In diesem Zusammenhang ist die Philosophie der Fotografie von großer Bedeutung, denn nur durch sie ist es möglich, sich intensiv mit einem Bild auseinanderzusetzen. Wenn der Betrachter das Bild lediglich ansieht, aber nicht darüber reflektiert, ist er nach Schiller ein Wilder, der die Sinne nur zur Bedürfnisbefriedigung nutzt.
Meiner Meinung nach ist gerade der Prozess der Reflexion von größter Wichtigkeit, denn wenn wir die Fotos nicht hinterfragen, ist dies eine Art der Fremdbestimmung. Der Mensch der seine Umwelt so hinnimmt, wie sie ist, nicht darüber reflektiert oder versucht sie zu ändern ist laut Kant unmündig, da er nicht fähig ist sich eine eigene Meinung zu bilden, die auf eigenen Überlegungen aufbaut. „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.“ (Berliner Monatsschrift, Immanuel Kant).
In diesem Zusammenhang stellt sich also die Frage: Klären Fotos auf? Und an diesem Punkt ist die Philosophie der Fotografie Teil der Lösung. Nur wenn man das Foto nicht so hinnimmt, wie es ist, sondern überlegt, mit welcher Intention es gemacht worden sein könnte, welchen Eindruck es beim Betrachter hervorruft und ob es überhaupt sinnvoll ist ein solches Foto zu machen und zu zeigen, dann kann die Erziehung auf richtige Weise erfolgen. Man sollte immer die Frage nach der Wahrheit und Wirklichkeit stellen. Zeigt das Foto die Realität oder ist es manipuliert? Da dies bei vielen Bildern vergessen wird, sehe ich die Gefahr, dass die Fotografie den Menschen in falscher Weise beeinflusst.
Ich stimme Molzahn aber zu, dass „Sehen“ das zukünftige Motto der Erziehungsfrage sein kann, frage mich aber, ob dies ein „richtiges“ Mittel zur Erziehung ist, oder den Menschen wieder einen Schritt zurück in die Unmündigkeit führt.

Gwen Saleh

Sonntag, 22. Mai 2011

Eine Kritik an der Kritik der reinen Vernunft!

Kritische Aspekte der deontologischen Ethik Kants .... ein Großteil der Kritik ist bereits durch Hegel in seinem sogenannten Formalismus-Vorwurf zum Ausdruck gebracht worden (siehe auch Klausur)

  • Kritik am Formalismus: Anwendung des Moraprinzips ist formal und inhaltsleer
  • Kritik am abstrakten Universalismus: Einzelfälle und Einzelsituationen werden in Kants Ethik kaum berücksichtigt
  • Kritik an der Ohnmacht des Gefühls: Die eigentliche Motivation, nämlich sittlich zu handeln, liege nicht im durch die praktische Vernunft erkannten bloßen Sollen, sondern in der Motivation moralisch zu handeln, d.h. in den Neigungen.
  • Kritik am moralischen Rigorismus: das Unbedingte und kategorische Sollen geht an der Lebenswirklichkeit vorbei. Dieser Absolutheitsanspruch kommt einem theologischen Anspruch sehr nahe.
  • Kritik an Maximenprüfung: Unterschiedliche Maximen können in einer spezifischen Situation zu unterschiedlichen Handlungsergebnissen führen, die nach der Maximenprüfung beide in sich als moralisch gelten können. Frage: Ist das unbedingte Lügenverbot oder das Gebot Menschenleben zu bewahren als sittlicher besser zu werten?
Achtung: Kant hätte mit einigen Kritikpunkten kein Problem, weil er genau das als als Erruingenschaft bezeichnen würde.

Kant: Maximenprüfung

Kant führt vier Beispiele an, mit denen er seine Maximenprüfung zur Anwendung des kategorischen Imperativs verdeutlichen will. Entscheidung ist: Wenn ein Widerspruch am Ende der Prüfung auftritt, dann kann die Maxime nicht zu einem allgemeinen Gesetz werden bzw. nicht als sittliche Grundlage des individuellen handelns gelten.

1.Beispiel: Suizid

Maxime: Wenn das Leben mir mehr Übel als Freude bereitet, ist es mir erlaubt, dieses zu beenden. (Prinzip der Selbstliebe)

Prüfungsfrage: Ich stelle mir vor, es wäre ein allgemeines Naturgesetz, dass jeder Mensch, wenn er mehr Übel als Freude erfährt, sich sein Leben verkürzen darf.

Ergebnis: Wenn es ein Naturgesetz wäre, dass sich jeder Mensch bei Übel sein Leben abkürzt, so widerspräche dieses Prinzip der Selbstliebe dem Naturgesetz, welches auf Lebenserhalt gründet, und kann demnach nicht allgemeines Naturgesetz gelten.


2. Beispiel: Geld borgen

Maxime: Wenn ich glaube mich in Geldnot zu befinden, will ich mir Geld borgen und versprechen es zurückzuzahlen obwohl ich weiß, dass ich dies nicht kann.

Prüfungsfrage: Kann es ein allgemeines Naturgesetz sein, dass jeder, wenn er sich in Not zu befinden glaubt, etwas versprechen kann, mit dem Vorsatz, es nicht zu halten?

Ergebnis: Wenn dies ein Naturgesetz wäre, würde kein Mensch mehr einem anderen glauben, da jeder nach dem Rpinzip der Selbstliebe handeln würde. Daher kann dies kein allgemeines Naturgesetz sein.


3. Beispiel: Talent

Maxime: Wenn das Leben mir ein Talent (Naturgabe) gibt, kann ich dennoch mein Vergnügen vorziehen und mein Talent somit verwahrlosen lassen.

Prüfungsfrage: Ich stelle mir vor, es wäre ein allgemeines Naturgesetz, dass ich das mir gegebene Talent verwahrlosen lasse.

Ergebnis: Wenn es ein Naturgesetz wäre, dass jeder sein Talent verwahrlosen lässt, dann handeln wir nur noch nach dem Genuss-Prinzip (und folglich nicht wie ein vernünftiges Wesen).


4. Beispiel: Hilfe

Maxime: Wenn du jemanden siehst, welcher sich in Not befindet und du ihm helfen könntest, so helfe nur, wenn du Lust dazu empfindest.

Prüfungsfrage: Ich stelle mir vor, es wäre ein allgemeines Naturgesetz, dass jeder einem anderen, welcher sich in Not befindet, uns helfen soll, wenn er die Lust dazu empfindet.

Ergebnis: Wenn es ein Naturgesetz wäre, dass man nur aus Lust heraus helfen soll, dann würde die Möglichkeit bestehen selbst keinerlei Hilfe zu erhalten, wenn man sich in Not befindet. Dies kann ein vernünfitiges Wesen jedoch unmöglich wollen.


Begriffe Autonomie, Heteronomie, Pflicht sind ebenfalls geklärt worden.

Mittwoch, 2. Februar 2011

Q 1/2: Schießen oder Sterben?

Stell dir vor, jemand gibt dir eine Pistole und sagt:


"Schieß damit auf deinen Vater oder deine Mutter. Danach bist du frei. Selbstmord ist keine Alternative, denn wenn du dich umbringst, dann bringen wir beide um."

Wie entscheidest du dich?


Siehe dazu auch nebenstehende Umfrage ...

HINWEISE:
  • Flucht ist ausgeschlossen.
  • Der, der die Pistole übergeben hat, ist nicht mehr im Raum.
  • Es ist genügend Munition vorhanden.

Überlegungen aus der Sitzung vom 02.02.11

Mittwoch, 17. November 2010

Jgst. 10: Kant und die adidas-Tasche




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Formales:
Blogbeitrag von: Vanessa
Kurs: Jgst. 10 PL hem
Datum: 17.11.10
Thema: Theoretische Philosophie von I. Kant

Q 1/2: Wilhelm von Humboldt: Sprache - ein Verstehen und Nicht-Verstehen!





„In der Art, wie sich die Sprache in jedem Individuum modifiziert, offenbart sich, ihrer im vorigen dargestellten Macht gegenüber, eine Gewalt der Menschen über sie.“
Der Gegenstand der objektiven Beobachtung erhält das Wort erst nach der subjektiven Bearbeitung, der gesammelten Informationen über den Gegenstand, durch den Geist. Ein Jeder lässt dem Wort eine empirische Erfahrung einfließen. Es ist genau dies, was der Sprache ihre Macht verleiht. Diese Macht besteht darin, dass man mit ihrer Hilfe, durch Rhetorik und durch die richtigen Worte, die Wirklichkeit so verändern, bzw. anpassen kann, sodass sie der Auffassung des Redners entspricht.

Doch wie genau entsteht diese Macht der Sprache?
Sie entsteht dadurch, dass niemand bei ein und demselben Wort dasselbe denkt wie ein Anderer.
Das heißt der Sinn nach Frege ist meist derselbe, die Bedeutung dagegen ist so gut wie nie dieselbe. Sie kann höchstens in etwa das gleiche sein. Und es ist genau diese Ähnlichkeit der Bedeutung, der gesprochenen Rede, die dafür sorgt, dass ein anderer versteht. So sei ein „Alles verstehen […] immer zugleich ein Nicht-verstehen“. Ferner verleiht genau dieses Phänomen dem Menschen eine Macht über die Sprache. Durch die Ähnlichkeit der Bedeutung und durch die oben genannte Möglichkeit zur Anpassung, kann der Mensch die Sprache als Werkzeug nutzen. Er kann das Enthymem nach Aristoteles nutzen, das bedeutendste Mittel der Rhetorik, um den Zuhörern etwas anderes zu vermitteln als er gesagt hat. So ist die Sprache das Feuer der Kommunikation. Sie kann erschaffen und zerstören. Sie ist ein Werkzeug der Erkenntnis und des
Erkennens, ein Werkzeug der Kommunikation und auch zugleich eine Waffe der Manipulation.

Hinweis:
Außerdem wurde besprochen der Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit in der Oberstufe (auch Klausur) mit Textzusammenfassung, Analyse/Reflexion und eigene Stellungnahme/Beurteilung.

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Formales:
Blogbeitrag von Gwen Saleh und Vincent Lubbe (Zeichnungen), Sebastian Klautke (Text)
Kurs: 11pl1 hem
Datum: 10.11.10 und 17.11.10
Thema: Wilhelm von Humboldt - Über die Sprache

Sonntag, 29. August 2010

Q 1/2: 'Na, logisch!' - Logik? Was ist das und wozu brauche ich sie?

Nach Ansicht des Philosophen Ernst Tugendhat erforscht die Logik bestimmte Regeln, Gesetze und Zusammenhänge. Sie habe je nach Perspektive unterschiedliche Ansätze: Gesetze des Seins oder der Wirklichkeit (ontologische Auffassung), Gesetze des Denkens (psychologische Auffassung) und Gesetze der Sprache (sprachliche Auffassung).
  • Die erste Phase der Logik reicht von Aristoteles bis ins späte Mittelalter. Sie ist eine sprachorientierte Aussagenlogik und befasste sich dementsprechend vornehmlich mit der Klärung von Grundbegriffen, die als Abbild bestimmte Seinsgesetze verstanden wurden (ontolog. Ansatz)
  • Die zweite Phase ist die neuzeitliche Logik, mit Immanuel Kant und Georg Hegel. Den Beginn macht die Logik von Port Royale. Diese definiert Logik als „die Kunst, seine Vernunft gut zu leiten“. Kant als die „Wissenschaft des richtigen Verstandes- und Vernunftgebrauchs überhaupt, aber nicht subjektiv, d.h. nicht nach empirischen Prinzipien, wie der Verstand denkt sondern, objektiv, d.i. nach Prinzipien a priori“. (psycholog. Ansatz)
  • Die dritte Phase ist die der modernen Logik und beginnt mit Gottlob Freges Begriffsschrift. Diese Logik ist eine sehr mathematische, die vornehmlich mit Symbolen arbeitet.
Um zu klären, worum es in dieser Logik geht, teilt Ernst Tugendhat diese zum Einen in einen engeren Sinn (ars inveniendi) und zum Zweiten in einen weiteren Sinn (ars demonstrandi) einteilen.
Die ars inveniendi ist die „Lehre vom formal gültigen Schließen“ und beschäftigt sich mit der rationalen Wahrheitsbegründung. Als Beispiel: 1+1=2 Eine mathematische Behauptung, ein Urteil und ein Schluss. Dieses Ableiten muss jedoch bestimmten Regeln folgen, damit eine wahre Konklusion garantiert ist. Es gibt vier Fälle zur ars inveniendi:

1. Korrekte Konklusion aus wahren Prämissen: Ergebnis = wahr.
A Wenn im Herbst die Tage kürzer werden,
B und wenn es jetzt Herbst wird,
C dann werden jetzt die Tage kürzer.

2. Korrekte Konklusion aus zweifelhaften Prämissen: Ergebnis formal richtig, inhaltlich zweifelhaft (unwahr)
A Wenn Gott das Universum geschaffen hat,
B und wenn die Bewohner des Mars’ Teil des Universums sind,
C dann hat Gott auch die Bewohner des Mars’ geschaffen.

3. Nicht korrekte Konklusion aus wahren Prämissen; Konklusion formal ungültig, kann aber zufällig wahr sein
A Wenn Menschen Säugetiere sind
B und wenn Kaninchen Säugetiere sind,
C dann sind auch Mäuse Säugetiere.

4. Nicht korrekte Konklusion aus unwahren oder zweifelhaften Prämissen
A Wenn alle Politiker faul sind,
B und wenn alle Models bekannt sind,
C dann sollten alle Models in die Politik.

Nun zur ars demonstrandi, der Gesprächskunst zur empirischen Wahrheitsfindung (Bsp.: Dieser Koffer ist rot), zum Absichern gegenüber Kritik oder um so eine Kritik zu schaffen und um aufzuzeigen, wann ein logischer Einwand sinnvoll ist. Ein Beispiel zur Wahrheitsfindung:

Nun ergeben sich jedoch drei Problemfragen:
  • Worin besteht die formale Richtigkeit eines Schlusses?
  • Besteht ein gültiger Schluss immer aus drei Sätzen?
  • Gibt es logische Schlüsse nur bei Sachurteilen oder auch bei bewertenden Sätzen, so wie bei Frage- und Befehlssätzen?
Abschließend müsste gefragt werden, worin denn nun eine Wahrheit oder Falschheit eines Schlusses besteht und welche Kriterien angewendet werden können: Fehlschlüsse und Fehlargumente können sein:
  • Dem Zirkelschluss, in dem die These mit der These begründet wird.
  • Dem Argumentum ad hominem, das sich gegen den Sprecher richtet. Hier ein Beispiel:
  • Der Äquivokation, die auf der Mehrdeutigkeit eines Wortes beruht.
  • Unterstellungen, Verallgemeinerungen und Vergleichen.
Quelle:
  • Tugendhat. Ernst/Wolf. Ursula. Logisch-semantische Propädeutik. Stuttgart 1986: Was heißt Logik?
  • Weimar, Wolfgang, „Worum es geht“, in: Texte und Materialien für den Unterricht, Stuttgart 2005, S. 5-11.



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Formales:
Blogbeitrag von: Sebastian Klautke
Kurs: 11 pl1 g4N
Datum: 23.08.10 und 25.08.10
Thema: Logik, Begriffsbestimmung und Fehlschlüsse/-argumente

Freitag, 27. August 2010

Q 3/4: Ist alles Schöne durch das Schöne schön?

Einst fragte Sokrates, der Lehrer von Platon, den reichen Sophisten Hippias, was denn das Schöne sei. (Frage nach dem Urbild des Schönen!)

In seiner unnachahmlichen mäeutischen Art wirft Sokrates stellt Sokrates im Rahmen einer Frage die These auf, dass das Schöne durch das Schöne schön. Was für eine prächtige Antwort, selbsterklärende Behauptung. Mit anderen (logischen) Worten, selbst der große Urphilosoph Sokrates kann diese Frage nur mit einem Zirkelschluss beantworten.
Nach Sokrates ist ein schönes Mädchen schön. Des weiteren führt er, dass das, was durch Schönes geworden ist, auch automatisch schön sei. Sind nun alle Vorfahren dieses vermeintlich schönen Mädchens auch schön? Sowohl Mutter als auch Vater? Dieses Kausalgesetz ist äußerst fragwürdig, denn kann man einen Krieg, den ein „schöner“ Diktator verursacht hat, noch einen „schönen“ Krieg nennen, ohne zynisch zu sein?
Dasselbe Beispiel mit der von Gott gegebenen Stute. Gott ist das Schönste und hat jene Stute erschaffen (Kausalgesetz).
Auch eine Kanne, eine die von einem guten Töpfer mit viel Fließ und Liebe getöpfert worden sei, sei demnach schön. Doch im Vergleich zur Stute oder dem Mädchen sei jene Kanne hässlich. Auch das schöne Mädchen sei gegenüber Göttinnen hässlich. Somit könne der Mensch an sich auch nur als Affe dargestellt werden, wenn man ihn mit Gott vergleiche. Somit erweitert Sokrates seine These und behauptet: Etwas Schönes kann nur im Vergleich mit etwas anderem Schönen hässlich sein (Relativitätsthese).
Sokrates gelangt zu der Konklusion, dass das Schöne nicht durch das Schöne schön ist, sondern das Schöne sei durch den Vergleich schön. Somit sei das Schöne relativ und könne nichts Isoliertes bzw. Absolutes sein. Also gebe es laut Sokrates kein Urbild des Schönen.

Nach Platon, dem Schüler Sokrates, gibt es jedoch ein Urbild des Schönen. Für den 'späten' Platon existiert die Idee des Schönen, welche a priori vorhanden sein muss (Stichpunkt Höhlengleichnis & Erinnerung). Ansatz ist hier die Zwei-Welten-Theorie (Evtl. Kantischer Vergleich mit: Das Nuomenon: Die Urbildwirklichkeit/Ideen und das Phänomenon: Die Abbildwirklichkeit/Höhle,Wand). Die Idee des Schönen soll somit als die theoretische und einheitliche Begründung der irdischen Schönheit sein.
Jedoch kann die Urbildwirklichkeit nicht empirisch nachgewiesen werden, sondern man findet/erkennt sie möglicherweise nur theoretisch.



Puschel TV sagt:



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Formales:
Blogbeitrag von: Philip Schmidt
Kurs: Q3/4 pl1
Datum: 23.08.2010
Thema: Sokrates/Platon: Gibt es ein Urbild des Schönen?

Montag, 16. August 2010

Lieber Philosophos als Sophos

Thema: Philosophische Wahrheitssuche als natürliches Streben nach Wahrheit

Ein Richter sucht in einem Fall nach der richtigen Aussage. Kurz: Die Wahrheit. Der Richter macht es aus juristischen Gründen: Was ist gerecht? Auf der philosophischen Metaebene stellt man sich aber die Frage: Warum suchen die Menschen eigentlich nach der Wahrheit?

Es ist der Wissensdrang, die Neugier und auch ein Wissensdurst, der bei jedem Menschen fest verankert ist. Ein Urtrieb. Der Mensch möchte Gewissheit erlangen, eine Sicherheit haben, an die er sich hält. Francis Bacon behauptete: “Wissen ist Macht!” Außerdem bringe Wissen auch Anerkennung mit sich. Davon könne der Mensch nicht genug bekommen. Der amerikanische Psychologe A. Maslow begründet diese Anerkennungssucht mit einer Bedürfnispyramide [Info] Die Pyramide besteht aus fünf Ebenen. Grundbedürfnisse, Sicherheit, soziale Bedürfnisse, Wertschätzung und Selbstverwirklichung.
Eine Ebene müsse aber erst erfüllt werden, damit man die nächste erreicht.
In der letzten Ebene, der Selbstverwirklichung, fängt der Mensch an sich zu fragen, was der Sinn des Lebens sei, oder wie man glücklich werde.

Der Philosophieprofessor Otfried Höffe bezeichnet die Wahrheitssuche als ein natürliches Streben nach Wissen, er befindet dich damit auf der Spur von Aristoteles, der sein Hauptwerk “Metaphysik” mit folgendem Satz einleitet: “Alle Menschen streben nach Wissen.” Jener stellt drei Leitfragen auf, die die gesamte Menschheit bedrängen sollen: (1) Was ist die Natur, und was können wir von ihr wissen? (2) Wie sollen wir als einzelne Personen und als Gemeinwesen leben? (3) Was dürfen wir von einem guten Leben erhoffen, sei es in diesem oder einem künftigem Leben? All diese Fragen entstehen aus einem Grund, so Höffe. Der Mensch sei mit der Antwort unzufrieden und ab da beginne er nachzuforschen. Es ist eine Radikalkritik. Für Höffe ist es die Philosophie im engen und strengen Verständnis. In der Aufklärung ermutigt Immanuel Kant den “faulen, bequemen” Menschen diesen Weg zu gehen: “Sapere Aude!” (Zitat: „Aufklärung ist der Weg aus der vom Menschen selbstverschuldeten Unmündigkeit.“)
Höffe unterscheidet zwischen dem Philosophos und dem Sophos. Der letzterer – der Sophist - habe eine Meinung, sagt also definitiv Ja oder Nein. Er würde sich selber als Weisen bezeichnen. Während der Philosoph die Liebe zur Weisheit sucht. Dem Philosoph macht, aus Platons Sicht, das Lernen Freude und er sei unersättlich.
Beispiel zum Sophisten und Philosophen:
Frage: “Soll Abtreibung erlaubt werden?”
Sophist: “Ja auf jeden Fall!”
Philosoph: “Was ist Abtreibung?”
Höffe will zeigen, dass der Philosoph erst auf der Metaebene nach Antworten und nach Allgemeinheiten sucht. Wissen über Gutes und Schlechtes. Wissen über Gerechtigkeit.
Er stellt außerdem Logos und Mythos gegenüber. Logos ist definiert als ein Begriff, Argument, logische Ordnung, Sprache. Der Mythos ist demgegenüber etwas bildhaft, symbolhaft, erzählerisch. Er trägt irrationale Elemente in sich und fällt demnach als Begründungsmuster nicht in den engen und strengen Philosophiebereich.


Quellen:
Otfried Höffe, Kleine Geschichte der Philosophie, 2001.

Verweis auf frühere Blogeinträge von Malena Kaths
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Formales:
Blogbeitrag von: Vincent Lubbe
Kurs: 11pl1 g4n
Datum: 09.08.10 und 11.08.10
Thema: Philosophische Wahrheitssuche als natürliches Streben nach Wissen

Samstag, 26. Juni 2010

Der 'freie' Wille und seine praktische Relevanz

Der Patientenwille:
Der Bundesgerichtshof hat gestern den Willen gestärkt. Den freien Willen. Den Willen des Patienten. Der Richterspruch erlaubt nun einen Behandlungssabbruch und stellt klar, dass die Patientenverfügung (und damit der Wille) streng zu achten sei. Die Frankfurter Rundschau berichtet: "Erstmal hat der BGH entscheiden, dass Sterbehilfe straflos bleibt, wenn der Behandlungsabbruch dem Willen des Patienten entspricht. Gibt es diesen feststellbaren Patientenwillen und sind sich Arzt und Betreuer einig, muss kein gericht eingeschaltet werden. Mehr noch: Die Sterbephase muss nicht einmal begonnen haben. Auch bei einem Koma, das sich möglicherweise noch Jahre hinzieht, darf die künstliche Ernährung eingestellt werden." Die Justizministerin zeigt sich in ihrer liberalen Freiheitsauffassung bestätigt: "Der freiverantwortlich gefasste Wille eines Menschen muss in allen Lebenslagen beachtet werden."
Der Psychotherapeut Michael Wunder äußert sich dagegen kritisch: "Können wir jemals wissen, was wir einstmals wollen?" Er meint nämlich, dass Wachkomapatienten keine Sterbenden seien, sondern auf ihre Weise leben würden.

Das Strafrecht:
Was ist Willensfreiheit? Um eine Antwort auf diese Frage wird auch in der Diskussion um den Straf- und Maßregelvollzug gerungen. Das Strafrecht belegt eine Handlung - so sie gegen die geltenen Regeln und Normen sind - mit einer Schuld. Diese Schuld setzt theoretisch voraus, dass der straffällig gewordene Mensch vor der Tat hätte anders handeln können. Dass der Täter jedoch einen anderen handlungswirksamen Willen hätte bilden können, dafür habe bislang keien Wissenschaft einen Beweis bringen können, So Grischa Merkel (Lehrstuhl für Strafrecht in Rostock) und Gerhard Roth (Prof. für Neurobiologie an der Uni Bremen). Selbst Kant - Indeterminist und geistiger Vater des freien Willens, habe nachdrücklich betont, dass der Alternativismus niemals empririsch festzustellen sei.

Samstag, 19. Juni 2010

Kants Ethik als System von Zwecken und die Menschenwürde

Sitzung vom 18.06.10:
  • Menschheitszweck- und Autonomieformel
  • Reich der Zwecke
  • Autonomie und Heteronomie
  • Herleitung der Menschenwürde
  • Freiheit als Unabhängigkeit von der Naturnotwendigkeit
  • Marktpreis, Affektionspreis, Würde
  • Beispiele: Sklaverei, Leistungssport, Prostitution und eine Wasserflasche

Übersicht zum Ausdrucken

Freitag, 18. Juni 2010

Kritik der reinen Vernunft - die grüne Brille

"Ein leerer Kopf ist Käse - da fällt alles durch!" Mit diesen Worten eröffnete B. von Rappard seine Buchlesung am letzten Mittwoch zu seinem Buchprojekt "Theorie des Subjekts". Ausgehend von der Transzendetalphilosophie Kants und seiner Kritik der reinen Vernunft beschrieb von Rappard die Kantische Antwort auf die Frage: "Was kann ich wissen?" Kant interpretierend antworte Rappard: "Das, was Newton weiß, kann man wissen, alles andere nur glauben. Kant versucht Metaüphysik zu retten, indem er sie zerstört. Unsterblichkeit der Seele (siehe auch Leibniz) könne man nicht beweisen." Wenn ein Physiker etwas erkenne, dann erkenne er nur die Oberfläche.

Ein kurze Übersicht zur Kritik der reinen Vernunft:
Quelle: Börries von Rappard

Sonntag, 6. Juni 2010

Kategorischer Imperativ: die Naturgesetzformel

„Handle so, als ob die Maxime deiner Handlung durch deinen Willen zum allgemeinen Naturgesetz werden sollte.“

Ergebniss der Gruppenarbeit:

Gruppe 1: Rekonstruktion der Argumentation des Selbsttötungsbeispiel und des Versprechensbeispiel

Gruppe 2: Unterschied "goldene Regel" und "kategorischer Imperativ"


Gruppe 3: Analogie des Naturgesetzes und des praktischen Gesetzes

Gruppe 4: Vergleichsansatz mit Utilitarismus