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Dienstag, 21. September 2010

Jgst. 10: Platon und die Höhle

Zur Erinnerung und Vergegenwärtigung in visueller Kurzfassung ein Kurzprojekt zum Höhlengleichnis (Verfasser sind leider unbekannt - Einbettung aus Youtube!):

Teil 1:


Teil 2:

Freitag, 27. August 2010

Q 3/4: Ist alles Schöne durch das Schöne schön?

Einst fragte Sokrates, der Lehrer von Platon, den reichen Sophisten Hippias, was denn das Schöne sei. (Frage nach dem Urbild des Schönen!)

In seiner unnachahmlichen mäeutischen Art wirft Sokrates stellt Sokrates im Rahmen einer Frage die These auf, dass das Schöne durch das Schöne schön. Was für eine prächtige Antwort, selbsterklärende Behauptung. Mit anderen (logischen) Worten, selbst der große Urphilosoph Sokrates kann diese Frage nur mit einem Zirkelschluss beantworten.
Nach Sokrates ist ein schönes Mädchen schön. Des weiteren führt er, dass das, was durch Schönes geworden ist, auch automatisch schön sei. Sind nun alle Vorfahren dieses vermeintlich schönen Mädchens auch schön? Sowohl Mutter als auch Vater? Dieses Kausalgesetz ist äußerst fragwürdig, denn kann man einen Krieg, den ein „schöner“ Diktator verursacht hat, noch einen „schönen“ Krieg nennen, ohne zynisch zu sein?
Dasselbe Beispiel mit der von Gott gegebenen Stute. Gott ist das Schönste und hat jene Stute erschaffen (Kausalgesetz).
Auch eine Kanne, eine die von einem guten Töpfer mit viel Fließ und Liebe getöpfert worden sei, sei demnach schön. Doch im Vergleich zur Stute oder dem Mädchen sei jene Kanne hässlich. Auch das schöne Mädchen sei gegenüber Göttinnen hässlich. Somit könne der Mensch an sich auch nur als Affe dargestellt werden, wenn man ihn mit Gott vergleiche. Somit erweitert Sokrates seine These und behauptet: Etwas Schönes kann nur im Vergleich mit etwas anderem Schönen hässlich sein (Relativitätsthese).
Sokrates gelangt zu der Konklusion, dass das Schöne nicht durch das Schöne schön ist, sondern das Schöne sei durch den Vergleich schön. Somit sei das Schöne relativ und könne nichts Isoliertes bzw. Absolutes sein. Also gebe es laut Sokrates kein Urbild des Schönen.

Nach Platon, dem Schüler Sokrates, gibt es jedoch ein Urbild des Schönen. Für den 'späten' Platon existiert die Idee des Schönen, welche a priori vorhanden sein muss (Stichpunkt Höhlengleichnis & Erinnerung). Ansatz ist hier die Zwei-Welten-Theorie (Evtl. Kantischer Vergleich mit: Das Nuomenon: Die Urbildwirklichkeit/Ideen und das Phänomenon: Die Abbildwirklichkeit/Höhle,Wand). Die Idee des Schönen soll somit als die theoretische und einheitliche Begründung der irdischen Schönheit sein.
Jedoch kann die Urbildwirklichkeit nicht empirisch nachgewiesen werden, sondern man findet/erkennt sie möglicherweise nur theoretisch.



Puschel TV sagt:



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Formales:
Blogbeitrag von: Philip Schmidt
Kurs: Q3/4 pl1
Datum: 23.08.2010
Thema: Sokrates/Platon: Gibt es ein Urbild des Schönen?

Freitag, 18. Dezember 2009

Ich kant, du kant, er/sie/es kant - yes we kant !!!

Während das philosophische "A priori" gleichbedeutend ist mit "vom Früheren her" (unabhängig von menschlicher Erkenntnis scheint eine weitere Bedeutung von "apriori" eine weltliche Relevanz zu bekommen. Ob diese allerding perspektivisch philosophische Relevanz erhalten wird bleibt fraglich. Während eines weltlichen Nach-Weihnachtsbummel und Nach-Kunsmuseumsbesuch in der auftrebenden Fußballstadt Wolfsburg staunten die Muckrakersinne nicht schlecht, als obiger Schriftzug auf die modetechnische tabula rasa traf. Am "heim"ischen per DSL eine Begriffsanalyse gemacht ergab "apriori" diese Bedeutung: Es handelt sich um eine Modemarke, die (nach eigenen Angaben www.apriori-fashion.de) mit folgenden Attributen: cool, casual, feminin, streng, klar definiert, knisternd, Liebe zum Detail. Postuliert werden die Werte "Weiblichkeit", "Lebensfreude" und Erfüllung" ...

Doch nun zu Immanuel Kants philosophischer Mode (lat. modus: Art und Weise) Erkenntnisphilosophie zu betreiben:

Erklären Sie Kants Auffassung von Metaphysik und dessen philosophisches Anliegen bzw. Beweggründe.


Erläutern Sie die so genannte Kopernikanische Wende in der Philosophie. Beschreiben Sie außerdem Kants Formulierung vom "Ding an sich".


Erklären Sie den Begriff der Transzententalphilosophie. (Welches sind die Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis?)

Überlegen Sie wie sich nach Kant reine Verstandesbegriffe (Kategorien) auf empirische Gegenstände bezihen können?

Dienstag, 8. Dezember 2009

Kann ein Stuhl ein Kunstwerk sein?

Zugegeben, dass ich Emma (Espoo Museum for Modern Arts) nur wegen seines Namens besuchte. Moderne Kunst hat mir noch nie gefallen, weil ich sie einfach nicht verstanden hatte. Meiner Meinung nach ist eine weiße Tafel mit einigen rotfarbigen Flecken eher eine Schwindelei als eine beachtenswerte Kunst.
An den Werken im Emma vorbeigehend wurde ich nur noch meher sauer, bis ich ihn plötzlich sah! In einer Ecke stand ein Stuhl. Ich ging näher und las den Namen des Werkes: „Tuoli“ (der Stuhl). Wie kreativ!
Ich war dann im Begriff zu gehen, aber irgendetwas verlockte mich zu bleiben. Mal wieder musste ich darüber nachdenken, ob ein Stuhl, ein alleinstehender Stuhl, ein Kunstwerk sein kann. „Tuoli“ - wie alltäglich.
Ich versuchte zu verstehen, was der Künstler damit sagen möchte. Ich meine, alle Werken haben immer eine Botschaft, oder? Etwas, wie „Rettet die Welt“ oder „Liebe bedeutet alles“. Was könnte jeodch ein Stuhl sagen?
Irgendwie konnte ich mich mit diesem Stuhl identifizieren. Wir waren beide allein und still. Vielleicht möchte der Stuhl etwas sagen, konnte aber nicht. Genusai wie mein Selbst. Ab und zu habe ich Mmente, dass ich etwas sagen möchte, kann es aber nicht. Die Leute um mich herum sprechen nicht meine Sprache.
Der Stuhl könnte ja auch Erinnerung sein, wie praktisch eine Erfindung er ist und wie leicht es war, ihn zu ignorieren, weil er so alltäglich war. Aber irgendwie …

(...) Ein langes Nachdenken. (...)


Ich hatte die Botschaft gefunden: Der Stuhl war unbedingt ein Kunstwerk.



von Emma Palomäki

Freitag, 27. März 2009

Die Natur der Kurse 10 und 11 PL ODER Können Blumen glücklich sein?

















Zum ersten Mal fand heute eine gemeinsame philosophische Diskussionrunde der Philosophiekurse 10 und 11 des Gamnasiums statt. Über die Frage, was eigentlich die Natur einer Pflanze sei, kam eine spannende manchmal auch nervenaufreibende Diskussion zum Thema Natur und Naturbeherrschung zu stande. Im Rahmen des Ansatzes einer Naturphilosophie (Natur in ihrer Gesamtheit und Einzelheit zu erfassen, und in allegemeinen Strukturen zu beschreiben, theoretisch zu erklären und zu deuten) wurden Aspekte der Beziehung zwischen Mensch und Natur kritisch diskutiert. Ausgehend von der Frage, ob Blumen glücklichsein können, führte die philosophische Auseinandersetzung zu den allgemeinen Fragen "Ist Natur zweckfrei?" oder "Ist Natur zum Nutzen des Menschen aufzufassen?" Dasss diese Fragen nicht absolut beantwortet werden können, steht im Rahmen der Erkenntnistheorie außer Frage, Sinn von Philosophie sei es aber - so einige Diskutanten - Fragen aufzuwerfen, Antworten zu suchen oder bereits vorhandene Antworten kritisch zu betrachten.
Auf diesem Hintergrund soll als nächstes die utilitaristische Naturperspektive von Francis Bacon (das allerdings nach den Osterferien) analysiert und kritisiert werden.

Freitag, 13. März 2009

Ein CD-Player und das Erkenntnisproblem ...

So langsam geht es nun los, mit den Erkenntnistheorien der alten Philosophen. Begonnen wird traditionell im alten Griechenland. Ausgangspunkt in der letzten "Clubsitzung" war ein CD-Player.
Der Philosoph Platon (428-354 v.Chr.) gründete eine Philosophenakademie und beschäftigte sich ebenfalls mit dem Erkenntnisproblem der Wirklichkeit. Damit greift er die Frage auf, ob die Wirklichkeit bzw. die Wahrheit überhaupt erkannt werden kann. Dazu entwickelte er eine sogenannte Ideenlehre im Rahmen einer Zwei-Welten-Theorie. Doch zunächst zurück zum CD-Player.
Das allgemeine Wort "CD-Player" - so Platon - beziehe sich nicht auf einen bestimmten CD-Player, sondern auf jeden beliebigen CD-Player. Der griechische Philosoph behauptet nämlich, dass es irgendwo - außerhalb von Raum und Zeit - so etwas wie den idealen CD-Player gibt. Und dieser ideale CD-Player ist der eigentliche bzw. der wirkliche bzw. der wahre CD-Player. Damit ist die Idee des CD-Player wirklich. Jeder einzelne CD-Player, den wir Menschen wahrnehmen, ist nur eine Erscheinung bzw. eine Abbildung der allgemeinen Idee des CD-Players.
Um den Unterscheid zwischen Abbild, Erscheinung und Wirklichkeit zu verdeutlichen, ließ sich Platon das sogenannte Höhlengleichnis einfallen. Abbilder und Erscheinungen sind sinnlich (mit unseren Sinnen) erfahrbar. Diese Erkenntnisebene ist aber eine sehr unsichere. Ist aber auch die Ideenwelt erfahrbar? Und wenn ja, womit kann sie erfasst werden? Platon sagt: Die Ideenwelt ist nicht erfahrbar, nur erdenkbar. Ideen sind gewissermaßen Urbilder der sinnlichen Gegenstände. Die Ideenwelt kann nur mit Hilfe der Vernunft bzw. des Verstandes logisch und rational erfasst werden. Und diese Fähigkeit komme auch nicht jedem zu. Nur wer, die Höhle der Abbilder verlässt und gegen die Sonne schaut - seiner Meinung nach die Philosophen - habe die Fähigkeit, die Ideenwelt ansatzweise zu erfassen.


Was meint ihr dazu? Kann die Ideenwelt - so sie es denn gibt - nur mit dem Verstand erfasst werden?

Wer das Höhlengleichnis im Original (deutsche Übersetzung) nachlesen will, der klickt auf einfach auf LINK.