Posts mit dem Label Freiheit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Freiheit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 23. Juli 2011

Die Mauern der Freiheit

Ich werde in die Welt geboren. In eine Nation, eine Gesellschaft, eine Familie. Ob krank oder gesund, dies liegt nicht in meiner Macht. In der Wahl meines ersten Lebensraums bin ich zutiefst unfrei. Der Ursprung meines Lebens ist determiniert. Herr Sartre, Sie haben völlig Recht, ich bin in die Welt geworfen. Dies ist die erste Unausweichlichkeit meines Lebens, der erste Akt des Schicksals.
Wie ich in diese Welt geworfen bin, so bin ich auch vorherbestimmt, in ihr zu sterben. Das Faktum der Sterblichkeit stellt die zweite Unausweichlichkeit meines Lebens dar. Geburt und Tod bilden die vermutlich einzigen Konstanten meiner Existenz und zugleich sind es die Mauern, zwischen denen sich mein Leben erstreckt. Ich befinde mich in ständigem Bewusstsein meines Determinismus. Es beengt mich, Angst untergräbt meine Freiheit, sie erfährt ihre Grenzen, scheint sinnlos.

Was ist die Freiheit wert, wenn sie unmittelbar aus einem Determinismus wie der Geworfenheit entspringt? Ist der Mensch völlig unfrei?Das Bewusstsein seiner Endlichkeit bedingt den Menschen massiv, er ist Gefangener seiner Erkenntnis. Intensiviert wird sein Bewusstsein durch tägliche Vergegenwärtigungen, wie etwa die Nachricht einer Naturkatastrophe oder einem Todesfall in der Familie. Es liegt nahe, das menschliche Sein als zutiefst unfrei zu empfinden.
Erfahren wird der Mensch seine Mauern als solche jedoch nie, lediglich ihren Anzeichen, wie etwa das Altern, wird er sich beugen. Die einzigen Hinweise ihres Daseins sind Schatten, die sie auf den Menschen werfen. So ist und bleibt das Leben an sich das einzig Spürbare, in ihm ist der Mensch er selbst, nur dort kann er sich verwirklichen. Aus nahezu jedem Determinismus schöpft der Mensch seine Freiheit.
So ist er zwar unmittelbar durch seine Mauern bedingt, letztlich bleibt es ihm aber selbst überlassen, wie präzise er diese ergründet. In einer Welt, in der Determinismen allgegenwärtig sind, entwirft der Mensch seine Freiheit. Auf diesem Hintergrund verliert die Freiheit ihren relativen Charakter, sie scheint nicht mehr durch Determinismen bedingt, sondern existiert nur durch und für den Menschen. Die Freiheit ist zutiefst menschlich.
In ihrer „Gesamterscheinung“, als deterministisches Produkt, besitzt die Freiheit nur relativen Geltungsanspruch. In dem, was sie ausmacht, ihrem Gebrauch durch den Menschen, kann sie allerdings nur eines sein: absolut.

Samstag, 25. Juni 2011

A Clockwork Orange - Filmkritik



Alex ist der Anführer einer Gruppe junger Männer, die ihre eigene Handlungs- und Willensfreiheit völlig ausleben. Sie lieben es, ihre Mitmenschen auf den nächtlichen Beutezügen durch die Vororte Londons zu schlagen, zu berauben und zu vergewaltigen. Alex selbst scheint süchtig zu sein, süchtig nach dem Gefühl des „Ultrabrutalen“ wie er und seine „Droogs“ es nennen. Eines Nachts wird er von seiner Bande verraten und schließlich von der Polizei festgenommen. Nach zwei Jahren im Gefängnis erhält Alex das Angebot, seine Freiheitsstrafe früher beenden zu können. Einzige Voraussetzung hierfür ist das Teilnehmen an einer neuartigen, geheimnisvollen Therapie. Begeistert willigt Alex ein, da er es kaum erwarten kann seine Freiheit wieder zu erlangen. Alex wird ein Serum initiiert und ihm werden brutale Filme vorgesetzt.

Die Behandlung wurde von der Regierung veranlasst und soll aus unmoralisch handelnden Bürgern wie Alex, gesellschaftlich integrierte Vorzeigebürger machen. Alex ist nach dieser Gehirnwäsche nicht mehr in der Lage, böses zu tun, allerdings verfügt er nun nicht mehr über einen freien Willen. Mit dieser Therapie stellt der Film die Beeinflussung eines moralisch freien Wesens zu Gunsten einer Gesellschaft oder eines Staates dar. Dies wird durch den häufigen Bezug zu der NS- Zeit deutlich. Der unfreie, gesellschaftlich angepasste Mensch handelt zuverlässig und gradlinig wie ein „Uhrwerk“, besitzt allerdings keine individuelle Handlungs- oder Willensfreiheit. Letztendlich interessiert es weite Teile der Gesellschaft nicht, auf welche Weise Alex’ Wille zum Guten beeinflusst wurde, allein der Erfolg der Therapie und der gesellschaftliche Nutzen Alex’ ist relevant.

„ A Clockwork Orange“ (dt. Uhrwerk Orange) erschien 1971 unter der Regie von Stanley Kubrick ( Shining, Full Metal Jacket) und geht auf die literarische Vorlage von Anthony Burgess’ gleichnamigen Roman zurück. Seit seinem Erscheinen stößt der Film aufgrund seiner Komplexität und einigen Fehlinterpretationen auf Misstrauen, wurde allerdings für vier Oscars nominiert. „A Clockwork Orange“ vereint eine enorme Gesellschaftskritik mit dem Freiheitsbegriff des Einzelnen auf allerhöchstem Niveau und umfasst politikhistorische Einflüsse sowie das Leben in einer Zukunftsgesellschaft. Der einmalige Sprachslang und eine eindrucksvolle Filmmusik untermalen die Absurdität des Films. „ A Clockwork Orange“ ein Must-See!

von Fabian Hartmann

Dienstag, 14. Juni 2011

Eine kritische Würdigung von Jean- Paul Sartre

Würdigung:

  • Synthese von Determinismus/ Indeterminismus; Ursache-Wirkungsrelation -> Mensch trägt für die Wirkung seiner Handlung volle Verantwortung
  • Begriff der Geworfenheit -> Mensch als Selbstentwurf; Mensch als „tabula rasa“
  • moderne Fortführung der erkenntnistheoretischen Position von Subjekt/Objekt im An- und Für sich
  • Existenz und Angst als Begründungszusammenhang für das Erfassen der menschlichen Freiheit
  • Faktizität der Freiheit -> liegt aber schwer auf den Schultern der Menschen


kritische Aspekte:

  • Was ist das „Nichts“? -> Woher kommt der Mensch?
  • Mensch als „atheistischer Ersatzgott“
  • prakt. Perspektive: Nicht jeder kann die Verantwortung wahrnehmen (moralischer Verantwortungsfanatismus)
  • Leugnung des Zwanges: es gibt keinen Menschen der nicht anders gekonnt hätte!
  • Wann setzt „Selbstverwirklichung des Menschen“ ein? Wo steht das Kleinkind? Frage nach Genese und Geltung
  • Selbstmordproblematik im Rahmen der Verantwortungsübernahme

  • wollen = sollen? -> naturalistischer Fehlschluss?
  • Faktizität? Keine Begründung

Freitag, 10. Juni 2011

Montag, 6. Juni 2011

Was liest du gerade? - "Nichts."

Inhalt
In dem Roman „Nichts was im Leben wichtig ist“ von Janne Teller, geht es um eine Gruppe Jugendlicher aus Dänemark, welche sich durch die nihilistischen Äußerungen eines gleichaltrigen Mitschülers provoziert fühlen und ihm das Gegenteil seiner Meinung beweisen wollen.
Der Mitschüler Pierre verlässt mit den Worten „Nichts bedeutet irgendwas, deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun“ eines Tages den Unterricht. Seine Klassenkameraden wollen ihm das Gegenteil beweisen und beginnen damit, alles was ihnen wichtig ist, in einem alten Sägewerk zu sammeln. Erst kommen nur 'harmlose' Gegenstände zusammen, wie alte Fotos oder eine kopflose Puppe. Daher fordern die Jugendlichen sich untereinander bedeutsamere Gegenstände ab, wie zum Beispiel Husseins heiligen Gebetsteppich. Sie sind der Meinung: „Je größer das Opfer ist, desto größer seine Bedeutung“. Gerda muss ihren Hamster abgeben, Rieke ihre geliebten Zöpfe abschneiden. Sie rächen sich, indem sie das Wissen und die Geheimnisse ihrer Freunde dafür nutzen, ihnen ihre bedeutsamsten Gegenstände abzufordern. Die Forderungen schaukeln sich gegenseitig hoch: Lis‘ Adoptionsurkunde, der Sarg des kleinen Bruders, eine Jesusstatue und ein Hundekadaver. Die Situation droht zu eskalieren. Bald entgleist das Projekt völlig und nachdem Sofie ihre Unschuld opfern musste und Johan seinen Zeigefinger, den er zum Gitarre spielen benötigt, opfern sollte. Die bisher unwissenden Eltern werden durch den fehlenden Finger aufmerksam, schalten die Polizei ein und stoppen alles. Es gibt einen riesigen Medienauflauf, denn alle wollen den Berg der Bedeutung sehen. Ein amerikanisches Museum bietet den Kindern viel Geld, um den Berg der Bedeutung ausstellen zu dürfen. Die Kinder freuen sich so viel Geld zu bekommen und verkaufen. Aber Pierre ist immer noch unbeeindruckt und lacht über die Schüler, die solche Opfer brachten, um die Bedeutung zu finden und sie nun zu verkaufen. In der folgenden Nacht rächen sich die Schüler auf grausame und brutale Weise für sein Verhalten an ihm.

Nichts und die Philosophie
Dieses Buch ist ein Jugendbuch – ja! Aber es ist auch ein Buch, das im Innersten tief philosophisch verwurzelt ist. Man kann es mit dem Thema, dem Problem der Wahrheitsfindung, als ein Erkenntsnisproblem verbinden. Bei dem Ziel der Erkenntnistheorie, handelt es sich um die Erklärung der menschlichen Wirklichkeit, zudem bemüht sie sich um eine „richtige“ Sicht auf die Welt (eine Art Weltanschauung). Es gibt 2 grundlegende Fragen zur Erkenntnistheorie, die eine ist: Was kann ich wissen? Pierre antwortet auf diese Frage mit „Nichts“…

Meine Empfehlung
Nach meiner Meinung ist dieses Buch ein ziemlich anspruchsvolles Buch. Es ist sehr gut, spannend geschrieben und mit einem erschreckenden Höhepunkt gekürt. Es wird deutlich, wozu Jugendliche in der Lage sind, in welchen Situationen sie ihren wahren Charakter zeigen und wie sie sich dann verhalten.
Ich würde dieses Buch allen empfehlen, denen Lesen Spaß macht und die sich auch nicht von kompakteren Themen abschrecken lassen. Für den 'kleinen Philosophen' liegt zudem auch ein perfektes Thema für lange spannende Diskussionen vor. Janne Teller gibt keine einfachen Antworten und vor allem keine eindeutigen. Es ist großartig wie immer wieder neue Fragen provoziert werden.

Paul Paland

Philosophie und Freiheit

Der Mensch ist dazu verurteilt, frei zu sein!

Man stelle sich folgende Sitaution vor: Ein Gymnasium. Im Sommer. Es ist heiß! Montag. 5. und 6. Stunde. Philosophie. Schweiß im Gedankenstübchen. Thema: Jean-Paul Sartre (1905-1980) und sein Freiheitsverständnis als Synthese von Determinismus und Indeterminismus. Puh! Zwei Schreibgespräche:


La: Sartre sieht den Menschen als ein sehr freies Wesen an, so ist er zwar dazu verurteilt, frei zu sein, dass heißt Entscheidungen treffen zu müssen, dennoch hat der Mensch in jeder Situation eine Reihe von Möglichkeiten, aus denen er wählen kann. Das geht soweit, dass der Mensch durch sein Handeln entscheiden kann, wer und wie er ist. Er kann sich selbst ohne höhere Gewalt gestalten.

Le: Ob der Mensch nach Sartre sehr frei ist, ist eher eine Frage als eine Feststellung, denn er ist dazu verurteilt frei zu sein. Diese Wahl, ob er frei ist oder nicht, ist vorherbestimmt und beeinflusst somit jede weitere Entscheidung, die der Mensch trifft. Inwieweit schränkt eine höhere Gewalt den Menschen denn in seinem Selbstschaffen ein? Er schafft sich nach dem, was er zu sein plant und nicht nach dem, was er sein wollen wird.


La: Ich vermute mal, dass es bei Sartre keinen Gott gibt, der den Menschen und seine Natur gestaltet. Darüber hinaus sagt er, dass der Mensch für jedes Handeln selbst verantwortlich ist, und es somit aus ihm selbst kommt.

Le: Kein Gott oder etwas Gottähnliches gestaltet den Menschen und seine Natur, doch die Natur gibt dem Menschen einen Rahmen, eine Einschränkung. Somit muss der Mensch in seinem sich Selbstschaffen eingeschränkt / beeinflusst sein. Wird der Mensch hiernach nicht viel mehr geschaffen, als er sich selbst schafft? „Verurteilt, frei zu sein“ , schränkt das nicht die volle Freiheit des Menschen ein und lässt ihm nur eine Freiheit in einer bestimmten Umgebung / Natur?!

La: Der Mensch ist auf jeden Fall in seiner Handlungsfreiheit eingeschränkt, doch für das „Frei sein“ ist das Erreichen des Ziels nicht von Bedeutung. „Frei sein“ heißt laut Sartre nur, dass „man sich dazu bestimmt, durch sich selbst zu wollen“. Darüber hinaus ist der Mensch durch die Natur nur in physischen Aspekten eingeschränkt. Seinen Willen und Entscheidungen betreffend ist er nur durch sich selbst beschränkt. Die volle Freiheit schränkt das zwar ein, aber ohne den Zwang Entscheidungen zu treffen, ohne Widerstände würde der Begriff der Freiheit an Bedeutung verlieren. Und in allen anderen Bereichen kann der Mensch frei Entscheidungen treffen. Glaubst du, dass z.B. ein Mensch mit Zwängen nach Sartre frei ist?

Le: In dem Punkt, dass Freiheit Zwang zur Entscheidung braucht, um zu existieren, stimme ich dir voll und ganz zu. Er kann nach Sartre in allen Bereichen seines Seins Entscheidungen treffen, aber nicht in dem Bereich, ob er frei sein möchte, um Entscheidungen zu treffen. Der Mensch sei ja dazu verurteilt, frei zu sein.

Ein Zwang kann ja determiniert sein und da sich der Mensch nach Sartre in die Kettenglieder des Determinismus einordnen muss, kann auch ein Mensch mit Zwängen frei sein. Wie stehst du zu Sartres` Gesamtaussage?

La: Ich denke auch, dass ein Mensch mit Zwängen usw. frei sein kann, zu einem hat er eventuell mal die Möglichkeit gehabt - oder hat sie immer noch – etwas gegen den Zwang zu tun, zum anderen hat er immer noch die Möglichkeit, sich dem Zwang zu entziehen, im radikalsten Fall durch Suizid.

Ich meine, dass Sartre Recht hat, wenn er sagt, dass der Mensch Entscheidungen treffen muss und auch kann. Doch denke ich, dass der Mensch stärker durch Einflüsse der Umwelt und durch Gene geformt wird, als Sartre dies annimmt. So haben Psychopathen häufig eine schlechte Kindheit gehabt, und auch wenn sie die Wahl haben diesem Leben zu entgehen, ist diese Vorstellung meiner Meinung nach etwas Realitätsfern.

Le: so isses ;)


H: Hallo M.! Was denkst du, wie sieht Sartre den Menschen?

M: Sartre sieht den Mensch als Wesen, das durch Rasse, Klasse, Sprache, Geschichte etc. geprägt wird. Durch diese Prägung ist der Mensch dann auch vollkommen verantwortlich für sein Handeln.

Ma: Ja, Michael, da gebe ich dir Recht, aber du hast vergessen, dass jeder Mensch nicht nur für sein eigenes Schicksal verantwortlich ist, sondern, dass sich die Schicksale der Menschen in vielen Bereich überschneiden. Bspw. der Arbeitgeber, der seinem Angestellten kündigt und dieser danach obdachlos wird.

H: Ja, ich kann euch beiden in den Punkten auch nur zustimmen. Als Letztes würde ich aber noch hinzufügen, dass Sartre die Existenzphilosophie als eine Art Synthese sieht und der Mensch daher auf der einen Seite determiniert ist und auf der Anderen aber indeterminiert. Wir können das insofern begründen, dass der Mensch von Anfang an an die Freiheit gebunden ist (Determinismus) jedoch dann seine Handlungen frei „wählt“ (Indeterminismus) und für alle Konsequenzen verantwortlich ist.

M: Da habt ihr beide Recht. Doch habt ihr euch einmal damit befasst, wie Sartre die Freiheit des Menschen sieht und wie er diese berurteilt? Wie ich oben schon gesagt habe, ist nach Sartre jeder Mensch für sein Handeln verantwortlich und somit frei in seinen Entscheidungen. Doch dieses Menschenbild hat einen erheblichen negativen Punkt, da durch diese Freiheit jeder Mensch eine schwere Last auf seinen Schultern trägt und nicht nur für sich sondern auch für die gesamte Welt verantwortlich ist.

Ma: Das war das, was ich versucht habe, euch darzulegen. Also sind wir uns in diesem Punkt schon mal einig. Aber es stellt sich mir noch die Frage, ob denn auch Menschen, die obdachlos sind, Alzheimer oder irgendwelche Zwänge haben, auch frei sind, ich meine, sie haben sich es ja nicht ausgesucht, oder? Also in Teilen vielleicht, da wir hier im deutschen Sozialstaat leben und niemand auf der Straße leben, muss aber für körperliche Versehrtheiten kann man doch nichts, ich meine sie haben es sich ja nicht ausgesucht. Da kommt man wirklich ins Überlegen, ob der Mensch in diesem Bereich nicht vielleicht determiniert ist. Was meint ihr dazu?

H: Ich denke, dass man laut Sartre sehr wohl etwas für seine körperliche Versehrtheit kann. Es steht ja immer einem frei, wie man sich im Leben verhält und welche Risiken man eingeht. Ausnahme ist natürlich die Behinderung, wenn man geboren wird. Alles im allen muss noch gesagt werden, dass Sartre meiner Meinung nach sehr nah am kategorischen Imperativ von Kant arbeitet und behauptet, dass jede Handlung eines einzelnen Individuums immer Auswirkung auf seine Umwelt hat. Ansonsten kann ich euch beiden in euren Behauptungen nur zustimmen. Ich denke, dass Sartre in seinen Behauptungen durchaus gute Stellungnahmen angibt und man ihn in existenzphilosophischer Sicht in als Vorbild sehen kann.

Mittwoch, 25. Mai 2011

Freiheit: Joghurts und Stimmzettel

Hier wieder eine Sendung zur Freiheit:





Sonntag, 22. Mai 2011

Freiheit? --> Nur mit billiger Arbeitskraft!

Die Qual der Wahl? Pfirsich oder Torte?

Du stehts vor einer Orte und einem Pfirsich. Was tust du? Gehst Du weg? Nimmst Du eins von beiden? Welches? Nimmst Du beides? ... Diese Fragen berühren den Aspekt der Freheit des Menschen? Ist der Mensch frei? Oder ist er in seinen Entscheidungen/Handlungen durch Erfahrungen, durch seine Erziehung, sein Umfeld, seine Bildung oder durch die Medien vorbestimmt? (Determinismus vs. Indeterminismus)



Wann ist Knecht Anton frei?



Montag, 15. November 2010

Q 3/4: Klasse Mode! Oder warum der Führende immer auch der Geführte ist!

Georg Simmel: Zur Psychologie der Mode

Mode ist ein breit gefächerter, schwer zu fassender Begriff. Er umfasst nicht nur Oberflächlichkeiten wie Kleidung oder Frisuren, sondern kann auch Verhaltens -oder Umgangsformen einschließen. Doch wie entsteht überhaupt eine Mode? Der deutsche Philosoph und Soziologe Georg Simmel hat in seiner „Psychologie der Mode“ versucht, diese Frage zu beantworten.
Eine Mode zeichnet sich laut Simmel zunächst einmal dadurch aus, dass sie nur von einem Teil der Gesellschaft ausgeübt wird. Das kann ein einzelnes Individuum sein oder eine kleinere Gruppe von Menschen, aber nie die gesamte Gesellschaft, denn eine Mode lebt von der, wie Simmel sie nennt, „nach Gleichem strebenden Gesamtheit“. Es muss immer jemanden geben, der den kleinen Teil, der eine bestimmte Mode vorgibt, um diese beneidet und danach strebt das Gleiche zu tun. Andernfalls gibt es für den Modeschöpfer keinen Grund mehr, sie weiter auszuüben. Spätestens aber, wenn die „nach Gleichem strebende Gesamtheit“ vollständig zur „Gleiches tuenden Gesamtheit geworden ist“, muss eine neue Mode her.
Die Gründe für das Ausüben einer Mode liegen nach Simmels Auffassung in zwei unterschiedlichen Bedürfnissen: Zum einen im Bedürfnis nach Abgrenzung und zum anderen im Bedürfnis nach Zugehörigkeit. Man will sich also mit der Wahl eines bestimmten Stils entweder vom Rest der Gesellschaft abgrenzen oder in eine bestimmte Gruppe integriert werden. Beide Bedürfnisse entstehen laut Simmel jedoch aufgrund der Unselbstständigkeit und Anlehnungsbedürftigkeit von Menschen, die die Anerkennung anderer Menschen benötigen, um ihr Selbstwertgefühl zu steigern. Deshalb sind die Schöpfer neues Moden auch meistens dieselben, die auch vorher schon in dieser Position waren.
Auch wenn Simmels Theorie auf den sozialen Umständen des 19. Jahrhunderts basiert und unsere Gesellschaft heute deutlich differenzierter ist, sind die Gründe für das entstehen einer Mode die gleichen geblieben. Das Bedürfnis nach Abgrenzung oder Zugehörigkeit ist noch immer ausschlaggebend.

Als Karikatur auf modische Menschen die "sogenannten Klassefrauen" von Erich Kästner:

Sind sie nicht pfuiteuflisch anzuschauen?
Plötzlich färben sich die Klassefrauen,
weil es Mode ist, die Nägel rot!

Wenn es Mode wird, sie abzukauen,
oder mit dem Hammer blau zu hauen,
tuns sie's auch und freuen sich halbtot.

Wenn es Mode wird, die Brust zu färben
oder - falls man die nicht hat - den Bauch...
wenn es Mode wird, als Kind zu sterben
oder sich die Hände gelb zu gerben
bis sie Handschuh'n ähneln, tun sie's auch.

Wenn es Mode wird, sich schwarz zu schmieren,
wenn verrückte Gänse in Paris
sich die Haut wie Chinakrepp plissieren,
wenn es Mode wird, auf allen Vieren
durch die Stadt zu kriechen, machen sie's.

Wenn es gälte, Volapük zu lernen,
und die Nasenlöcher zuzunähn
und die Schädeldecke zu entfernen
und das Bein zu heben an Laternen
morgen könnten wir's bei ihnen seh'n.


Denn sie fliegen wie mit Engelsflügeln
immer auf den ersten besten Mist.
Selbst das Schienbein würden sie sich bügeln!
Und sie sind auf keine Art zu zügeln,
wenn sie hören, daß was Mode ist.

Wenn's doch Mode würde, zu verblöden!
Denn in dieser Hinsicht sind sie groß.
Wenn's doch Mode würde, diesen Kröten
jede Öffnung einzeln zuzulöten,
denn dann wären wir sie endlich los.

unter [klick] findet sich eine vertonte Version von Holger Münzer (1976)

Weiterführende Links/Literatur:

  • Eveline Müller (Uni Zürich), Georg Simmels Modetheorie, Zürich 2003. [klick zum pdf]
  • Ingo Mörth (Uni Linz), Georg Simmels Modetherien, Linz 2004. [klick zum pdf]


Formales:
--------------------------------------------
Blogbeitrag von: Felix Sievers
Kurs: Q 3/4 pl1 und pl2
Datum: 14.11.2010
Thema: Georg Simmel: Zur Psychologie der Mode

Samstag, 25. September 2010

Q 3/4: Die Welt eine Spielothek? Über das Sein, den Schein und das Spiel als ästhetische Aspekte (F. Schiller)

Ist die Welt eine Spielothek? Friedrich Schiller versucht mit seiner Theorie vom Spiel einen wesentlichen Aspekt des Menschseins näher zu begründen und führt an, dass der Mensch "nur da ganz Mensch ist, wo er spielt." (15. Brief). Der Mensch sei demnach also ein Homo ludens (Johan Huizinga). Das Spiel ist für eine freie autonome Entwicklung des Menschen von unbedingter Bedeutung, weil nur im Spiel eine Synthese von Sinnlichkeit und Vernunft gelingt. Damit wird Bezug auf die Zwei-Welten-Theorie von Platon und die folgende scholatische (mittelalterliche) Unterscheidung der mundus sensibilis und der mundus intelligibilis genommen.
In diesem Dualismus hat dann auch das Verhältnis von Natur und Kultur einen besondren Platz. An dieser Naht-/Konfliktselle versucht Schiller den Menschen in seinem Dasein und Sosein zu bestimmen, er verfolgt also eine anthropologische Fragestellung mit kulturtheoretischer Dimension (Vgl. Norbert Schneider). Ein moralisch gebildeter Mensch sei damit auch ein ästhetischer gebildeter Mensch, der nicht versucht, die Natur mit einem rohen physischen Gewalttrieb zu beherrschen, sondern versucht, sich aus der Natur durch Kultur herauszuheben: "Anmut ist eine Schönheit, die nicht von der Natur gegeben, sondern von dem Subjekte selbst hervorgebracht wird." (In: Über Anmut und Würde).
Schiller versucht das Spannungsverhältnis zwischen Mythos und Logos nicht einseitig zu entscheiden und will verhindern, dass ein Gewicht zugunsten der Ratio (logos) die Kunst vertreibe.
Friedrich Schiller - ein Idealist - ist sich bewusst, dass Ideale sich nicht immer praktisch und real umsetzen lassen. Aus diesem Grund spielt die Theorie des Scheins in seiner künstlerischen und ästhetischen Konzeption des Menschen eine wichtige Rolle (26. Brief). Die Wirklichkeit, die jeder Mensch erlebt, wird nicht immer getragen von Idealen (z.B Freiheit), sie ist geprägt von Handlungsregeln und Handlungszwängen. Mit Hilfe seiner Einbildungskraft (Imaginitio) kann der Mensch sich jedoch über diese Grenzen hinwegsetzen. Er kann sich eine Welt vorstellen, die die Mängel und Fehler der tatsächlichen Welt ausgleicht, idealisiert und haromisiert. Dies ist die Welt der Kunst und der Schönheit, die sich durch "perfectio" (Vollkommenheit) bestimmt. Schiller: "Die Schönheit ist allerdings das Werk der freien Betrachtung, und mit ihr treten wir in die Welt der Ideen - aber was wohl zu bermerken ist, ohne darum die sinnliche Welt zu verlassen." (25. Brief)
oder:

Einige erläuternde Bemerkungen zur Ästhetik von Friedrich Schiller durch Dr. Esfandiar Tabari, Mitarbeit am philosophischen Institut der Universität in Stuttgart: Schritt für Schritt legt er Grundlagen zum Verständis vom Schiller. [Link]

Schiller, Friedrich, Über die ästhetische Erziehung des Menschen, Stuttgart 1965.

-----------------------------------------------------------------------------------------
Formales:
Ergänzung zur Stunde vom 28.09.10
verfasst von: Muckrakers, Nicki B., Kosta N.

Samstag, 26. Juni 2010

Der 'freie' Wille und seine praktische Relevanz

Der Patientenwille:
Der Bundesgerichtshof hat gestern den Willen gestärkt. Den freien Willen. Den Willen des Patienten. Der Richterspruch erlaubt nun einen Behandlungssabbruch und stellt klar, dass die Patientenverfügung (und damit der Wille) streng zu achten sei. Die Frankfurter Rundschau berichtet: "Erstmal hat der BGH entscheiden, dass Sterbehilfe straflos bleibt, wenn der Behandlungsabbruch dem Willen des Patienten entspricht. Gibt es diesen feststellbaren Patientenwillen und sind sich Arzt und Betreuer einig, muss kein gericht eingeschaltet werden. Mehr noch: Die Sterbephase muss nicht einmal begonnen haben. Auch bei einem Koma, das sich möglicherweise noch Jahre hinzieht, darf die künstliche Ernährung eingestellt werden." Die Justizministerin zeigt sich in ihrer liberalen Freiheitsauffassung bestätigt: "Der freiverantwortlich gefasste Wille eines Menschen muss in allen Lebenslagen beachtet werden."
Der Psychotherapeut Michael Wunder äußert sich dagegen kritisch: "Können wir jemals wissen, was wir einstmals wollen?" Er meint nämlich, dass Wachkomapatienten keine Sterbenden seien, sondern auf ihre Weise leben würden.

Das Strafrecht:
Was ist Willensfreiheit? Um eine Antwort auf diese Frage wird auch in der Diskussion um den Straf- und Maßregelvollzug gerungen. Das Strafrecht belegt eine Handlung - so sie gegen die geltenen Regeln und Normen sind - mit einer Schuld. Diese Schuld setzt theoretisch voraus, dass der straffällig gewordene Mensch vor der Tat hätte anders handeln können. Dass der Täter jedoch einen anderen handlungswirksamen Willen hätte bilden können, dafür habe bislang keien Wissenschaft einen Beweis bringen können, So Grischa Merkel (Lehrstuhl für Strafrecht in Rostock) und Gerhard Roth (Prof. für Neurobiologie an der Uni Bremen). Selbst Kant - Indeterminist und geistiger Vater des freien Willens, habe nachdrücklich betont, dass der Alternativismus niemals empririsch festzustellen sei.

Mittwoch, 23. Juni 2010

Schöne Ferien wünschen Muckrakers ...

Muckrakers wünschen schöne Ferien!

Samstag, 19. Juni 2010

Kants Ethik als System von Zwecken und die Menschenwürde

Sitzung vom 18.06.10:
  • Menschheitszweck- und Autonomieformel
  • Reich der Zwecke
  • Autonomie und Heteronomie
  • Herleitung der Menschenwürde
  • Freiheit als Unabhängigkeit von der Naturnotwendigkeit
  • Marktpreis, Affektionspreis, Würde
  • Beispiele: Sklaverei, Leistungssport, Prostitution und eine Wasserflasche

Übersicht zum Ausdrucken

Montag, 4. Januar 2010

He's alive: Bruder Camus

Am 4. Januar 1960 - also heute vor 50 Jahren - stirbt der sogenannte Philosoph für Abiturienten durch einen Autounfall in der Nähe von La Chapelle (Frankreich). Vom 15. bis 24 Januar finden die Internationalen Albert-Camus-Tage in Wuppertal statt.
Arno Widmann, Schreiberling der Frankfurter Runsschau schreibt in der heutigen Ausgabe über seine eigene Camus-Leseerfahrung: "Als Schüler las ich es [Anm.: Das Buch "Mythos des Sisyphos"], als habe der längst verstorbene Autor es für mich geschrieben. Vor allem den ersten unvergesslichen Satz: Es gibt nur ein wirklich ernsthaftes philosophisches Problem: den Selbstmord."

Wer sich neben der aktuellen Tagespresse und selbstverständlich neben den Originalwerken informieren will, dem sei die Internetseite der Camus-Tage in Wuppertal empfohlen:

Camus lebt

Auf dieser Seite kann auch ein Flyer (pdf-Format) zu den Veranstaltungen heruntergeladen werden.

Dienstag, 2. Juni 2009

Knut frühstückt Erdbeermarmelade - Warum? Und wann ist der Mensch frei?

Was ist Freiheit, wann hat ein Mensch frei gehandelt? Sind Tiere generell frei in ihrem Handeln? Fragen, die sich der Mensch im Rahmen der dritten kantischen Fragestellung stellt: Wie soll und wie kann ich als Mensch handeln? Zur Illustration der menschlichen Freiheitsproblematik, die in dem PostLabel 'Freiheit' behandelt werden (von Schopenhauer bis Satre, von Determinismus bis Interdeterminismus), dient folgende Situation:

und diese bringt die Sache auf die Spitze ...


Doch nun zum ersten Gruppenbeitrag: Knut frühstückt Erdbeermarmelade

Knut frühstückt. Er schneidet sein Brötchen auf und überlegt sich nun, ob er Erdbeer- oder Kirschmarmelade essen möchte. Heute entscheidet er sich für Erdbeermarmelade. Wie frei war er in seiner Entscheidung?

Zunächst unterscheidet man zwei Kategorien von Freiheit, die Handlungsfreiheit und die Willensfreiheit. Die Philosophen sind sich einig, dass Knut in seiner Handlung frei war, weil er weder behindert war noch dessen Hände gebunden waren. Jedoch scheiden sich die denkenden Geister bei der Frage, ob er der Willensfreiheit unterlag. Die Meinungen unterteilen sich hierbei in zwei Hauptgruppierungen, die Deterministen und die Indeterministen.
Die rationalistischen Deterministen z.B. Thomas Hobbes und David Hume behaupten, es gäbe keine Willensfreiheit des Menschen, da er wie ein Automat auf natürliche chemische Reaktionen reagiert, die in der Wissenschaft nachgewiesen sind. Sie würden Knuts Entscheidung damit begründen, dass er sich lediglich auf Grund von Reizen und Instinkten seines Gehirns entschied. So könnte die Erdbeermarmelade einfach besser nach Früchte duften.
Die Indeterministen und ihre Hauptvertreter Platon, Kant, Fichte, Schelling und Sartre vertreten die These, dass dem Menschen die Möglichkeit des freien Willens gegeben ist. Kant unterscheidet hierbei auf Grund zweier Einflussfaktoren, des empirischen Seins und des intellegiblen Seins. Nach dem empirischen Sein würde Knut sich für die Erdbeermarmelade entscheiden, da er aus seiner Erfahrung heraus weiß, dass diese ihm besser mundet. Nach dem intellegiblen Sein würde er sich jedoch für Kirschmarmelade entscheiden, da er weiß, dass die Erdbeermarmelade fast leer ist und seine Schwester ausschließlich Erdbeermarmelade isst.

Daraus entstehen oftmals Dilemmasituationen, da der Mensch zwischen diesen Einflussfaktoren abwägen muss.

von Frauke, Johanna, Phillip

Sonntag, 31. Mai 2009

Freiheit und warum wir das Gewicht der Welt auf unseren Schultern tragen

Während es häufig scheint, als seien wir weit davon entfernt, unsere Situation willkürlich ändern zu können, so müssen wir uns zumeist eingestehen, nicht einmal uns selbst ändern zu können; geprägt von der Kindheit, gezwungen von Befehlen, gezwungen von Moral.

Doch wie könnten wir Freiheit als jene erkennen, gäbe es keine Widerstand leistende Welt? Wichtig ist, nach Jean Paul Sartre (1905-1980), klarzustellen, dass der freie Mensch nicht unbedingt erreicht, was er zu erreichen versuchte, sondern lediglich in der Lage ist zu bestimmen, was er will.

Der freie Mensch ist zwar frei zu wählen, aber seine Freiheit selbst, die kann er nicht wählen. Freiheit als ein dem Faktum (Gegebenen) Entrinnen. Interessanterweise, muss man feststellen, dass es auch das Faktum des dem Faktum Entrinnens gibt. Dies bezeichnet Sartre als die Faktizität (Geworfenheit) der Freiheit.

Er definiert die Freiheit als ein „verlassen sein von Führung“, da der Mensch in ihr als Entscheidungen-Treffender für alles verantwortlich ist. Dieser kann sich also auch nicht beklagen, da er seine Situation stets selbst gewählt hat.

Als Beispiel führt Sartre den Krieg an, der keinesfalls „unmenschliche“ Verhältnisse schafft, da er ja vom Menschen geführt wird. Jeder der hierdurch Schlechtes erfährt, ist weiterhin selbst dafür verantwortlich Schlechtes zu erfahren, da er ja wählen könnte, nichts Schlechtes durch den Krieg zu erfahren, beispielsweise durch Selbstmord.

Natürlich hängt die Wahl von der Gewichtung der eigenen Werte ab, so ist vielen sicherlich das Leben der wertvollste Schatz, sodass sie eher diese schlimme Periode miterleben möchten, als garnichts mehr mitzuerleben. „Wie dem auch sei, es handelt sich um eine Wahl.“


Jeder Mensch ist verurteilt frei zu sein.-


Nach Jean-Paul Sartre – Jesse, Tim, Nicki

Samstag, 30. Mai 2009

Kant und der Ultimate Fight Club

..... Kausalität und Freiheit .....

Immanuel Kant behauptet, dass jeder Mensch in der Lage ist, im Rahmen der Naturgesetze völlig frei zu handeln. Die zugehörige Antithese hingegen besagt, dass jeder Mensch ein vorbestimmtes Schicksal (siehe Determinismus) vorgeschrieben besitzt. Grundsätzlich definiert Kant die Freiheit als eine transzendentale Idee. Dies bedeute, dass Mensch und Freiheit unabhängig voneinander existieren. Der Königsberger Philosoph definiert die Freiheit also als eine von Zeit und Ort (Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis) unabhängige Idee.
Nach Kant gibt es zweierlei Arten von Kausalität. Die erste sei die der Natur, die zweite sei die der Freiheit des Menschen. Definitionsgemäß wird der Mensch in seiner Freiheit letztlich durch die Naturgesetze eingeschränkt. Folgende Aussage von Immanuel Kant erläutert diesen Tatbestand: „Nach seinem empirischen Charakter würde also dieses Subjekt, als Erscheinung, allen Gesetzen der Bestimmung nach, der Kausalverbindung unterworfen sein, und es wäre so fern nichts, als ein Teil der Sinnenwelt, dessen Wirkungen, so wie jede andere Erscheinung, aus der Natur unausbleiblich abflössen.“
In der Karikatur von Erik Liebermann, ist die Freiheit des Menschen nach der Kausalität der Natur eingeschränkt. Der einzige Spielraum des Menschen in seiner Freiheit, ist der, der ihm innerhalb seines eigenen Käfigs bleibt, da er laut Kant durch die Naturgesetze eingeschränkt ist. Welcher Mensch sich in welchem Käfig befindet, wird laut der Antithese Kants von der Natur vorbestimmt (These des vorbestimmten Schicksals). Dies bedeutet, dass auch Freiheit gewissen Einschränkungen der Naturgesetze unterliegt.

Im Bezug auf den Ultimate Fight Club, werden zwei Subjekte in einem Käfig unabhängig voneinander, miteinander konfrontiert. Hinsichtlich der Freiheitsfrage muss man fragen, ob diese zwei Subjekte nach Kant frei sind. Das mag wohl grundsätzlich richtig sein, unter einer moralischen Perspektive betrachtet würde Kant diesen Kant vermutlich ablehnen.

INFO: Bei Ultimate Fight Club stehen sich zwei Kämpfer in einem achteckigen Käfig gegenüber, die ohne Schutzkleidung aufeinander einprügeln. Auch wenn der Gegner bereits am Boden liegt, darf man weiter auf diesen eindreschen bis dieser aufgibt. Auch Schläge auf den Kopf sind erlaubt. (siehe dazu auch: Badische Zeitung)

Verfasser: Theo Nikolaidis, Kosta Nikolaidis und Lorn Messner