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Dienstag, 3. September 2013

Neue Texte vom Poetry Slam: Generation Yolo






Philosophy-Slam an der Universität in Kassel, Science-Slam auf der Ideen-Expo und Poetry-Slam am Gymnasium Mellendorf. In einem „Dichterwettstreit“ um gute Inhalte und gute Texte hat Kathrin Schobel einen generations-selbst-kritischen Text vorgelegt. Diesen wollen Euch Muckrakers präsentieren und damit ebenfalls Mut machen, eigene Gedanken in Textform zu bringen:

 

Generation Yolo
 
Untertitel: Wenn mir noch mal jemand sagt, Deutschland bräuchte mehr Kinder, schlage ich ihm eine rein.

Wenn das Buch leere Seiten hat, bleibt einem nichts übrig, als es nach dem Einband zu beurteilen. [Zitat: Ich]


Die Kinder werden Stunden zählen
Ohne Internet zum Zocken
Und in Embryonenhaltung
In der Zimmerecke hocken

Rofl, Yolo, OMG
Wer Swag hat, der hat schon gewonnen
Und dieser zweite Weltkrieg
Soll doch auch bald in die Kinos kommen

Mit Smartphone, Internet und Chat
Alles wird komplett direkt
Alles wird kürzer
Und schneller
Und nahe
Wer braucht schon Vokale?
Wir schaffen das Wahre

Mich würde es nicht wundern
Wenn man den Toaster irgendwann
Mit seinem Smartphone steuern kann
Wenn man seinen Laptop nach dem
Programmieren lustvoll fragt: „Na, wie war ich?“
Jeden Tag
Das Wetter googelt, anstatt rauszusehen
Und bloß vermeidet, rauszugehen
Nach dem Weekend routiniert
Dieselben Themen diskutiert
Männer, Mode, rote Lippen
Mädchen, Muskeln, große - Augen

Dann wird gesucht nach Peinlichkeiten,
Saufbedingen Zwangsneurosen,
nach pikanten Kleinigkeiten
Autoschlüssel, Unterhosen
Dann hat man
über das Promille - messen
auch noch seinen Freund vergessen
Der vom Alkohol besiegt
noch irgendwo im Schuppen liegt

Wenn die kleinen Mädchen sich schon mit kleinen Klamotten kleiden
und nicht mal leise leiden wenn sie Greisen glatte Beine zeigen
Und die Beziehung erst beginnt, wenn Freunde sie auf Facebook liken
Und sie auch erst zu Ende ist, wenn Beide das auf Facebook schreiben
Wenn die Kleinen meinen, dass sie alle schlauer sind als ich
Und Jack Daniels buchstabieren können, Apfelschorle aber nicht
Was sie auch nicht weiter stört
Steht ja heut auf jedem Shirt

Verrückt und individuell
Die Grenzen sprengen
Anders denken
Jede Hilfe kommt zu spät
Crazy ist man heute schon, wenn man mal nachts nackt baden geht
Doch alles, was der Norm missfällt
Und sei es noch abgefahren
Wird verstoßen, plötzlich sind sie
alle lieber die Normalen

Man trifft sich nicht mehr zu den netten
Dates, nein, man will lieber chatten
Und wenn sich zwei dann aus Versehen
mal außerhalb von Facebook sehen
Dann sitzen sie sich gegenüber
schweigend,  jeder chattet lieber

Zigaretten sind bei ihnen
auf einmal USK sieben
„Angesagt“ bekommt ein Update,
anders wird man niemals Teil:
Raucher, Macho, Sprücheklopfer
Heut ist plötzlich alles Opfer


Über Fehler von Gestern
Wird man morgen noch lästern
Und schließt man sich nicht an
Ist man übermorgen dran
Das sind wir
Das ist
Generation Yolo

Kinder sind unsere Zukunft

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von Kathrin Schobel, Wedemark, Jg. 12 am 02.09.2013

Donnerstag, 18. November 2010

Heute: W E L T T A G der P h i l o s o p h i e



Die Unesco feiern heute am 18. November den Welttag der Philosophie. Schulen, Universitäten und andere Einrichtungen sind aufgefordert, die Philosophie als solche zu thematisieren und zu kritischem Denken aufzufordern. Jugendliche sollen ihre philosophische Ader entdecken und in einer globalisierten Welt lernen eine fragende Haltung in Leben, Alltag und Wissenschaft einzunehmen. Dabei spielt vor allem auch die Qualität des Nachdenkens eine Rolle. Die Frankfurter Rundschau fordert zurecht heute in einem Kommentar, Journalisten, wie Richrad David Precht (Wer bin ich, wenn ja wie viele?) die auf Leitartikelniveau vermeintliche philosophische Gedankenergeüsse notieren und in Talkshows sich mit "Philosoph" anreden lassen, nicht als Philosophen zu zählen. Dies schade nachhaltig der Philosophie als Wissenschaft vom präzisen und kritischen Denken.

weitere Infos direkt bei der UNESCO [klick]

Freitag, 29. Oktober 2010

Macht Worte - Poetry Slam im Opernhaus !!!

Hannovers Dichterschlacht „Macht Worte!" gastiert am 7. November zum zweiten Mal im Opernhaus. Angelehnt an Richard Wagners „Ring des Nibelungen" widmen sich zehn der besten deutschsprachigen Slam-Poeten mit ihren Texten dem Thema „Macht und Gier


Nach dem großen Erfolg und ausverkauftem Haus mit 1202 Zuschauern im März 2010 ist er endlich wieder da: Niedersachsens, nein, Norddeutschlands größter Poetry Slam! Zehn Dichterinnen und Dichter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wetteifern live und rasant mit ihren Texten in den heiligen Hallen des Opernhauses um die Gunst des Publik-ums. Pate steht Richard Wagners „Ring des Nibelungen", denn das Thema dieser außer-gewöhnlichen Dichterschlacht, bei der es Text-Stakkati und Silben-Saltos hagelt und das Publikum über den besten Beitrag des Abends entscheidet, lautet: „Macht und Gier." Ein Thema, das es in sich hat. Brandaktuell. Brisant. Und garantiert wortakrobatisch brillant in Szene gesetzt. Also auf. Auf ein Machtwort in die Oper. Oder gleich zwei...

Im Wettbewerb treten unter anderen Etrit Hasler (St. Gallen /CH), Frank Klötgen (Berlin), Tobias Kunze (Hannover), Nils-Elias Molle (Hannover), Etta Streicher (Hamburg), Dominique Macri (Marburg), Tobi Heyel (Stuttgart) und Markus „Koschuh" Kozuh (Innsbruck/Ö) an. Durch den Abend führen die Autoren und Literaturveranstalter Henning Chadde und Jan Egge Sedelies.

MACHT WORTE! - Der Poetry Slam im Opernhaus
Dichterschlacht zum Thema „Macht und Gier"
Sonntag, 07.11.2010, Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20 Uhr
Staatsoper Hannover, Opernplatz 1, 30159 Hannover
Eintritt: 8,- Euro (VVK und AK), ermäßigt: 5,- Euro

Dienstag, 17. November 2009

philosophisches Zähneputzen

Zähneputzen
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Das Zähneputzen
durchaus eine philosophische Tätigkeit.
Hin und her.
In Unruhe.
Im Spiegel stets den Blick.
Selbsterkenntnis?
In den Zwischenräumen des Lebens
nach den kleinen Drecksstückchen schauen.
Manchmal hat auch die Wahrheit Parondentose.
Der wache Geist als Zahnseide.
Nietzsche als Oral B.
Morgens Platon,
abends Wittgenstein.

(c) heimwehschreiben

Sonntag, 4. Oktober 2009

PhilosophieTV ... Kultur pur auf arte

Bewegte Bilder, die sich ganz bewusst und informativ mit Themen der Philosophie aus der Perspektive der Philosophie beschäftigen, sind im Fernsehen sehr selten. Wenn dies tatsächlich einmal der Fall sein sollte, finden sich meist lange wissenschaftliche Beiträge, die mehr der Langeweile huldigen als der kompakten Genauigkeit philosophischer Probleme.

Der deutsch-französische und öffentlich-rechtliche Fernsehsender "arte" hat diesbezüglich eine gute Sendung im Angebot. Immer sonntags um 12.30h gibt es eine knappe halbe Stunde Philosophie pur: Themen der bisherigen Sendungen waren Identität, Utopie, Phantasie, Thater, Bild, Tod, Gefühl, Körper, Gesicht, macht, Inspiration, Freundschaft, Verantwortung, Melancholie, Hässlichkeit, Mischung, Liebe, Arbeit, Dummheit, Musik, Aktualität und Unterrichten. Wer die Sendungen verpasst hat, kann diese im ArteTV nachschauen.
Großer Vorteil ist die Länge der Sendungen. Mehr kann und sollte man als Denkender nicht aufnehmen, denn das Aufgenommene will notiert und überdacht werden.

Muckrakers wünschen viel Spaß beim Gucken und vor allem viele gute kritische Gedanken.

Samstag, 3. Oktober 2009

Trinkst Du noch Kaffee oder philosophierst Du schon?

Erste Kaffeehäuser entstanden im Osmanischen Reich, echte Cafékultur entwickelte sich in den Städten Paris und Wien. Und nun auch in der Wedemark!
Das Café war immer ein intellektuell ansehnlicher Raum: Literaten, Künstler, Politiker, Bürger und Philosophen stritten, diskutierten dort für eine bessere Welt (...). Auf der einen Seite verspricht das Café als öffentlicher Raum die Möglichkeit der diskursiven Transparenz, auf der anderen Seite aber auch eine Oase an Vertrautheit und Intimität. Selbst Jürgen Habermas stellt in "Strukturwandel der Öffentlichkeit" fest, dass Kaffeehäuser einen wichtigen Bereich der öffentlichen Sphäre einnehmen, durch den sich eine bürgerlich-liberale Öffentlichket bilden konnte. Kurzum: Ein philosophisches Café ist Kultur mit intellektuellem Wohlfühlcharakter.
Im Rahmen der Projektwoche "Umwelt" gründete sich im Projekt "Naturphilosophie" bei Frau Sauerbrei und Herrn Heim zum ersten Mal ein philosophisches Café in der Wedemark. Interessierte Besucher konnten sich bei selbstgebackenem Kuchen und "selbstgebrühtem" Kaffee an den Café-Tischen zu den Themen "Natur in der Philosophie", "Umgang mit Natur", "Stellung des Menschen in der Natur" und "Moral und Natur: Tierversuche?" informieren, aber auch mitdiskutieren.
Zuvor hatten sich die Teilnehmer des Projekts eingehend mit Texten von Lukrez, Arnold Gehlen und Dieter Birnbacher beschäftigt und sich in einem Expertengespräch mit Herrn em. Prof. Dr. Jürgens von der Medizinischen Hochschule Hannover auch über die naturwissenschaftliche Perspektive auf "Natur" informiert.
Im Café-Gespräch kam es den initiierenden Diskutanten zunächst nicht darauf an, bestimmte Position zum Umgang mit der Natur (Anthropozentrismus, Biozentrismus, Pathozentrismus oder Holismus) zu präferieren, sondern über die Handlungsmöglichkeiten des einzelnen Menschen in Entscheidungssituationen hinzuweisen.
Die CafébetreiberInnen waren mit der Gästezahl rundum zufrieden und freuen sich über Spenden im Wert von 53€, die dem nächsten sozialen Projekt für "Humanitäre Schule" zu Gute kommt.


Vielen Dank für Ihren Besuch!!!

Sonntag, 2. August 2009

"Gedanken-Wrestling für Spontane": Der Kasseler 'Philosophy' Slam'

Dichterwettbewerbe - neudeutsch: Poetry Slam - sind mittlerweile anerkannte Veranstaltungen und intellektuelle Wettbewerbe. Im modernen Zuge dieser Idee hat sich der Gedanke, vom Literaturbetrieb ausgehend, weiter verbreitet. So wurden in den USA seit den späten 90zigern auch Philosophy-Slams ausgetragen.
Im Herbst 2008 folgte nach einem ersten Auftakt in Augsburg dann der "Erste Kasseler Philosophy-Slam", veranstaltet vom Institut für Philosophie in Kassel. Hier standen jedoch die Aspekte der Kreativität und der Spontatintät stark im Vordergrund. Spiegel-Online bezeichnete diese Veranstaltung als "Gedanken-Wrestling für Spontane". Und so funktioniert das Kasseler Konzept:
  • Den Slammern wird am Veranstaltungsabend eine zu behandelnde philosophische Frage gestellt, z.B. Braucht der Mensch Konkurrenz?
  • Die Teilnehmer haben 45min Zeit dazu einen Text zu verfassen.
  • Die Form des anschließend vorzutragenden Textes (5-7 Minuten)ist freigestellt.
  • Bewertung erfolgt im Anschluss des Vortrags durch das Publikum auf einem Zettel per Ordinalskala.
  • Nach der Auswertung erhalten die besten fünf Beiträge kleinere Buch- und Sachpreise.
Während bei der Auftaktveranstaltung 80 Zuhörer Genuss am Wettbewerb fanden, erhöhte sich diese Zahl auf 150 Personen beim zweiten Philosophy Slam im April diesen Jahres. Hier slammten 9 Teilnehmer zu der Frage 'Was sind verpasste Chancen?'. Die Qualität der Beiträge zeigte - so die Hessisch Niedersächsische Allgemeine (zum Artikel)-, dass spontanes Philosophieren nicht nur interessant ist, sondern einen hohen Unterhaltungswert haben kann. Übrigens waren beim zweiten Slam eher die nicht erfahrenen Slammer unter den ersten fünf Plätzen.

Nächster Termin in Kassel: 16. Oktober 2009 im AStA-Kulturzentraum K19 in Kassel. Muckrakers werden sich um eine mögliche Exkursion dorthin bemühen ...
Kontakt nach Kassel: Dr. Dirk Stederoth, Institut für Philosophie, Universität Kassel, www.uni-kassel.de/philosophie/slam. Hier finden sich auch alle Texte der Autoren.

Nächster Termin in Augsburg: 22. November, Informationen hier: Klick!

Ein Artikel über die philosophische Praxis des Poetry Slam: Der Kasseler "Philosophy Slam", in: Information Philosophie, 03/2009, S. 51f.

bitte einen kurzen Kommentar mit "interessiert" o.Ä. abgeben, falls eine Fahrt nach Kassel im Oktober gewünscht ist ...

Dienstag, 28. April 2009

Schreiben - Lasst Euch von Deutschlehrern nicht unterkriegen ...

Das Schreiben begegnet einem Menschen überall: Sei es durch das Lesen von etwas, das jemand geschrieben hat, sei es durch Aufgaben, die es erfordern, einige Zeilen zu Papier zubringen. Das sollte doch jeder können? Oder etwa nicht?
Leider bekommen täglich viele junge Menschen bescheinigt, nicht einen klaren Satz aufs Papier bringen zu können ... selbst wenn dem so wäre: Es gibt Abhilfe. Das jedenfalls suggerieren zahlreich Schreibratgeber (Sehr bekannt und empfehlenswert: Sol Stein, Über das Schreiben, bei www.zweitausendeins.de). Google listet unter dem Suchwort "Essay schreiben" etwa 712.000 Treffer auf. Es gibt also Hoffnung am Schreibhorizont. Diese Hoffnung sollte den Kampf gegen (fast) alle Deutschlehrer erträglicher machen. Wahrscheinlich können und wollen die meisten Deutschlehrer keinen kreativen Satz zustande bringen. Denn Schreiben ist auch Handwerk! Und Handwerk kann durchaus gelernt werden. Aber nur dadurch, indem man es tut!

Also: Schreiben lernt man nur durch Schreiben!!!

An dieser Stelle sollen nun keine Tipps für gutes Schreiben erfolgen, das wäre hier ein hoffnungsloses und nicht zu bewältigendes Unterfangen. Lediglich ein paar Links werden angegeben ... vielleicht ergint sich im Anschluss daran auch 'ne nette Zitatesammlung über das Schreiben (die negativer wie positiver Art sein kann). Vielleicht hat auch jemand von Euch eine kleine Geschichte zum Schreiben in Cafès, Schule, Bus oder so zur Hand ... NOCH besser: Nehmt am Essaywettbewerb zum Leibniz-Tag 2009 teil, dies ist die beste Übung. Traut Euch! Und wer negativ ans Werk gehen will, der verfasst einen Essay darüber, warum man icht schreiben sollte ...

Internet (einfach draufklicken):

http://www.psychologie.uni-heidelberg.de/ae/allg/lehre/Leitfaden_Essays.pdf
http://www.essay-schreiben.de/
http://userpage.fu-berlin.de/~boulang/proseminar/techniken/kraemer_essay.htm

Bücher (nach Hannover in die Bibliothek fahren, ausleihen):

Wolf Schneider: Deutsch für Profis. Wege zu gutem Stil
Otto Kruse: Keine Angst vor dem leeren Blatt
Wolf-Dieter Narr und Joachim Stary: Lust und Last des wissenschaftlichen Schreibens
Sol Stein: Über das Schreiben

Sonntag, 26. April 2009

Essaywettbewerb: Diese Welt als beste aller möglichen ....?
















Freunde des Schreibens werden sich freuen. Das Institut für praktische Philosophie veranstaltet einen Essaywettbewerb zum Thema:

Wie ist es bei allem Elend zu verstehen, dass Leibniz die bestehende Welt für „die beste aller möglichen“ hält?

Einsendeschluss ist der 15. Juni. Weitere Modalitäten bzw. Teilnahmebedingungen unter folgendem LINK: http://www.stamer-reflex.com/node/148

Wäre cool, wenn sich hier unter den Kommentaren einige Denkanregungsdiskussionen für die Schreibenden entwickeln würden ...

Sonntag, 8. März 2009

ENDLICH, das Recht auf Philosophie!



Endlich war es soweit. Am letzten Freitag trafen sich einige wackere und wagemutige Geiste, um um zum ersten Male am Gymnasium Mellendorf formal Philosophie zu betreiben. Jedenfalls was die Jahrgangsstufe 11 betraf. (In der Jgst. 10 wurde schon drei Wochen früher begonnen!)

Zunächst ging es nochmals um die Frage, was eigentlich Philosophie ist, also was man zukünftig am Freitagnachmittag so alles machen kann und will. Mit dem Professor für Psychologie und Philosophie Karls Jaspers stellte man fest, dass die Philosophie folgendermaßen begrifflich umschrieben werden kann:
  • Ursprung der Philosophie ist das Staunen (Platon), im Sich-Wundern über Alltägliches.
  • Philosophie beinhaltet den Willen zum Gespräch und zur Mitteilung (Kommunikationsaspekt)
  • Ziel der Philosophie ist die Selbstvergewisserung, ein Bewusstwerden, die Erhellung der Liebe und die Vollendung der Ruhe, um der Wahrheit - so es sie denn gibt - ein Stück näher zu kommen
  • Philosophieren ist ein aktiver Prozess, ein Philosophierender ist ein auf dem Wege Seiender
  • Erstes Prinzip der Philosophie ist auf diesem Hintergrund das Fragenstellen (Verweis zu den 4 Hauptfragen von Kant) und das radikale Bezweifeln von Selbstverständlichkeiten.
Dieses radikale Zweifeln führt nach Helmut Plessner dazu, dass Philosophie ein Wagnis ist, denn die Gefahr der inhaltlichen Bodenlosigkeit kann jeden treffen. Daher ist es wichtig, dass Philosophie und ein Philosoph eine Distanz zu sich selbst aufbauen.

Dienstag, 20. Januar 2009

Diskussionsbedarf - DRINGEND


Im Rahmen der heutigen Diskussion über das Phänomen der Heuchelei wurde eine These zur Entstehung von Werten aufgeworfen. Danach sei jeder Wert im Grunde durch einen naturalistischen Fehlschluss entstanden. Diese These ist diskussionswürdig.

Dabei stellt sich die grundsätzliche Frage: Wie sind moralische Werte wie Freiheit, Wahrheit, Gerechtigkeit entstanden? Hat der Mensch diese von innen heraus gebildet? Oder: Entstehen diese Werte durch äußere Einflüsse wie Beobachtung bzw. Erziehung?

Feuer frei für die Diskussion !!!

Richtig analysieren - Handwerkszeug II

Aristoteles sagt: "Die Rhetoriksei also als Fähigkeit definiert, das Überzeugende, das jeder Sache innewohnt, zu erkennen. (...) edetechnisch ist alles, was aufgrund einer Methode durch uns selbst geschaffen werden kann, so dass man vom einen davon nur Gebrauch machen, das andere jedoch finden muss." Für den mitdenkenden Zuhörer bedeutet dieses, dass er in der Lage ist mögliche Redetechniken zu filtern und sich auf die Sache zu konzentrieren. Was dem Rhetoriker als Handwerkszeug zur Gestaltung einer guten Rede dient, kann dem Zuhörer umgekehrt als Analysewerkzeug für eine Rede dienen und ihm helfen, gute Argumente von schlechten zu unterscheiden.

Folgende Instrumente/Phänomene seien hier wiederholend genannt:
  • Petitio principii (Zirkelschluss)
  • Argumentum ad hominem
  • Äquivokation
  • Unterstellungen, Verallgemeinerungen
  • Argument, Enthymem, Indiz, Beispiel
  • naturalistischer Fehlschluss
Besonders letztgenanntes spielt in der Diskussiom um "Heuchelei" eine wesentliche Rolle und trägt dazu bei, den Vorwurf der Heuchelei moralisch zu entladen.

Montag, 1. September 2008

Siebter Versuch: Die Thaumázein-Methode


Nach Aristoteles (384-322 v. Chr.) beginnt Philosophie mit Staunen und sich wundern. Der Mensch staunt und um sich das Unerklärliche zu erklären, beginnt er zu philosophieren. Wer sich ständig Fragen stellt, denkt in Unkenntnis zu sein. Um dieser zu entfliehen, versucht er zu verstehen, dies aber nur um des Wissens Willen, welches frei und ohne Nutzen ist.
Dies passierte wirklich, denn erst als der Mensch alles Notwendige im Leben hatte, begann er nach diesem Wissen zu streben.

Problembereiche:
  • Man Philosophiert erst wenn der Mensch alles Notwendige hat.
  • Wenn man nicht alles Lebensnotwendige hat, wie z.B. Nahrung, philosophiert man nicht.

von Niko, Enrico und Paula

Sechster Versuch: Die Vorratsmethode


Nach Gerhard Vollmer (*1943) ist Philosophie die Ebene des Denkens, in der man uneingeschränkt alles überdacht hinterfragen, weiterfragen auch unabhängig von Zeit weiterdenken, Neugierde zeigen und befriedigen, Wahrheit finden und teilen kann. Das heißt, wirklich frei zu sein und nur durch seine eigenen Gedanken viel bewegen kann.

Problembereiche: ?

von Christopher und unbekannt

Fünfter Versuch: Die Möglichkeitsmethode


Laut Robert Musil (1880-1942) gibt es zwei Arten von Menschen: Die Wirklichkeitsmenschen und die Möglichkeitsmenschen. Während erstere sich auf das beschränken, was wirklich ist, haben die Möglichkeitsmenschen die philosophische Fähigkeit zu sehen, was sein könnte. Musil zählt sich selbst zu den Wirklichkeitsmenschen und bezeichnet das Möglichkeitsdenken als Schwäche und Flucht vor der Realität.

Problembereiche/Beispiele:
Dennoch erkennt Musil an, dass „die Folgen solcher schöpferischen Anlagen bemerkenswert sein können“ (Zitat). In der heutigen Zeit würde man die Wirklichkeitsmenschen als Realisten und die Möglichkeitsmenschen als Idealisten bezeichnen.

von Malena, Felix, Hanna, Tina UND Jeff

Vierter Versuch: Die Zweifel-Methode


Nach René Descartes (1596-1650) beruht die Philosophie nicht auf dem Vertrauen der eigenen Sinne, denn diese können einen Täuschen, sondern darauf, von Grund auf alles anzuzweifeln und sich eine eigene kritische Meinung zu bilden.
Man sollte nicht auf das aufbauen, was einem als Wahrheit gegeben wird, denn es kann genauso gut falsch sein, wobei es nicht nötig ist, allen die Falschheit nachzuweisen, da dies niemals zu erreichen sei, weil allein der Zweifel ausreicht. (Ergänzung: Ziel des cartesischen Zweifels ist der Beweis der Existenz Gottes)

mögliche Problembereiche:
  • sogar das Vertrauen zu den eigenen Sinnen fehlt -> kein Selbstvertrauen
  • Misstrauen führt zu Einsamkeit -> durch die Einsamkeit kann man den Bezug zur Realität verlieren -> aufstellen falscher Thesen durch die Isolierung
  • Wenn man alles anzweifelt, ist es dann überhaupt möglich die Wahrheit zu finden?
von Alexandra, Thorben, Larissa, Theo und Florian

Freitag, 29. August 2008

Dritter Versuch: Die Selbstbeherrschungsmethode


Nach Gernot Böhme (*1937) ist die Philosophie die Kunst der Selbstbildung. Das Ziel wird durch simples Nachdenken erreicht. Dieses Nachdenken beruht auf Loslösung und Selbstbeherrschung, soll heißen, der perfekte Philosoph ist unbeeinflusst von der Gesellschaft und von Trieben. Sein eigentliches "Sein" beruht nur auf Nachdenken. Damit wird Philosophie zur alles bestimmenden Lebensform.

Mögliche Problembereiche:
(1) Unerreichbares Ideal (Perfektion/ Humanität)
(2) Extreme Isolation der betreffenden Person (Realitätsverlust)

von Nicki, Peter, Tim und Nele

Zweiter Versuch: Die Fläschmethode


Philosophie ist die gedankliche Verarbeitung eines beliebigen Ereignisses oder eines anderen Gegenstandes, der im Geiste „gewälzt wird, mit großen Auswirkungen auf das Bewusstsein".

Zum Beispiel: Jeden Tag öffnet Klaus das Fenster, ohne einen weiteren Gedanken daran zu verschwenden. Eines Tages jedoch überkommt ihn beim Öffnen des Fensters das Bedürfnis (Fläsch), über diese Tätigkeit nachzudenken. Hier beginnt Philosophie! Im Falle von Jean-Jacques Rousseau (1712-1778) führte das Lesen einer Fragestellung in einer Zeitschrift und der darauf folgende Sturm von Erkenntnis, der Rousseau überwältigt, zur Kritik an der „Fassade der Zivilisation“.


Dabei könnten folgende Probleme entstehen:
Nach dieser Definition scheint es, als könne man diese Gedankenvorgänge nicht „planen“, als müssten diese spontan erfolgen. Daraus folgte, dass nicht zu einem geplanten Zeitpunkt über ein vorher bestimmtes Ereignis oder einen vorher bestimmten Gegenstand philosophiert werden könnte. JEDOCH gibt es viele Philosophen, die gerade entgegen dieser Regel gezielt über Geschehnisse bzw. Gegenstände nachdenken können.


von Johanna, Lorn, Sebastian und Sören

Erster Versuch: Die Zwiebelmethode


Wir versuchen uns gar nicht an einer Definitionvon Philosophie, sondern haben auf dem Hintergrund von Wilhelm Weischedel (1905-1972), der sich auf Aristoteles beruft, eine Handlungsanleitung für das Philosophieren erstellt. Die geht ungefähr so:

Philosophieren ist wie das Häuten einer Zwiebel.Schicht für Schicht nähert man sich dem zentralen Punkt.
Man reißt ihre feste Form auseinander, so wie man in der Philosophie das Sichere und Feste zum Einsturz bringt.
Also: Man muss aggressiv sein, entlarven und hinterfragen ! Das ist Philosophie.


Beispiel:
Nehmen wir als Beispiel einen Schultisch:
Wir sagen die Tischplatte ist grün.
Wir sagen sie ist grün, weil wir eine Farbe sehen, die als grün definiert wurde.
Doch heißt die Farbe wirklich so?

von Karo, Jesse, Kosta und Pia

Was ist eigentlich Philosophie? Sieben Versuche!

Die Philosophie ist weithin als "brotlose Kunst" bekannt, dennoch gibt es durchaus Menschen, die sich ihr widmen. Die Motive sind vielschichtig. Den Einen treibt die Neugier, den Anderen die Lust. Wahrheit, Freiheit, Suche nach Problemlösungen, kritisches Denken sind weitere Beweggründe. Was aber nun genau ist Philosophie und mit welchen Gegenständen beschäftigt sie sich? Welche Probleme ergeben sich daraus?
Die nächsten sieben Artikel versuchen eine Begriffsbestimmung aus der Perspektive unterschiedlicher bekannter Philosophen vorzunehmen. Sie deuten Philosophie zunächst als eine Methode zur Problemlösung und als eine Art von Lebenseinstellung.
Die Frage, womit sich Philosophie inhaltlich beschäftigt, wird anschließend beantwortet werden.