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Donnerstag, 28. Februar 2013

Wir sind wieder da! Parodien auf Gott und Religion ...

Nach längerer Abstinenz und Phasen des 'stillen Denkens'' sind wir wieder da! Wir haben uns in den letzten Wochen intensiv mit Religion, Religionskritik und Gottesbildern und Gottesbeweisen befasst und haben in unseren aktuellen Beiträgen versucht, unsere Erkenntnisse in kurzweilige und nachdenkliche Parodien zu gießen. Hier sind sie:

Zuerst Patrick Hoffmann mit einer abgewandelten Version von "ABC - die Katze lief im Schnee":

A B C, der Leibniz lief im Schnee,
und als er wieder raus kam, hat er 'ne Idee:
Wenn Gott ja so allmächtig ist,
warum passiert dann so viel Mist?
A B C, er schuf die Theodizee.

A B C, Gottesbeweiseee
ob ontologische, kosmologische oder teleologische -
Kant sagt zu allen: „Neee!“
Aquin und Descartes finden das gemein
und fangen auch als Geister dick an zu wein'.
A B C, Religionskritik tut weh!

Herr Heim wollte analog zu Tim Bendzo ("die Welt retten") nur noch schnell mal "Gott retten":

Ich wär so gern dabei gewesen
Doch hab ich viel zu viel Kant gelesen.
Lass uns später weiter beten
Da draußen brauchen sie mich jetzt.
Die Logik wird doch überschätzt,
unser Leben hängt davon nicht ab.
Ich weiß, es ist dir ernst.
Du kannst mich hier grad nicht entbehren
Nur keine Angst, ich bleib nicht lange weg.

Muss nur noch kurz Gott retten, danach flieg ich zu dir.
Noch kurz 148 Beweise machen, wer weiß, was mir dann noch passiert,
denn es passiert soviel.

Muss nur noch kurz Gott retten, danach bin ich wieder bei dir.
Die Zeit läuft mir davon, es wäre eine Schande für den Thomas.
Ich muss jetzt los, sonst gibt es die große Katastrophe,
merkst du nicht, dass er in Not ist.
Er ruft mich, ich höre ihn, es gibt ihn.
Ich muss ihn noch kurz retten.
Ins Unendliche zu ihm jetten.
Ich muss ihn echt jetzt retten,
der Beweis ist erbracht,
die Übel dieser Welt sind zu viel für ihn.
Er checkt sie nicht mehr,
hat Burn-Out und
Martin hat’s gesagt: Gott ist voll beladen.
Ludwig spielt mit ihm nicht mehr.
Muss ihn kurz noch retten, dann bin ich wieder bei Dir.
Wieder diesen Kant verlesen, die Vernunft anbeten.
Dabei wollt ich nur noch Gott kurz retten, aber nur den Netten – Wetten?

weitere werden folgen ... Euer Muckrakers-Team

Freitag, 8. Mai 2009

Aus kalt wird nicht warm - ODER: Es gibt Gott!

Gibt es nun Gott oder nicht? Bevor an dieser Stelle lange und undurchsichtige Diskussionen geführt werden sei wieder einmal ein Worte Immanuel Kants vorausgeschickt (sinngemäß): Es sei ein Skandal der Philosophie, dass die Existenz Gottes weder falsifiziert noch verifiziert werden könne. Trotzdem haben zu unterschiedlichen Zeiten immer iweder Philosophen, den Versuch unternommen, die Existenz Gottes zu beweisen. Das was ist ein Gottesbeweis? Hier einige Aspekte:
  • rationaler Versuch die Existenz Gottes zu beweisen
  • ein G-Beweis beruht auf einsichtigen Argumenten und NICHT auf Glaube
  • Gott soll auf dem Felde der Vernunft/Verstand etabliert werden, also ohne ein Offenbarungselement bzw. theologischer Dogmen (Glaubenssätze)
  • Arten von Gottesbeweisen: kosmologischer, ontologischer, teleologischer, psychologischer Gottesbeweis
Im Folgenden drei unterschiedliche Darstellungen zum Gottesbeweis von Rene Descartes (1596-1650), der neben Anselm von Canterbury sicherlich einen der lesenswertesten Beweise vorlegte:

Montag, 4. Mai 2009

Gibt es einen Masterplan ... hat die Weltgeschichte einen Sinn?




"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit." (Kant)

Mit dem Aufkommen der Aufklärung, das haben auch unsere Betrachtungen zur Naturphilosophie gezeigt, beginnt sich der Mensch mit seinen Augen anders zu sehen, es entstehen auf wissenschaftlichem Gebiet neue Wissenschaften, in der Philosophie neue Disziplinen bzw. neue Teilgebiete.
So auch die Geschichtsphilosophie. Geschichte wird als Kollektivsingular aufgefasst: Die Gattung Mensch (Singular) hat eine gemeinsame (Kollektiv) Entwicklung. Mit der zunehmenden Bedeutung von Rationalität, Verstand und Vernunft fällt die Universalgeschichte über die Menschheit aus dem Deutungsmonopol der Theologie heraus. Gott als Herr der Geschichte wird abgelöst vom Menschen selbst. Die Ordnung in der Natur habe zwar Gott gemacht (dies ist weiterhin Gegenstand der Naturphilosophie), jedoch habe der Mensch die Geschichte gemacht. Hierauf deutet auch ein Zitat Wilhelm von Humboldts: "Daz Ziel der Geschichte kann nur die Verwirklichung der durch die Menschheit darzustellende Idee sein." Hier wird der Begriff "Geschichte" vor allem als Menschheitsgeschichte verwendet.

Was ist nun Geschichte?
Geschichte ist erstens ein zeitlich geordnetes Geschehen. Also das was man unter der Jahreszahlengeschichte in der Schule kennt. Zweitens ist Geschichte aber mehr als nur Jahreszahlen: Geschichte umfasst auch den Bericht über das Geschehen, indem dessen Deutung für die menschliche Selbst- und Weltinterpretation entfaltet wird (narrative Repräsentation). (Vgl. dazu: Scholtz, Gunter, Die Geschichtsphilosophie der Aufklärung - obsolet oder aktuell?, in: ZDPE 4/2005, S. 273-284)
Beide Aspekte belegen auch die folgenden Überlegeungen von Karl Jaspers: "Wir sprechen zwar von Geschichte der Natur und von Geschichte der Menschen. Beiden gemeinsam ist ein unumkehrbarer Prozess der Zeit. Aber beide sind in Sinn und Wesen verschieden. Die Geschichte der Natur ist ihrer selbst nicht bewusst. Sie ist ein bloßes Geschehen, das sich nicht weiß, sondern von dem erst der Mensch weiß."
Natürlich hat man sich mit der Verwissenschaftlichung der Geschichte im Rahmen ihrer Bewustwerdung auch überlegt, ob es Gesetzmäßgkeit in den Veränderungen gibt. Giambattisti Vico war einer der ersten Philosophen, die zur neuen Wissenschaft ("Scienzia nuova") Folgendes überlegte:

Ein kurzes sehr inhaltsreiches Portrait über den Italiener liefert Thomas Sören Hoffmann in seinem Buch "Philosophie in Italien", Wiesbaden 2007, erschienen im marixverlag.

Die Frage, ob es Gesetzmäßigkeiten in der Geschichte gibt, bzw. möglicherweise sogar einen Masterplan, führte Karl Popper zur Beantwortung der eingangs gestellten Frage, ob gar die Weltsgeschichte einen Sinn habe. Dies wird von ihm vehement abgelehnt. Er fügt aber an: "Obwohl die Geschichte keinen Sinn hat, können wir ihr doch einen Sinn verleihen."

Lilli Cat hat sich außerdem die Mühe gemacht, einige Grundgedanken der letzten Philosophenrunde am 24.04.09 in Form eines Conceptmappings zu notieren, zusätzliche Ergänzungen wurden per Grafikprogramm gemacht.




Freitag, 17. April 2009

Natur oder die Gummibärentüte
















Wenn unsere Um- und Mitwelt eine Tüte voller Gummibären ist, dann nehmen wir uns angesichts großer ökologischer Probleme derzeit zu viele Gumibären aus dieser Tüte. Krankt der Mensch also an einem "unangemessenem, naturwidrigen Grundverhältnis sich selbst, der natürlichen Mitwelt sowie der Natur im Ganzen gegenüber" (Vgl. Martens, Ekkehard, ZDPE 1/1999)? Ist das die Diagnose der Naturphilosophie?

Diese Diagnose eröffenet eine grundlegende Debatte über den Status des Menschen und die Frage nach dem Sein und dem Zweck seines Wirkens in, mit oder über die Natur. Diese Debatte erfordert die Trennung von Anthropologie und Naturphilosophie (Thema der Naturphilosophie: Deutung und Erklärung der Natur im Ganzen, Natur in allgemeinen Strukturen beschreiben; vgl. dtv-tlas Philosophie, S. 13) aufzuheben und statt dessen zu verbinden.
Die antike Philosophie bestimmt Natur als inneres Prinzip (Wesen), das die runbeschaffenheit/Entwicklung eines Dinges bestimmt. Platon konkretisiert diesen Begriff als die Grundeigenschaft der Welt als geordnete Gesamtheit. Aristoteles baut auf diesem Verständnis auf, setzt den Naturbegriff jedoch eher auf der individuellen Ebene an: Natur ist die Bestimmung des einzelnen Seienden. Aufgrund dieser Bestimmung habe jedes Ding seinen natürlichen Platz in der Welt. Aus dieser Bestimmung ergeben sich sodann auch die Naturgesetze: Leichte Dinge bewegen sich nach oben, schwere nach unten. Allerdings kann es eine natürliche Bewegung (Entwicklung) geben wie auch eine vom Menschen erzwungene Bewegung. In diesem Zusammenhang kann die moderne Unterscheidung von Natur (dasjenige der Dinge, das von Menschen nicht erzeugt wurde) und Kultur (das von Menschen Hervorgebrachte) erschlossen werden.
Gibt es einen Masterplan, der die natürlichen Bewegungen festlegt, bzw. woher weiß man, was Natur oder Kultur ist? Die scholastische Philosophie des Mittelalters spricht in diesem Zusammenhang von einer Übernatur: Gott. Er stellt die schöpferische Natur dar, der Mensch hingegegen die geschaffene und erschaffende Natur.
Mit der Entwicklung der Naturwissenschaften in der Neuzeit inbesondere der Aufklärung verändert sich der Naturbegriff grundlegend: Natur wird als bloßes Material funktional betrachtet, die Naturwissenschaften dienen demzufolge als Instrument zur Erforschung und Beherrschung der Natur. Kant sieht in der Philosophie eine besondere Aufgabe: Sie habe die Aufgabe die Methoden der Naturwissenschaften kritisch zu betrachten. (Ausführungen stützen sich auf den Artikel "Natur" im Philosophielexikon, hrsg. v. Anton Hügli und Paul Lübcke, 1991.)
Der Philosoph Francis Bacon muss der enueren Entwicklung des Naturbegriff zu geordnet werden. Den Zweck jeglicher Erkenntnis sieht dieser Philosoph in der Beherrschung der Natur zum Nutzen des Menschen (siehe Utilitarismus). Durch Wissen soll ein von Krankheit, Fron, Arbeit, Zufall etc. befreites Leben ermöglicht werden. Die Natur soll zum Dienst am regnum humanum gezwungen werden. Selbst Ankläge zur Verwendung von Technik lassen sich bei Bacon finden: Technik als Grundlage zur humanen Entlastung, zum Glück für alle auf der Erde. (Textbezug: Bloch, Ernst, Vorlesungen zur Philosophie der Renaissance, Frankfurt a.M. S. 91)

Die kritische Betrachung dieser Position ergab, dass Bacon sicherlich nicht alle Risiken von Technik und der herausgehobenen Stellung des Menschen erkannte. Die Verwendung der Atomkraft, die Problematik von Biotechnologie stellt uns vor große Probleme. An dieser Stelle müsste noch einmal kritisch diskutiert werden, ob die Natur an sich (selbst)zweckgerichtet und hierarchisch organisert ist und ob nicht die Vernunft des Menschen zu einer nachhaltigen Umgangsweise bezüglich der Mitwelt gebietet. Ist also natur insgesamt und die Natur des Menschen egelitär, d.h. mit gleichen Rechten und Pflichten ausgestatten? (Vgl. dazu: Ingensiep, Hans-Werner, in: ZDPE 1/1999)

Ein Schüler schloss die Diskussion mit einem Verweis auf die Comicfigur "Spiderman" und einer entsprechenden Ausgabe eines betreffenden Comicheftes (Vgl. Kommentar von kroko_doc weiter unten): "Aus großer Kraft erwächst großer Verantwortung!"

Dienstag, 31. März 2009

Gott sucht Nachfolger ...

















Die ZiSH-Seite der Hannoverschen Allgemeine sucht einen Nachfolger Gottes, so jedenfalls die heutige Überschrift des betreffenden Artikels. Gott ist hier nicht wörtlich gemeint, die jungen Redakteure suchten nach einem passenden Titel, um ersten den Dylan-Auftritt in Hannover anzukündigen und zweitens um nach ebenbürtigen Songschreibern zu fahnden. Ob den Zeitungsschreibern dies gelungen ist, bleibt den Lesern überlassen. In jedem Fall gelungen ist der kleine Affront gegen Gott - so es ihn denn gibt. Denn selbst Zarathustra-Schreiber Nietzsche stellte seinerzeit schon fest: Gott ist tot.