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Mittwoch, 16. November 2011

Sprache und Bedeutung, Wahrheit und Bedeutung

Der Philosoph W. Vossenkuhl über Sprache und ihre Bedeutung ....



und über Bedeutung und Wahrheit

Freitag, 30. September 2011

Logik ist nicht alles: 'Linguistic turn'

Wortdefinition: Linguistic turn = linguistische Wende; linguistic turn = Sprachphilosophie NICHT Sprachwissenschaft; korrekte Übersetzung: Sprachphilosophische Wende

Was ist die sprachphilosophische Wende ?
Am Anfang des 20. Jahrhunderts vollzog sich ein Wandel in der Philosophie die Hinwendung zur Sprache und ihrem Gebrauch im Alltag führte zu einer Veränderung es wurde versucht, sämtliche philosophischen Probleme über die Sprache zu untersuchen.

Was geschah innerhalb der Philosophie durch diesen Wandel ?
Übergang von der Vorstellung, dass das Denken einer verborgenen Struktur der Dinge folgt, zu derjenigen, dass das Denken einfach der Struktur der Sprache entspreche Philosophieren geschieht daher nicht nur über die Sprache, sondern auch durch und mit ihr.

Was waren die Ziele der sprachphilosophischen Wende ?
Zunehmend sollte Sprache im Alltag analysiert werden und der Zusammenhang und Abhängigkeit zwischen Sprache und Denken erörtert werden. Schließlich trete Sprache womöglich nicht nur als Mittler der Wahrheit auf.

Anwendung der 'sprachphilosophischen Wende':
Es gibt 3 Arten um philosophische Probleme zu lösen:
  1. Skeptischer Weg
  2. Theoretischer Weg
  3. Zurückweisung der Frage (Sprachphilosophische Wende): Philosophische Probleme entstehen deshalb, weil philosophische Fragen falsch gestellte Fragen sind. Sie sollten daher zurückgewiesen werden, weil der fragende Philosoph bestimmte sprachliche Strukturen nicht durchschaut hat.

Wichtige Vertreter der sprachphilosophischen Wende:
  • Ludwig Wittgenstein (österreichisch-britischer Philosoph, 1889-1951: sah Sprache als Abbild der Wirklichkeit, entwickelte später die Idee, dass Welt und Sprache eine gemeinsame logische Struktur haben müssten (Zitat: „Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt“)
  • Richard Rorty (amerikanischer Philosoph, 1931-2007): sprach von einer "sprachphilosophischen Wende" diese sollte die Möglichkeit geben, philosophische Probleme mittels einer Sprachreform zu lösen.

Gegner der sprachphilosophischen Wende:
  • Bertrand Russell (britischer Philosoph, Mathematiker und Logiker, 1872-1970): sprach von einem Aufstand gegen die Vernunft und Selbstbetrug

Quellen:
  • http://www.netzgestalten.de/Frank.Hartmann/Humboldt.htm
  • http://www.3sat.de/page/?source=/scobel/128113/index.html
  • Patrick Siebert: Vernunft der wirtschaftlichen Kritik/Die wirtschaftsphilosophische Wende
  • http://www.kuwi.diara-wagner.com/P3561_Sprachphilosophie
  • Definitionen über Wikipedia: Sprachphilosophie, Ludwig Wittgenstein, Richard Rorty, linguistische Wende, Bertrand Russell


Formales:
Kurs: 11pl1
Thema: Sprachphilosophische Wende
Datum: 26.09.2011
Autorin: Inês Vogel

Sonntag, 5. Dezember 2010

Q 1/2: Wittgenstein spielt Sprache !

Zusammenfassung Ludwig Wittgenstein „Sprechen als Teilnahme an einem Sprachspiel“

In Ludwig Wittgensteins Text ‚ Sprechen als Teilnahme an einem Sprachspiel‘ zitiert dieser Teile aus ‚Die Bekenntnisse des Augustinus‘ , um seine eigene Sprachauffassung zu verdeutlichen.
Dabei führt Wittgenstein an, dass Worte Bilder der menschlichen Sprachauslegung sind und diese Worte Gegenstände benennen würden, die in einer Verbindung, aus jenen Benennungen, Sätze entstehen ließen. Weiter habe jedes Wort eine nur diesem zugeordnete Bedeutung, welche der Gegenstand selber sei. Dies stelle die Unterschiede der Wortarten dar.
Um die Sprache erlernen zu können, würden erst die Hauptwörter, die Tätigkeiten und Eigenschaften beschreiben, aufgenommen. Demnach müsse es eine Operation mit Worten geben, das hieße, die Aussagen genau zu analysieren. Als Beispiel führt Ludwig Wittgenstein der Aussage‚ fünf rote Äpfel‘ an, bei dem das Hauptwort ‚Äpfel‘ eine ihm zugeordnete Bedeutung habe, die anderen Wörter ‚rot‘ und ‚fünf‘ jedoch hätten keine Bedeutung, nach der man eine Handlung ausüben könne.
Jedoch sei der Begriff der Bedeutung nur eine primitive Vorstellung von der Sprachfunktion, denn Sprache, so Wittgenstein, sei viel weitläufiger. Genau diesen Punkt kritisiert Wittgenstein an Augustinus, der die Sprache als System der Verständigung sieht, bei dem jene Verständigung zwischen dem Bauenden der Sprache und dem Aufnehmer liege. Jedoch sei genau dieser primitiver Vorgang sehr auf ein spezielles Sachgebiet beschränkt, obwohl nach Wittgenstein die Sprache viel weitläufiger sei.
Positiv steht Ludwig Wittgenstein der These gegenüber, dass man an primitiven Arten die Sprache studieren könne, um die Bedeutung der Worte, die für die Funktion der Sprachewichtig seien, zu erkennen. Nach diesem System würden auch Kinder das Sprechen erlernen, in dem sie die Worte mit ihrer Bedeutung durch Nachsprechen verinnerlichen.

Im zweiten Teil von Wittgensteins „Sprechen als Teilnahme an einem Sprachspiel“ geht er näher auf die Verwendung der Sprache ein.
Zu Anfang definiert er das Wort „Sprachspiele“ als eine Art Spiel, welches kleinen Kindern zum erlernen ihrer Sprache führen solle. Daraufhin vergleicht er die Funktionen der Sprache mit einem Werkzeugkasten, in welchem sich zwar Unterschiede fänden, jedoch auch Ähnlichkeiten auftreten; und gerade diese Ähnlichkeiten sollen uns verwirren, besonders wenn uns die Verwendung nicht geläufig sei. Er geht nochmal auf das im ersten Teil erwähnte Sprachspiel ein und erweitert es um den Aspekt der Verwendung, explizit am Beispiel Befehl und Behauptung. So fände sich der Unterschied dieser beiden Formen lediglich in der Verwendung.
Im nächsten Abschnitt stellt er den Gesichtspunkt auf, dass es unzählige Arten von Sätzen gäbe und dass diese nicht beständig seien, sondern dass immer wieder neue entstehen sollen und andere veralten. Er bringt dann die These an, dass „Sprechen der Sprache ein Teil einer Tätigkeit und/oder Lebensform ist“ und zählt einige Versionen von Sprachspielen auf.
Zum Schluss zieht er eine Verbindung zur Logik und erklärt, dass die Bedeutung einer Satzes oder Wortes im Gebrauch, also der Verwendung läge.

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Formales:
Blogbeitrag von: Jenny Nomrowski und Renè Runow
Kurs: 11pl1
Datum: 29.11.10
Thema: Sprachphilosophie Ludwig Wittgenstein, Sprachspiele

Sonntag, 7. November 2010

Q 3/4: Mensch, schneuze dich nicht!


Der Soziologe und Philosoph Norbert Elias widmet in seinem zweibändigen Hauptwerk „Über den Prozess der Zivilisation“ von 1939 ein Kapitel dem Thema der Nasenreinigung. Interessant, das so etwas ebenfalls unter der Überschrift „Ästhetik“ zu finden ist.

Das Taschentuch, so Elias, sei eine relativ junge Erfindung. Im Mittelalter hätten die Menschen zum Reinigen ihrer Nase die bloßen Hände verwendet. Eine Regel habe es bei Tisch allerdings schon gegeben: Die rechte Hand für die Speisen, die linke für das Schneuzen. Dabei seien aber rein pragmatische Gründe ausschlaggebend gewesen, wie z.B. das Verringern von Gesundheitsrisiken in Gesellschaft. Und dies habe auch nur bei Tisch gegolten. In Italien habe sich schließlich das Taschentuch als Instrument zur Befreiung der Nase etabliert. Neben der Unterdrückung eines natürlichen Triebes (das Schneuzen nämlich) habe sich das Taschentuch sogar zu einem Prestige-Objekt entwickelt. Doch jede Sitte bringt eine Unsitte mit sich und so habe sich die Angewohnheit entwickelt, nach dem Schneuzen das eigene Werk im Taschentuch zu betrachten. Nach Elias ist das Ausdruck des natürlichen Triebes, der sich so einen neuen Weg der Abfuhr sucht. Gerade bei Kindern zeige sich dieser archaische Trieb noch heute. Nun versteht Elias Sitte und ihr Gegenteil aber als Begriffe, deren Gegenstände sich immer auf die Mitmenschen beziehen. Es werde als Respektlosigkeit empfunden, einen Blick ins gebrauchte Taschentuch zu werfen. Das führe zu einem Schamgefühl, das einen Menschen vom Blick abhält. Erziehung versuche hier, Unsitten zu unterdrücken, indem sie als Konditionierungsmittel Hygiene und Moral miteinander gleichsetze und so Außenzwänge nach und nach zu Selbstzwängen umwandele. Der Zwang werde zum Automatismus und so schäme sich der Mensch sogar, wenn weit und breit kein Mitmensch anwesend sei, wenn er in sein gebrauchtes Taschentuch schaut.

Ein klassisches, freudsches Dilemma:
Die Sitte, als gesellschaftliche Norm, prägt das Über-Ich, das nun gegen das Es, das den natürlichen Trieb des Schneuzens durchzusetzen versucht, ankämpft. Im Normalfall gelingt es dem Ich einen Kompromiss zu finden. Immer häufiger jedoch, je stärker die Sitten Triebe zu verdrängen versuchen, flüchte das Ich sich in Neurosen. Denn die Sitten passten sich an die Unsitten an und umgekehrt, sodass eine immer stärkere Restriktion einer immer höheren Triebenergie gegenüber stehe. Wozu das führt, das sei eine wichtige Frage.

Wo aber liegt nun der Zusammenhang zwischen Elias' Thesen und unserem Thema Ästhetik?

Aus einem natürlichen Trieb wie dem Schneuzen wird in Gesellschaft zunächst eine Frage der Ethik. Dreck, der sich in der Nase ansammelt, ist oft gesundheitsschädlich. Und bei einem gesellschaftlichen Ereignis wie einer Tafelrunde, ist es allein schon sinnvoll, diesen Dreck von Berührungspunkten zwischen den Anwesenden fernzuhalten, um sich und andere zu schützen. Eine weitere rein pragmatische Überlegung mag zum Taschentuch geführt haben. In eine Hand zu schneuzen und mit der anderen zu essen ist so lange in Ordnung, bis man beide Hände für eine der beiden Tätigkeiten braucht. Ein Tuch, in das man die Sekrete entlässt, hilft also weiter. Das Taschentuch wird aber sofort zu einem Statussymbol, denn wer sich ein Tuch leisten kann, nur um darin Schleim zu sammeln, hat es offensichtlich geschafft. Darüber hinaus, im Kontrast zum Verwendungszweck, macht der Mensch sogar noch ein Schmuckstück daraus. Hier berühren sich also Ethik und Ästhetik, wenn auch unwillkürlich.

Ausgehend von Ludwig Wittgensteins Ausspruch „ Ästhetik und Ethik sind eins.“ (in: Tractatus logico-philosophicus, Satz 6.421) schauen wir uns Ethik und Ästhetik im Allgemeinen an. Und tatsächlich erkennen wir, dass sie einige Parallelen besitzen. Sowohl Ethik, als auch Ästhetik sind vom Kulturkreis abhängig und sie sind beide einem gewissen Zeitgeist unterworfen. Auch ihre Enstehung ist eng verwandt. Der Mensch ist darauf bedacht, und zwar triebhaft, das eigene Leben angenehm zu gestalten. Alles, was seinem Leben abträglich oder dem Angenehmen hinderlich ist, wird er zu meiden versuchen. Das Miteinander in Gemeinschaft erfordert gewisse Regeln, die Ethik, und wer das zusätzlich durch Schönes zu stützen vermag, der ist im Vorteil. Erstaunlich aber, das etwas so Natürliches, wie das Schneuzen, dafür herhalten muss.


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Formales:
Blogbeitrag von: Sören Meyer
Kurs: Q 3/4 pl1 und pl2
Datum: 04.11.10
Thema: Norbert Elias, Ästhetik, Über die ästhetische Wirkung des Schneuzens

Freitag, 6. November 2009

Welt-Ansichten und Sprachspiele

Zwei für die Sprachphilosophie bedeutende Schaffende, Wilhelm von Humoldt und Ludwig Wittgenstein werden in diesem Blogbeitrag näher erläutert. Diesmal nicht mit einem Text, sondern mit zwei Schaubildern und (in Kürze) auch mit zwei Radiosendungen, in denen sich die beiden Philosophen über Sprache austauschen.

Wilhelm von Humboldt:

Ludwig Wittgenstein: