Samstag, 28. November 2009

Ich über mich ... Selbsterkenntnisse ...

Wie ich so drauf bin? Wie Du so drauf bist? Wie Sie so drauf sind? Erkenne Dich selbst, ein kleines bisschen Nachdenken über sich selbst und ein offenes Selbstgespräch ...

Ein guter Tag beginnt mit ...

Die Zeit vergesse ich, wenn ...

Wer es im Leben zu etwas bringen will, der ...

Erfolge feiere ich ...

Es bringt mich auf die Palme, ...

Mit 10 Jahren wollte ich ...

Im Rückblick würde ich nicht noch einmal ...

Das Interessante auf meinem Arbeits-/Schulweg ...

Geld macht mich ...

Rat suche ich bei ...

Familie und Schule sind ...

Kleinen Kindern rate ich ...

Mein Weg führt mich ...

Wenn ich ein Regentropfen wäre ...
--------------------------------------------------------
Originelle Antworten per Kommentar gern gesehen ...

Donnerstag, 26. November 2009

Wären wir Hopi- Indianer …

Ja, was wäre dann - abgesehen davon, dass wir alle lange schwarze Haare hätten und bunt bemalt durch die Gegend springen würden? Wir würden eine völlig andere Sprache sprechen, die – was viel wichtiger ist – eine grundlegend verschiedene Grammatik hat.
Und warum stellt man solche Überlegungen an? Um unsere Welt besser zu verstehen natürlich. Und wer stellt solche Überlegungen an? Benjamin Lee Whorf, ein amerikanische Linguist des frühen 20. Jahrhunderts. Er begründete das Linguistische Relativitätsprinzip, was herzlich wenig mit Physik zu tun hat, und stellte die These auf, dass Sprache die Struktur unseres Denkens und somit unser Weltbild festlegt.
Jeder Mensch, Europäer als auch Hopi- Indianer, nimmt „Kategorien und Typen“ aus der phänomenalen Welt heraus, teilt sie sozusagen ein. Aber diese Differenzierungen, die wir treffen, seien nicht schon in der Wirklichkeit vorhanden, sondern würden von uns selbst getroffen. Oder besser gesagt durch die Strukturen, die durch die Grammatik in unserem Geist geschaffen - denn die Grammatik dient nicht nur der Ausformulierung unserer Gedanken - worden sind. Diese Strukturen, also die Sicht auf die Welt, seien, so Whorf, ein „Abkommen, das für unsere ganze Sprachgemeinschaft gilt und in den Strukturen unserer Sprache kodifiziert ist.“ Hier sieht man schon, dass die Grammatik und das Weltbild ein enges Verhältnis haben und sich beides in beidem widerspiegelt, es stellt sich natürlich die Frage: Was war zuerst da? Grammatik oder Weltansicht? Huhn oder Ei?
Dieses Abkommen versteht Whorf nicht als einen Vertrag, den alle Muttersprachler unterzeichnet haben, sonder es ist „implizit und unausgesprochen“, aber dennoch ist „sein Inhalt absolut obligatorisch“. Der Mensch ist also nicht frei. Was auch gleich Whorfs nächster Punkt ist: Der Mensch sei durch die Grammatik nicht frei und kann auch nicht völlig unparteilich sein. Jedoch gibt es eine Möglichkeit zu mehr Freiheit zu gelangen: Man „lernt“ viele Sprachen – also auch viele Grammatiken und Abkommen – und erhält Stück für Stück ein bisschen mehr Freiheit, indem man sich unterschiedliche Weltansichten aneignet und dadurch langsam einen Metablick auf die Welt bekommt.
Jedoch ist bei der Auswahl der Sprachen, die man lernen möchte zu beachten, dass Sprachen gleichen Ursprungs, zum Beispiel die indogermanischen Sprachen, auch ungefähr das gleiche Weltbild haben, da die Grammatik relativ ähnlich ist. Um also eine völlig neue Sicht auf die Welt zu bekommen, sollte man eher „exotische“ Sprachen wie Chinesisch, Japanisch oder auch Hopi- Indianisch wählen.
Wie es nun genau ist Hopi- Indianer zu sein und auf die Welt zu blicken, kann ich schlecht beurteilen, aber nach Whorf wäre es etwas anderes als in Deutschland zu leben und Deutsch zu sprechen.

Stellungnahme:
Ich denke, dass man allein durch trockene Regeln, die die Grammatik nun mal bilden, keine Weltanschauung begründen kann. Weiterhin ist fraglich wie Whorf die unterschiedlichen Ansichten einzelner Individuen begründen würde. Haben wir dann alle eine eigene Grammatik?

Externer Link zu den Hopi-Indianern und den Besonderheiten ihrer Sprache: [klick]

--------------------------------------------------------
Formales:
Blogbeitrag von: Marianne Kind
Kurs: Q1/2 pl1
Datum: 25. 11. 2009
Thema: Das Linguistische Relativitätsprinzip nach Benjamin L. Whorf

Dienstag, 17. November 2009

Freestyle-Nietzsche und die Satzanfänge und

... und etwas längerer Blogbeitrag, der sich lohnt zu lesen:

Mit dem Philosophieren kann man methodisch unterschiedlich beginnen, eine Möglichkeit in die Gedankenwelt eines Philosophen oder eines Thema einzusteigen, bietet die der zu vervollständigenden Satzanfänge. Man nehme einen fremden Text, behalte die Anfänge der Sätze, streiche den Rest raus und schreibe einfach die Satzanfänge weiter ...

So geschehen mit einigen Satzanfängen von Friedrich Nietzsche zum Thema "Sprache und Kritik am metaphysischen Wahrheitsbegriff" Hier die Satzanfänge:

  • „Wir glauben etwas von den Dingen selbst zu wissen, wenn wir von Bäumen, Farben, Schnee und Blumen reden, und besitzen doch ...
  • „Was ist also Wahrheit? Ein bewegliches Heer ...
  • "Was den Menschen vom Tier unterscheidet, ist die Fähigkeit, „Meta...
  • „Die 'Vernunft' in der Sprache: o was für eine betrügerische ...
  • „... andererseits ist sie [die Metaphysik] Kunst, nämlich ...

Hier eine wundervolle Lösung bzw. intensive Vorschläge von ...

  • Wir glauben etwas von den dingen selbst zu wissen, wenn wir von Bäumen, Farben, Schnee und Blumen reden, und besitzen doch nur die Erinnerung an zauberhafte, grausige, hoffnungsvolle unkaputtbare Momente, Sekunden, Stunden, vorübereilend an unserem inneren Auge, durch welches wir den Zugang zur wirklichen Wirklichkeit sehen zu glauben.
  • Was ist also Wahrheit? Ein bewegliches Heer zügelloser, wilder, entschlossener Eindrücke und Impressionen. Der Gedanke, das Stück, das Teil, fügt sich zusammen mit tausenden und abertausenden zum großen ganzen, der überquellenden, von Augenblick zu Augenblick neu formierten Masse wahrer Gedanken.
  • Was den Menschen vom Tier unterscheidet ist die Fähigkeit, metamystisch die Welt zu leben. Sich selbst als das selbstverständlich Schönste, Übernatürliche zu sehen, sich zu befreien von Trieben und zu beginnen die Ästhetik zu lieben, wir betrachten dies als Fähigkeit
  • Die "Vernunft" in der Sprache: o was für eine betrügerische Farce. Ihr, die ihr von Vernunft sprecht, aber aus eurem gesellschaftlichen Rastern und Normen entbrechend euch schneller wieder in den Höhlen und hinter Getier, Menschen hinterherjagend findet, als es eurer gedanklicher Wagemut erlaubt.
  • ...andererseits ist sie, die Metaphysik, Kunst, nämlich falsch.

Und hier die ursprüngliche Nietzsche-Version:
  • „Wir glauben etwas von den Dingen selbst zu wissen, wenn wir von Bäumen, Farben, Schnee und Blumen reden, und besitzen doch nichts als Metaphern der Dinge, die den ursprünglichen Wesenheiten ganz und gar nicht entsprechen.”
  • „Was ist also Wahrheit? Ein bewegliches Heer von Metaphern, Metonymien1, Anthropomorphismen2, kurz eine Summe von menschlichen Relationen, die, poetisch und rhetorisch gesteigert, übertragen, geschmückt wurden und die nach langem Gebrauch einem Volke fest, kanonisch und verbindlich dünken: die Wahrheiten sind Illusionen, von denen man vergessen hat, daß sie welche sind, Metaphern, die abgenutzt und sinnlich kraftlos geworden sind, Münzen, die ihr Bild verloren haben und nun als Metall, nicht mehr als Münzen, in Betracht kommen.”
  • Was den Menschen vom Tier unterscheidet, ist die Fähigkeit, „Metaphern zu einem Schema zu verflüchtigen, also ein Bild in einen Begriff aufzulösen.... Innerhalb dieses Würfelspiels der Begriffe heißt aber 'Wahrheit' jeden Würfel so zu gebrauchen, wie er bezeichnet ist, genau seine Augen zu zählen, richtige Rubriken zu bilden und nie gegen die Kastenordnung und gegen die Reihenfolge der Rangklassen zu verstoßen.”
  • „Die 'Vernunft' in der Sprache: o was für eine betrügerische Weibsperson! Ich fürchte, wir werden Gott nicht los, weil wir noch an die Grammatik glauben ….“
  • „... andererseits ist sie [die Metaphysik] Kunst, nämlich die Begriffsdichtung, ...“

aus: Nietzsche, Friedrich, Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister, 1878.


philosophisches Zähneputzen

Zähneputzen
------------------------------------------------
Das Zähneputzen
durchaus eine philosophische Tätigkeit.
Hin und her.
In Unruhe.
Im Spiegel stets den Blick.
Selbsterkenntnis?
In den Zwischenräumen des Lebens
nach den kleinen Drecksstückchen schauen.
Manchmal hat auch die Wahrheit Parondentose.
Der wache Geist als Zahnseide.
Nietzsche als Oral B.
Morgens Platon,
abends Wittgenstein.

(c) heimwehschreiben

Montag, 16. November 2009

Was macht einen guten Philosophielehrer aus?

TV-Hinweis: Philosophie unterrichten ...

"Auf der Schulbank erobert sich der Mensch idealerweise die Freiheit. Schon Sokrates wusste, dass Unterrichten etwas mit dem Befördern eigener Gedanken zu tun hat. Er verglich das Vermitteln von Philosophie mit der Hebammenkunst: Unterrichten war für ihn die Kunst, Gedanken zur Welt zu bringen." Neugier sei dabei eine Kardinaltugend des Lernenden, betonte der Philosoph und Essayschreiber M. Montaigne später. G. Bachelard erkannte, dass es allein das Fehlen von Fragen ist, das den Menschen im Irrtum gefangen halte. Die Schule habe also die Aufgabe, Wahrheiten erkennen zu lassen - mit dem Erlernen von Schreiben, Lesen und Rechnen und der Entdeckung von Literatur und Philosophie.

So der Inhalt des Beschreibungstextes zur aktuellen Austrahlung von Philosophie TV auf dem Fernsehsender arte. Dabei wird grundsätzlich auch gefragt, was einen guten Philosophielehrer ausmache. Die Sendung kann unter dem Link (klick) nachgeschaut werden. Sie dauert ca. 25 Minuten.

Samstag, 14. November 2009

zum philosophischen und literarischen schreiben

Sol Stein – Über das Schreiben

Wenn man die 420 Seiten von Sol Steins Machwerk „Über das Schreiben“ verschlungen hat – und man wird es verschlingen – weiß man immer noch nicht, wie man am besten schreibt. Aber Sol Stein gibt wichtige Hinweise für einen Schreibenden, um sich bewusst zu werden, dass Schreiben nicht nur Begabung, Kreativität und Eingebung verlangt, sondern als ein Handwerk neben anderen gilt.
Was nicht sein Ziel ist, sind Ratschläge wie man Schreibkrisen und Ideenkrisen überwindet, er will einen mit vielen Ideen versehenen Autor auf den Weg des Erfolges bringen. Gleichgültig, ob sich der Schreibende für Romane, Sachliteratur oder Kurzgeschichten interessiert. Hier wird er passende und praxistaugliche Tipps für seine alltägliche Schreibarbeit finden. Sol Stein – zugleich Bestsellerautor wie Verleger und Lektor - kennt dabei die Wünsche und Interessen der Leser genau und bietet sie dem Schreibenden als wichtige Orientierungshilfe im Dschungel der Geschichten von Wörter und Ideen dar. Vom richtigen Anfang einer Geschichte über die Erschaffung von handelnden Personen bis hin zur günstigsten Perspektivwahl oder der interessanten Gestaltung eines Dialoges, weiterhin der Notwendigkeit von Rückblenden und der wichtigen Redaktion zur Überarbeitung von fertigen Manuskripten findet man jegliche Art von handwerklichen Elementen des Schreibens. In der Darstellung beschränkt sich Sol Stein nicht darauf, theoretisch zu erläutern, wie er sich einen guten lesenswerten Text vorstellt, sondern stellt seinen Ausführungen sowohl negative als auch positive Textstellen aus unbekannten und bekannten Romanen voran.

Der vorliegende Schreibratgeber von Sol Stein ist ein rundum gelungenes Buch für Schreibwillige. Auch für diejenigen, die schon lange Zeit im „Geschäft“ dabei sind, eignet sich das Buch durchaus. Wichtige handwerkliche Dinge, die leicht in Vergessenheit geraten, ruft Sol Stein in Erinnerung.
Getrübt wird die Darstellung meiner Ansicht nach durch Sol Steins Philosophie vom Schreiben. In den Grundzügen, dass fiktionales Schreiben nicht Information, sondern Emotion vermitteln soll, stimme ich mit Stein überein. Dass es wichtig ist, dass diese Emotionen weniger durch Klang der Worte, sondern vielmehr durch die Worte selbst erzeugt werden sollen, liegt ebenfalls auf meiner Wellenlänge. Mich stört aber, dass Stein das Schreiben zu sehr auf den Leser und die Veröffentlichung von Texten ausrichtet. Wenn jeder Schreibende nur auf Veröffentlichung aus ist, hätte man – so glaube ich – sehr wenig qualitative Literatur. Gerade auf dem Gebiet der politischen Prosa, spielen psychologische Verarbeitungsprozesse auf Seiten des Autors – und da finde ich, stellt Günter Grass ein hervorragendes Beispiel dar – eine wichtige Rolle. Schreiben ist zunächst ein individueller Bewältigungsprozess, der manchmal auch anderen Menschen gefällt.

Freitag, 6. November 2009

Welt-Ansichten und Sprachspiele

Zwei für die Sprachphilosophie bedeutende Schaffende, Wilhelm von Humoldt und Ludwig Wittgenstein werden in diesem Blogbeitrag näher erläutert. Diesmal nicht mit einem Text, sondern mit zwei Schaubildern und (in Kürze) auch mit zwei Radiosendungen, in denen sich die beiden Philosophen über Sprache austauschen.

Wilhelm von Humboldt:

Ludwig Wittgenstein:

Sonntag, 4. Oktober 2009

PhilosophieTV ... Kultur pur auf arte

Bewegte Bilder, die sich ganz bewusst und informativ mit Themen der Philosophie aus der Perspektive der Philosophie beschäftigen, sind im Fernsehen sehr selten. Wenn dies tatsächlich einmal der Fall sein sollte, finden sich meist lange wissenschaftliche Beiträge, die mehr der Langeweile huldigen als der kompakten Genauigkeit philosophischer Probleme.

Der deutsch-französische und öffentlich-rechtliche Fernsehsender "arte" hat diesbezüglich eine gute Sendung im Angebot. Immer sonntags um 12.30h gibt es eine knappe halbe Stunde Philosophie pur: Themen der bisherigen Sendungen waren Identität, Utopie, Phantasie, Thater, Bild, Tod, Gefühl, Körper, Gesicht, macht, Inspiration, Freundschaft, Verantwortung, Melancholie, Hässlichkeit, Mischung, Liebe, Arbeit, Dummheit, Musik, Aktualität und Unterrichten. Wer die Sendungen verpasst hat, kann diese im ArteTV nachschauen.
Großer Vorteil ist die Länge der Sendungen. Mehr kann und sollte man als Denkender nicht aufnehmen, denn das Aufgenommene will notiert und überdacht werden.

Muckrakers wünschen viel Spaß beim Gucken und vor allem viele gute kritische Gedanken.