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Dienstag, 8. November 2011

denkart. .... Facetten

Da liegt sie, die Welt: ursprünglich, unbeweglich und still.
Und dort ist der Mensch, so geworfen, so gesetzgebend und rufend.
Er allein ist die Essenz, Befürworter von Sinn, Urheber von Schmerz.
An ihm ist die Ergründung des Seins in all seinen Facetten.
Angepasst, ist er Kettenglied der nüchternen Normativität, Unterdrückter des Regimes von Verdrängung.
Lässt sich treiben in der Blindheit der Hektik, der wohligen Hegemonie der Masse. Im erhabenen Moment der Ehrlichkeit erkennend: Was bleibt ist nichts.
Aufrichtig, erwacht er in der Odyssee des Absurden.
Verwoben in Kontrasten, zerrissen von falschen Konzepten, verloren in der eigenen Perspektive. Ein endloses Begehren nach Tiefe erschüttert das fragile Fundament seiner Selbst.
Trivialität verfechtend, Scheinkultur enthüllend, versinkt er in stiller, steppenwölfischer Einsamkeit. Verschollen in der Melancholie der Kontraste, in Kontrasten der Melancholie.

Hermann Hesse: Die Geschichte des Steppenwolfes stellt eine Krankheit und eine Krisis dar, aber nicht eine, die zum Tode führt, nicht einen Untergang, sondern das Gegenteil: eine Heilung.

von F. Hartmann

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Q 3/4: Jünger - Das Lied der Maschinen


Quelle: http://www.bild.bundesarchiv.de/archives/barchpic/search/_1288248565/?search[form][SIGNATUR]=B+145+Bild-F073370-0007
Ernst Jünger (2. v.l.)


Der Text "Das Lied der Maschinen" (entnommen aus: das abenteuerliche Herz) von Ernst Jünger (1895-1998), ein Soldat und Dichter, befasst sich mit dem Menschen, der Sprache und speziell den technischen Entwicklungen und deren ästhetischer Wirkung.

Jünger beschreibt darin, wie sich die äußerliche Erscheinung der Technik bzw. die Ästhetik der Technik, die als inneres Erlebnis wahrgenommen wird, als eine Faszination manifestiert und verstärkt dies sprachlich durch Ästhetisieren, Überhöhen, Emotionalisieren, Manipulieren und Herosisierung des Rationale der Technik. Somit kehrt hier die Sprache und damit die Literatur als eine ästhetiosche Form eine andere Seite von Technik hervor. Jünger hat aber immer auch das Dialektische im Blick.
Der Mensch ist demnach so fasziniert und eingenommen,dass man von einer Betäubung durch Ästhetik sprechen könne, metaphorisch vergleichbar mit der Wirkung des süßen und gefährlichen Opiums.
Auch bringt Jünger die Natürlichkeit der technischen Entwicklungen sowie dem Streben danach durch seine Tiermetaphorik zum Ausdruck.
Die Auseinandersetzung mit diesen Trieben nennt Jünger den „Ernstfall“, da man sie nicht unterdrücken kann.
An dieser Stelle wird dann das Risiko des Ernstfalles zum glühenden und ergötzlichem Gefühl. Dadurch empfindet man in solchen Situationen Schmerz und Stolz zugleich.
Da Krieg für ihn die logische Konsequenz der Technisierung ist, stehe dieser an der Spitze der Entwicklung. Als Illustration führt er die Sommeschlacht an, bei der er den Angriff „eine Erholung, einen geselligen Akt“ nennt, worin auch die groteske, sarkastische Überspitzung des Krieges liegt.

Als Fazit dieses Beitrags von Ernst Jünger lässt sich festhalten, dass demnach Menschen Technisierung schön finden müssten und dass man durch das Menschsein an sich zum Teil der schaffenden Masse wird.

Reportage zu Ernst Jünger (1. Teil), 1977 auf 3sat: weitere Teile unter www.youtube zu finden.


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Formales:
Blogbeitrag von Ann Kathrin Behmann
Datum: 25.10.10
Kurs: Q 3/4 pl1
Thema: Ernst Jünger - das Lied der Maschinen

Donnerstag, 31. Dezember 2009

Eine Reise ... und eine Kabarettempfehlung


auch wenn es abgedroschen ist: Brot statt Böller


die Kabarettempfehlung: Carmela de Feo ist La signora (offizielle Seite) und bei Youtube (0), (1), (2)

Dienstag, 30. Dezember 2008

Für das Jahr 2009 viel Kreativität und Pragmatismus

Nach längerer schriftlicher Abstinenz nun ein Beitrag zum Jahreausklang, der wie viele andere schriftliche Ergüsse in den meisten Medien die allumfassende Krise zum Gegenstand hat. Ein kreativer und produktiver Umgang mit dem derzeitigen Krisenzustand ermöglicht uns die Perspektive Max Frischs:


Dazu passt auch noch ein etwas intellektuellerer Beitrag von Richard Rorty (amerikan. Philosoph/ 1931-2007) aus der Vorlesung „Hoffnung statt Erkenntnis“ über Pragmatisten:
„Dewey drängt darauf, das Streben nach Gewissheit sei durch die Forderung nach Phantasie zu ersetzen: Die Philosophie solle den Versuch unterlassen, für beruhigende Gewissheit zu sorgen, und sich statt dessen für das Selbstvertrauen einsetzen, von dem bei Emerson unter der Bezeichnung ‚self-reliance‘ die Rede ist. [...] Die Forderung, man solle Erkenntnis durch Hoffnung ersetzen, besagt im großen und ganzen das gleiche: Man solle sich nicht mehr darum kümmern, ob das, was man glaubt, gut fundiert ist, sondern sich allmählich darum kümmern, ob man genügend Phantasie aufgebracht hat, um sich interessante Alternativen zu den gegenwärtigen Überzeugungen auszudenken. Dementsprechend schreibt West: ‚Bei Emerson ist das Ziel der Tätigkeit nicht bloß Herrschaft, sondern auch Anreiz; das Telos der Bewegung und des Fließens ist nicht bloß Macht, sondern auch Anregung‘.“

Bringt für das Jahr 2009 genügend Phantasie und Kreativität auf, um euer Dasein zu verbessern. Wenn ihr bereits zufrieden seid, dann umso besser. Genießt das Leben und verschwendet ein paar Gedanken an das Denken und dan die Freiheit. Es wird sich lohnen.