Freitag, 30. September 2011

G. F. W. Hegel: Die Grenzen der Kunst

Die Kunst bzw. das Kunstschöne besitzt im philosophischen System Georg Wilhelm Friedrich Hegels eine große Bedeutung und eine damit einhergehende zentrale Notwendigkeit. Hegel bezeichnet die Kunst als Ausdruck menschlicher Kultur, gar als Weise der Welterkenntnis und der Welterzeugung. Im Kunstwerk finden die Ideen eines Künstlers ihre Manifestation, sie ist das sinnliche Scheinen der Idee und stellt die Geistigkeit in ihrer Freiheit dar.
Die Verwirklichung absoluter Schönheit schreibt Hegel der griechischen Klassik zu, welche innere und äußere Schönheit als Ideal miteinander vereint. In Gemälden oder Statuen des antiken Griechenlands, wie dem Kopf des Apollon, erstreckt sich das Geistige für Hegel in seiner äußeren Erscheinung und stellt somit einen höchsten Ausdruck des Absoluten dar. Im Gegensatz hierzu bezeichnet Hegel die Kunst des christlich geprägten Mittelalters als romantisch und konstatiert diese als ästhetisch unzureichend, da der Geist sich nicht in der Äußerlichkeit darstellt sondern sich in die eigene Leiblichkeit versenkt, das heißt in seine Innigkeit zurückführt.

Auf Grundlage des Ausgleichs zwischen subjektiver Freiheit und sittlichem Einfluss bezeichnet Hegel die griechische Kunst als Ideal des Schönen und als sinnliches Scheinen der Idee. Mit Letzterem bezieht sich Hegel vor allem auf die Freiheit des Geistes, welche in der Kunst liege, und essentiell für die Selbst-Manifestation des Geistes und der aus ihm entspringenden Ideen ist.
Allerdings ist die Harmonie zwischen gesellschaftlichem Einfluss und subjektiver Freiheit nicht immer gegeben, sodass eine enorme gesellschaftliche Bedeutung sich auf die Freiheit des Geistes auswirken kann. In diesem Falle würde die individuelle Freiheit durch die Gesellschaft und das Absolute reduziert werden. Dies spiegelt sich nach Hegel vor allem in der Kunst des Mittelalters wieder, welche ungemein durch christliche Normen bestimmt ist und somit die Erhebung des „Geistes zu sich“ fordert. Indem der Geist seine Objektivität nicht mehr im Äußeren, der Kunst nämlich, sondern in seinem Inneren findet, gilt dies für Hegel als ästhetisch unzureichend.
Da die Kunst immer Ausdruck einer geistigen Idee ist, fordert sie ein hohes Maß an subjektiver Freiheit. Ist diese Freiheit durch Einflüsse jeglicher Art beschränkt, so erfährt die Kunst ihre Grenzen. Somit fordert Kunst immer Freiheit.
Erst in Religion und Kunst erfährt der Geist einen weiteren Aufstieg und kann letztlich dann zum Geist an und für sich werden.

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Formales:
Datum: 26.09.2011
Thema: Grenzen der Kunst nach Hegel
Kurs: 12pl1
Autor: F. Hartmann

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