Freitag, 1. Juni 2012

jetzt erschienen: Briefe an Immanuel Kant - unveröffentlicht


Hallo Herr Kant (oder besser Hallo Immanuel?),

derzeit nehme ich an einem Oberstufen-Philosophie-Kurs teil, in dessen Zusammenhang ich etwas über die Grundlegung zur Metaphysik der Sitten lerne. Meiner Meinung nach ein unverzichtbares Buch, wenn man seinen Horizont, auf dem Hintergrund der Frage „Wie handle ich moralisch korrekt?“, erweitern möchte !
Bereits aus den ersten Seiten (oder besser aus den ersten Sätzen) erschließt sich das Bild über den guten Willen und der Vernunft, immer mit dem Ziel, eine reine Moralphilosophie zu schaffen.Der gute Wille, der als „Juwel“, wie Sie sagen, in jedem Menschen vorhanden ist und durch das menschliche Handeln zum Vorschein kommen soll. Aber nur, wenn der Wille zum guten Handeln vorhanden ist, dann ist der gute Wille ebenfalls gut !
Ebenfalls spannend und daraus resultierend, die Erwähnung der Pflicht zu einer Handlung.
Aber wieso sollte sie die Wiederholung aus dem von ihnen Verfassten interessieren ? Meine persönliche Einschätzung ist vielleicht viel interessanter für Sie. Die Abwendung des Utilitarismus finde ich in der Hinsicht nachvollziehbar, dass nicht der Zweck oder die Konsequenzen, die eine Handlung bringt, entscheidend für eine gute oder schlechte Handlung sind, sondern vielmehr der Wille des Individuums, diese eine bestimmte moralische Handlung zu tätigen. Fraglich finde ich die Argumentation, dass eine moralische Handlung niemals gut sein kann, wenn sie aus den menschlichen Trieben geschehen ist. Sie sagen dazu, dass die Triebe durch das Prinzip des Wollens entzogen wurden. Ich würde dazu sagen, dass ein Wollen, eine Handlung zu tätigen, schon ein Trieb sein kann. Denn wenn ich unbedingt ein menschliches Leben retten will, dann treibt es mich bereits dazu, genau dies zu tun, bzw. zu versuchen, es zu schaffen. Dann würde ich hinterher auch niemals abstreiten, dass die Handlung, das Retten des Menschenlebens, unmoralisch war.
Scheinbar ist das Thema der Moralphilosophie und des richtigen Handelns zu komplex, um sich einem einzigen Weg anzuschließen. Gut für den Menschen aber auch für die Gesellschaft wäre es, wenn sich jedes Individuum so verhält, dass es aus einer Kombination von verschiedenen moralphilosophischen Ansichten handelt. Eine denkbar unrealistische Angelegenheit, denn es gibt in jeder Gesellschaft nun mal verschiedene Wertvorstellungen.
 
Mit freundlichen Grüßen, Lea Gottschalk

Sehr geehrter Herr Kant,
ich habe mich aufgrund unseres Philosophieunterrichts ein wenig mit ihren Theorien und Werken auseinandergesetzt.
Und dabei schoss mir die Frage durch den Kopf, wie Sie darauf kommen so etwas zuschreiben! Ohne Sie beleidigen zu wollen, aber schon Ihre Grundsatzannahme ist in meinen Augen falsch! Sie sind der Meinung jeder Mensch habe die gleiche Vernunft, es könne sie allerdings nicht jeder auf die gleich Weise anwenden. Wie kommen Sie darauf?! Selbstverständlich, wir Menschen haben alle ein Gehirn und wir können alle denken, jedoch denken wir alle unterschiedlich, haben unterschiedlich Fähigkeiten und kommen zu unterschiedlichen Schlüssen. Dies liegt ohne Zweifel daran, dass jeder Mensch anders erzogen wird und andere Erfahrungen sammelt. Diese Erfahrungen lassen Sie in ihren Theorien jedoch völlig außer Acht.
Sie wollen, dass ein Mensch REIN mit der Vernunft entscheidet und vollkommen OHNE Gefühle und Erfahrungen. Diese Vorstellung ist unrealistisch! Jeder Mensch entscheidet mit Gefühlen und Erfahrungen, ja sogar Sie! Wie soll ich etwas bewerten können, wenn ich nicht schon aus Erfahrungen wüsste, was eine Handlung für Folgen hat. Und selbst diese Folgen, kann ich nur mit Gefühlen bewerten. Denn durch meine Gefühle und Sinne nehme ich erst wahr, ob mir oder anderen Lebewesen diese Handlung wehgetan hat (sowohl physisch als auch psychisch). Schlussfolgernd heißt das, dass ich sowohl Gefühle als auch Erfahrungen brauche um ansatzweise einschätzen zu können, was eine Handlung auswirkt. Wenn ich dieses Wissen habe, kann ich entscheiden. Nun stellt sich jedoch die Frage: Wie soll ich entscheiden? Bin ich wichtiger? Oder die anderen Menschen, Tiere oder vielleicht auch die Umwelt? Sie würden mir darauf antworten, dass es egal ist solange ich einen guten Willen habe, denn nur dieser zählt. Nur können Sie mir auch verraten wer diesen Willen bewerten soll? Jeder Mensch selbst? Ich bin mir nicht sicher ob das so eine gute Idee ist, schließlich tut ein Mensch nur etwas wenn er mindestens für sich selbst dabei einen Vorteil sieht. Dadurch würde es dem Menschen besser gehen, also wäre dies nach Ihren Maßstäben doch ein guter Wille oder etwa nicht?! Wenn bspw. jemand meine Mutter töten würde und ich danach diesen Menschen umbringen würde, um meine Mutter zu rächen und damit ich ein besseres Gefühl habe, wäre dies gut oder? Denn ich hätte zweifellos einen guten Willen gehabt und mir würde es danach auch besser gehen. Na ja okay dem Menschen den ich umgebracht habe, seiner Familie und Freunden nicht, aber das ist unwichtig, denn ich hatte einen guten Willen! Sehen Sie nun wie unlogisch ihre Theorie ist? Man kann nicht sagen, sie hat jetzt zwar einen Menschen umgebracht, aber sie hatte einen guten Willen dabei. Wenn diese Regel gelten würde, würde es keine Verbrechen und Verbrecher mehr geben, sondern nur noch Helden, die wundervolle Taten vollbracht haben. Gut zugegeben, das war jetzt ein extremes Beispiel und es gibt selbstverständlich auch Menschen die viel Empathie besitzen und der Allgemeinheit helfen und nicht schaden wollen, aber das sind die wenigsten! Denn insgesamt sind alle Menschen doch nur darauf aus für sich selbst das Beste zu erreichen (was sie mit Erfahrungen und Gefühlen entscheiden). Zusammenfassend bin ich froh, dass sie mit dieser Theorie nie in die Politik gegangen sind und wir Gesetze haben, die entscheiden, ob der gute Wille wirklich gut war.
Ich bitte sie nun abschließend das nächste Mal besser darüber nachzudenken, bevor sie solchen Unsinn drucken.
Mit freundlich Grüßen Lara Zoske

Hier nochmals der Unterschied zwischen Verstand und Vernunft:
 

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Schwachsinn.

Anonym hat gesagt…

Das "Rächer-Beispiel" von Lara halte ich für nicht sonderlich stichhaltig, da der gute wille sich nach Kant ja auf das Sittengesetz bezieht und dieses in Verbindung mit dem kategorischen Imperativ schützen soll. Das "Rächer Beispiel" ist als kategorischer Imperativ nicht denkbar, Kant würde es wohl höchstens als hypothetischen Imperativ bezeichnen. Und eben dieser hat nach Kant keinen moralischen Wert.

F.H